Apple verdoppelt MacBook-Produktion trotz Chipkrise

Apple reagiert auf die Speicherknappheit mit höheren MacBook-Stückzahlen und steigenden Preisen für Einstiegsmodelle.

Apple hat seine Produktionsziele für das MacBook Neo von sechs auf zehn Millionen Einheiten verdoppelt – und steht nun vor einem logistischen und preislichen Kraftakt.

Die Entscheidung, die Fertigung des MacBook Neo massiv hochzufahren, bringt Apples Halbleiterstrategie durcheinander. Bisher nutzte das Unternehmen für das Einsteigermodell aussortierte A18-Pro-Chips aus der iPhone-16-Pro-Produktion – genauer gesagt Varianten mit nur fünf funktionsfähigen GPU-Kernen. Doch die Nachfrage übersteigt das Angebot dieser günstigeren Chips.

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Chip-Engpass zwingt zu teurerer Hardware

Apple soll nun dazu übergehen, vollwertige A18-Pro-Chips mit sechs GPU-Kernen zu verbauen. Branchenbeobachter vermuten, dass das Unternehmen einen dieser Kerne softwaretechnisch deaktivieren wird, um die Leistungsgleichheit innerhalb der MacBook-Neo-Reihe zu wahren. Die Folge: höhere Produktionskosten für ein Gerät der Mittelklasse.

Das Ende des 599-Euro-Einstiegsmodells?

Die Kombination aus teurerer Chipversorgung und explodierenden Speicherpreisen könnte das günstigste MacBook Neo zum Auslaufmodell machen. Analysten rechnen damit, dass Apple die 256-GB-Version für 599 Euro ersatzlos streicht. Stattdessen dürfte das Unternehmen den Weg gehen, den es bereits beim Mac mini eingeschlagen hat: Die Basisversion startet dann mit 512 GB Speicher – und einem höheren Einstiegspreis von rund 799 Euro.

Der Grund für diesen Schritt ist dramatisch: Speicherchips machen inzwischen über 30 Prozent der gesamten Materialkosten eines PCs aus. Zum Vergleich: Historisch lag dieser Wert bei etwa 15 Prozent. Die Ursache ist der beispiellose Bedarf an Speicher für Künstliche Intelligenz, der die globale Chipindustrie in Atem hält.

Speicherpreise explodieren – bis 2027 keine Entspannung in Sicht

Die Lage auf dem Speichermarkt ist angespannt wie selten zuvor. Marktforscher erwarten für das zweite Quartal 2026 einen Preisanstieg von über 40 Prozent bei DRAM- und NAND-Bausteinen. Verstärkt wird die Krise durch geopolitische Spannungen und Lieferengpässe, etwa durch die Schließung der Straße von Hormus.

Apple hat bereits reagiert und mehrere Konfigurationen mit weniger Arbeitsspeicher aus dem Programm genommen. Bestimmte Mac-Modelle sind nun nicht mehr mit 32 oder 64 GB RAM bestellbar. Finanzanalysten prognostizieren, dass Speicherkomponenten bis 2027 fast 45 Prozent der gesamten iPhone-Herstellungskosten ausmachen könnten. Der Preisdruck ist also kein kurzfristiges Phänomen.

Intel als Rettungsanker in der Chipkrise

Um sich von der Abhängigkeit von TSMC zu lösen, hat Apple einen strategischen Schachzug gemacht: Eine vorläufige Vereinbarung mit Intel zur Chip-Produktion steht. Der Deal, der nach über einem Jahr Verhandlungen zustande kam, wurde Berichten zufolge auch durch persönliches Engagement des US-Präsidialamts ermöglicht.

Intel soll ab 2027 M-Serie-Chips für Macs in seinen eigenen Fabriken fertigen. Ab 2028 könnten dann auch iPhone-Prozessoren in den USA produziert werden. Für Intel ist dies ein Prestigeprojekt: Das Unternehmen baut derzeit seine Kapazitäten in Arizona aus, speziell für den 18A-Fertigungsprozess, der Apples hohe Ansprüche erfüllen soll.

Lieferzeiten explodieren – selbst Apple spürt den Druck

Die Auswirkungen der Komponentenknappheit sind bereits im Handel sichtbar. Die Lieferzeiten für das Mac Studio mit M4-Max-Chip haben sich von vier Wochen auf über zwei Monate verlängert. Auch MacBook Air mit 32 GB RAM sind deutlich schwerer zu bekommen – die Lagerbestände an entsprechenden Speichermodulen schwinden.

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Während das MacBook Neo derzeit noch stabile Lieferzeiten von 15 bis 23 Tagen aufweist, müssen sich Kunden auf andere Produkte deutlich länger gedulden. Das mit Spannung erwartete „MacBook Ultra“ mit OLED-Touchscreen wurde auf Anfang 2027 verschoben. Und die neuen AirPods Pro mit integrierten Kameras, die Siri visuelle Daten für die Objekterkennung liefern sollen, kommen wohl erst Ende 2026 – abhängig von der Stabilisierung des Komponentenmarktes.

Ausblick: Weniger Auswahl, höhere Preise

Für den Rest des Jahres 2026 wird Apple sich auf margenstarke Konfigurationen konzentrieren, um die steigenden Speicherkosten abzufedern. Der branchenweite Trend zu „KI-fähiger“ Hardware wird die Preise mindestens bis 2027 hoch halten, da Cloud-Anbieter weiterhin den Großteil der weltweiten Chip-Produktion abgreifen.

Die Konsequenz für Verbraucher: Weniger Modellvarianten und höhere Einstiegspreise. Die Zusammenarbeit mit Intel bietet zwar eine langfristige Perspektive, um die geografische Konzentration der Lieferketten zu durchbrechen. Doch die unmittelbare Zukunft der MacBook-Reihe bleibt an die Launen des globalen Speichermarktes und den Erfolg von Apples Chip-Strategie gekoppelt.