Apple verschärft App-Regeln: 13+ für Social-Media-Apps ab September

Apple führt ab September 2026 strengere Altersfreigaben für Apps mit sozialen Funktionen ein. Entwickler müssen künftig detaillierte Schutzmaßnahmen für Minderjährige nachweisen.

Apple führt neue Altersbeschränkungen für Apps mit sozialen Funktionen ein – Entwickler müssen ab September nachweisen, wie sie Minderjährige schützen.

Der iPhone-Konzern hat am Mittwoch, den 9. Juli 2026, überarbeitete Richtlinien für App-Entwickler veröffentlicht. Künftig müssen alle Anwendungen mit Social-Media-Funktionen in App Store Connect eine spezielle Kategorie erhalten und erhalten eine Mindestaltersfreigabe von 13+ Jahren. Betroffen sind nicht nur klassische soziale Netzwerke, sondern auch Spiele und andere Apps mit integrierten Chat- oder Community-Features.

Neue Fragebögen für Entwickler

Ab September 2026 müssen Entwickler bei Neueinreichungen und Updates detaillierte Fragen zu den sozialen Funktionen ihrer Apps beantworten. Die Angaben bestimmen dann die Einstufung in eine eigene „Time Allowance“-Kategorie für Social Media. Branchenbeobachter sehen die Maßnahme im Zusammenhang mit den für Herbst erwarteten Betriebssystem-Updates iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27.

Apple selbst begründet den Schritt mit verbessertem Kinderschutz und mehr Transparenz im eigenen Ökosystem. „Soziale Funktionen müssen klar gekennzeichnet und altersbeschränkt sein“, heißt es aus dem Unternehmen.

Texas macht Druck – Supreme Court gibt grünes Licht

Die Verschärfung kommt nicht zufällig. Einen Tag zuvor, am 8. Juli 2026, hatte der Oberste Gerichtshof der USA einen Antrag auf Aussetzung des Texas App Store Accountability Act (SB 2420) abgelehnt. Das Gesetz verpflichtet App-Store-Betreiber, das Alter von Nutzern zu überprüfen und bei Minderjährigen unter 18 Jahren die elterliche Zustimmung einzuholen.

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Besonders streng: Die Altersverifikation muss datensparsam erfolgen – alle erhobenen Informationen sind unverzüglich zu löschen. 28 weitere US-Bundesstaaten unterstützen das texanische Gesetz bereits. Der Branchenverband CCIA, dem neben Apple auch Google und Meta angehören, klagt gemeinsam mit der Stiftung SEAT gegen das Gesetz – mit Verweis auf die Meinungsfreiheit. Ein beschleunigtes Berufungsverfahren vor dem 5. Bezirksgericht ist für Anfang August angesetzt.

Massachusetts setzt auf andere Strategie

Während Texas auf harte Zugangsbeschränkungen setzt, wählt Massachusetts einen anderen Weg. Der Senat des Bundesstaates verabschiedete am 9. Juli mit 38 zu 2 Stimmen den Gesetzesentwurf S 3164. Statt eines Verbots zielt das Gesetz auf suchtfördernde Designelemente ab.

Konkret sollen bei Minderjährigen standardmäßig algorithmische Feeds, Autoplay-Funktionen und endloses Scrollen deaktiviert werden. Auch Benachrichtigungen zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens wären dann tabu. Die Altersverifikation müsste dabei die Anonymität der Nutzer wahren.

Internationale Welle der Regulierung

Auch außerhalb der USA nimmt der Druck zu. Bereits im Frühjahr 2026 hatten britische Aufsichtsbehörden wie Ofcom und das Information Commissioner’s Office (ICO) Plattformen wie TikTok, Instagram und Roblox zu strengeren Alterskontrollen aufgefordert. Hintergrund: Schätzungen zufolge besitzen 86 Prozent der Kinder zwischen 10 und 12 Jahren ein Social-Media-Profil – trotz bestehender Altersbeschränkungen. Die britische Regierung plant ein umfassendes Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige, das bis Frühjahr 2027 umgesetzt werden soll.

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Australien: Alterskontrollen oft nur Augenwischerei

Ein Test des australischen KJR Labs zeigt indes, wie lückenhaft die aktuelle Durchsetzung ist. Von 50 Testkonten verließen sich die meisten Plattformen auf Nutzerprofile statt auf echte Altersnachweise. Die Industrie ist von den geforderten Genauigkeitsstandards offenbar noch weit entfernt – ein Problem, das Apple mit den neuen Regeln zumindest im eigenen App Store lösen will.