Apple verschiebt Vision Pro-Nachfolger: Fokus auf KI und Smart Glasses

Apple verschiebt den Vision Pro-Nachfolger auf 2028 und fokussiert sich auf Datenbrillen. Lieferengpässe bei Mac Studio und Mac mini treiben die Preise.

Der Tech-Riese plant eine strategische Kehrtwende: Statt teurer Headsets setzt Apple künftig auf leichte Datenbrillen und leistungsstarke KI-Chips.

Apple schreibt seine Hardware-Strategie neu. Branchenberichte und Lieferkettendaten zeichnen ein klares Bild: Der Nachfolger des Vision Pro-Headsets lässt mindestens zwei Jahre auf sich warten. Stattdessen verlagert der Konzern seine Ressourcen auf die Entwicklung von Smart Glasses und reagiert gleichzeitig auf eine unerwartete Nachfrageexplosion bei KI-fähigen Macs.

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Vision Pro: Aus für „Vision Air“, Fokus auf Datenbrille

Analystenberichte vom 11. Mai 2026 verdichten sich: Ein direkter Nachfolger des Vision Pro wird frühestens 2028 kommen. Bereits Ende 2025 hatte Apple das Projekt „Vision Air“ eingestellt – eine leichtere Version mit integriertem Akku. Die internen Entwicklungsanstrengungen konzentrieren sich nun auf Smart Glasses. Aktuell testet das Unternehmen vier verschiedene Gestell-Designs, die 2027 auf den Markt kommen sollen. Die Brillen werden sich auf Kamerafunktionen und Siri-Integration konzentrieren – ein vollwertiges Head-up-Display ist nicht geplant.

Die Organisationsstruktur wurde ebenfalls angepasst. Gerüchte über eine Auflösung der Vision Products Group (VPG) Ende April bestätigten sich nicht. Stattdessen wurde das Team umstrukturiert. Mike Rockwell, bisheriger Leiter der Gruppe, verantwortet nun die Integration von Siri und visionOS in Apples breitere Hardware- und Softwareabteilungen. Marketing-Verantwortliche bezeichneten das Vision Pro Mitte April noch als „Blick in die Zukunft“ – obwohl die Werbebudgets für das Produkt zu Jahresbeginn deutlich gekürzt wurden.

Der kommerzielle Erfolg des Vision Pro bleibt umstritten. Nach dem Start im Februar 2024 verkaufte Apple rund 600.000 Einheiten im ersten Jahr. Im Oktober 2025 erhielt das Headset ein M5-Chip-Update. Zwar gilt das Gerät bei Analysten als kommerzielle Enttäuschung, doch in professionellen Umgebungen findet es zunehmend Nischen – etwa bei spezialisierten chirurgischen Eingriffen.

Mac Studio und Mac mini: Lieferzeiten explodieren

Während sich die Headset-Roadmap verlangsamt, kämpft Apple mit massiven Lieferengpässen bei Desktop-Rechnern. Eine systematische Analyse von over 400 Mac-Konfigurationen zwischen April und Mai 2026 zeigt drastische Anstiege bei den Lieferzeiten.

Der Mac Studio mit M4 Max-Chip benötigt inzwischen 63 bis 70 Tage – im April waren es noch 22 bis 29 Tage. Noch extremer trifft es den Mac mini M4 Pro: Hier warten Kunden bis zu 84 Tage auf ihre Bestellung.

Tim Cook führte die Engpässe auf Lieferkettenprobleme und einen Nachfrageschub von KI-Enthusiasten zurück. Diese nutzen Apple Silicon vermehrt für lokale Large Language Models (LLMs). Steigende Preise für Speicherkomponenten verschärfen die Lage zusätzlich. Als Reaktion hat Apple offenbar eine vorläufige Vereinbarung mit Intel Foundry Services getroffen. Der Schritt soll die Abhängigkeit von TSMC reduzieren und nutzt Intels 1,8-nm-Fertigungsprozesse.

Die Knappheit hat auch das Einstiegsangebot verändert. Apple entfernte die 256-GB-Version des M4 Mac mini aus dem Online-Shop. Der Einstiegspreis stieg damit von 599 auf 799 Euro – das Basismodell bietet nun 16 GB RAM und eine 512-GB-SSD.

M5 MacBook Pro: Rekordrabatte trotz starker Hardware

Ganz anders die Lage beim aktuellen M5 MacBook Pro. Hier erleben Kunden historische Preissenkungen. Große Händler wie Amazon und B&H bieten mehrere Konfigurationen zu Tiefstpreisen an. Das 14-Zoll-Modell mit 32 GB RAM und 1-TB-SSD fiel auf 1.849 Euro – ein Rabatt von über 200 Euro. Beim 16-Zoll-M5 Max mit 128 GB RAM beträgt der Preisnachlass sogar bis zu 400 Euro.

Technische Tests des M5-Chips zeigen sowohl Leistungssteigerungen als auch anhaltende Reparaturprobleme. Ein Teardown von iFixit am 11. Mai 2026 bewertete die Reparierbarkeit des M5 MacBook Pro mit 4 von 10 Punkten. Zwar lässt sich der 72,6-Wh-Akku nun ohne Ausbau des Trackpads entfernen, doch für bestimmte Reparaturen verlangt Apple weiterhin den Austausch des gesamten Topcase – ein Eingriff für über 500 Euro.

Professionelle Nutzer entdecken zunehmend die KI-Fähigkeiten dieser Konfigurationen. Neue Inferenz-Engines wie DwarfStar 4 wurden speziell für Macs mit 128 GB oder mehr Unified Memory entwickelt. Sie ermöglichen die lokale Ausführung massiver Modelle wie DeepSeek V4 Flash mit 284 Milliarden Parametern – bei einer Geschwindigkeit von rund 31 Tokens pro Sekunde auf M4 Max-Hardware.

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Strategische Neuausrichtung: Vom Headset zur KI-Brille

Der Schwenk zu Smart Glasses und die Priorisierung hochgerüsteter Macs spiegeln einen Branchentrend wider: KI-Wearables und Edge Computing sind die Zukunft. Apple erkennt offenbar, dass der Markt für schwere, geschlossene Spatial-Computing-Geräte auf Profi- und Enthusiasten-Segmente begrenzt bleibt.

Gleichzeitig offenbaren die Lieferkettenprobleme Apples einzigartige Position im KI-Zeitalter. Die Unified-Memory-Architektur des Macs ermöglicht die Handhabung großer KI-Modelle, die normalerweise teure Enterprise-GPUs erfordern. Dies schafft eine neue Nachfragegruppe: KI-Forscher und -Entwickler konkurrieren nun mit Kreativprofis um dieselbe Hardware – mit den historischen Lieferzeiten für Mac Studio und Mac mini als Folge.

Die Vereinbarung mit Intel ist ein strategischer Coup. Indem Apple Teile seiner „Apple Silicon“-Produktion zu US-amerikanischen Intel-Foundries verlagert, stabilisiert es nicht nur die Lieferkette, sondern positioniert sich auch im Einklang mit den Interessen der heimischen Fertigungsindustrie – zumal die US-Regierung eine Minderheitsbeteiligung an Intels Foundry-Sparte hält.

visionOS 27: Der nächste Meilenstein

Der nächste große Schritt für Apples Spatial-Computing-Plattform wird auf der Worldwide Developers Conference (WWDC) am 8. Juni 2026 erwartet. Apple wird dort visionOS 27 vorstellen. Insiderberichten zufolge liegt der Fokus auf Leistungsoptimierungen, Fehlerbehebungen und der Integration neuer systemweiter KI-Tools auf Augenhöhe mit iOS 27.

Die Hardware-Pause beim Vision Pro bedeutet nicht das Ende der Plattform. Das Software-Ökosystem soll als Fundament für die kommenden Smart Glasses dienen. Zu den zukünftigen Wearables könnten auch kamerabestückte AirPods und andere KI-integrierte Accessoires gehören. Für die Mac-Reihe bleiben die Lieferengpässe voraussichtlich bis zum Sommer 2026 bestehen – bis Apples Produktion über Intel-Kapazitäten anläuft und die hohen Speicherkosten die Preisstrategie weiter beeinflussen.