Apple-Versorgungskrise: Eine Milliarde Dollar Chips bei TSMC fest

Apples A20-Pro-Chips lagern wegen DRAM-Mangels bei TSMC. Neue Zölle und steigende Speicherpreise treiben die Endverbraucherkosten in die Höhe.

Der iPhone-Hersteller steckt in einer massiven Versorgungskrise: Rund eine Milliarde Dollar an Prozessoren liegen bei TSMC fest, gleichzeitig testet Apple neue Speicherlieferanten in China. Für deutsche Verbraucher könnte das teuer werden.

Produktionsstau beim wichtigsten Zulieferer

Rund eine Milliarde Dollar an A20-Pro-Chips von Apple stecken derzeit beim taiwanesischen Auftragsfertiger TSMC fest. Grund ist ein akuter Mangel an DRAM-Speicherbausteinen, die für die Endmontage der Prozessoren benötigt werden. Der A20 Pro nutzt eine hochentwickelte Mehrchip-Verpackung auf Basis des 2-Nanometer-Verfahrens – ein Prozess, der zwingend integrierten DRAM-Speicher erfordert.

Die großen Speicherhersteller Micron, SK Hynix und Samsung haben ihre Produktionskapazitäten jedoch zunehmend auf High Bandwidth Memory (HBM) umgestellt, um die Nachfrage aus KI-Rechenzentren zu bedienen. Für Consumer-Elektronik bleibt dadurch weniger Standard-DRAM übrig. Das könnte die Verfügbarkeit des kommenden iPhone 18 Pro und künftiger Foldable-Geräte nach dem Marktstart gefährden.

Strategischer Schwenk zu chinesischen Lieferanten

Angesichts der Lieferengpässe testet Apple nun Speicherchips des chinesischen Herstellers Changxin Storage (CXMT) für iPhones und MacBooks. Der Schritt zielt ausdrücklich auf Geräte für den chinesischen Markt. CXMT, das nach seinem Börsengang am 27. Juli mit einem Volumen von 8,6 Milliarden Dollar einen Kurssprung verzeichnete, hält schätzungsweise sieben bis acht Prozent des weltweiten DRAM-Marktes.

Während HP und Acer bereits CXMT-Komponenten in Produkten außerhalb der USA einsetzen, steht Apples Evaluierung unter besonderer Beobachtung. Das US-Verteidigungsministerium hat CXMT als chinesisches Militärunternehmen eingestuft. Eine Gruppe von sechs US-Senatoren hat Apple eine Frist bis zum 21. August gesetzt, um die mögliche Zusammenarbeit mit dem chinesischen Speicherhersteller zu begründen.

Wegen US-Exportbeschränkungen dürfte Apple auf Standard-CXMT-Chips zurückgreifen, statt gemeinsam entwickelte Sonderanfertigungen zu nutzen.

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Steigende Preise und höhere Endverbraucherkosten

Die Speicherknappheit treibt die Preise branchenweit in die Höhe. Die Vertragspreise für DRAM stiegen im ersten Quartal 2026 um rund 90 Prozent. Einige Speichertypen werden inzwischen zum Drei- bis Sechsfachen des Preisniveaus von 2024 gehandelt.

Apple hat bereits reagiert: Am 25. Juni erhöhte das Unternehmen die Preise für mehrere Mac- und iPad-Modelle. Der Einstiegspreis des MacBook Air stieg von 1.099 auf 1.299 Dollar, das MacBook Pro von 1.699 auf 1.999 Dollar. Analysten erwarten zudem Preiserhöhungen für die iPhone-17-Serie bereits Mitte August 2026. Das iPhone 18 Pro könnte wegen gestiegener Komponentenkosten 250 bis 300 Dollar teurer werden als sein Vorgänger.

Die Auswirkungen sind längst nicht auf Apple beschränkt. Indische Elektronik- und Automobilhersteller weichen angesichts der Westasien-Krise zunehmend auf teure Luftfracht aus – mit Kosten, die bis zu fünfmal höher liegen als bei Seefracht.

Neue Zölle und milliardenschwere Investitionen

Die Halbleiter-Lieferkette steht zudem vor neuen regulatorischen Hürden. Am 6. August unterzeichnete die US-Regierung neue Section-232-Zölle auf Polysilizium und verwandte Derivate, die am 4. Dezember in Kraft treten. Die Maßnahmen legen Mindestimportpreise von 21 Dollar pro Kilogramm für Polysilizium und 0,22 Dollar pro Watt für Solarzellen fest – das könnte auch die Vorprodukte der Halbleiterfertigung verteuern.

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Für langfristige Entlastung sollen milliardenschwere Infrastrukturprojekte sorgen. SK Hynix erhielt am 7. August die Genehmigung für Investitionen von umgerechnet rund 38 Milliarden Euro in zwei neue Fertigungsstätten in Südkorea. Die Fabriken in Yongin und Cheongju sollen zwar 2027 gebaut werden, doch die Reinräume werden frühestens Ende 2028 oder 2029 betriebsbereit sein. Eine schnelle Entspannung der aktuellen Krise ist also nicht in Sicht.

Marktbeobachter erwarten, dass Verbraucher angesichts steigender Preise ihre Geräte länger nutzen oder auf ältere, günstigere Modelle ausweichen – trotz der Notwendigkeit, defekte Geräte zu ersetzen.