Die britische Güterbahngesellschaft setzt auf Mixed-Reality-Brillen, um Personal für neue Lokomotiven zu schulen – und spart dabei Hunderttausende Euro.
GB Railfreight führt als erstes Bahnunternehmen in Europa Apple Vision Pro-Headsets in der Ausbildung ein. Ab sofort trainieren Lokführer und Techniker in fotorealistischen, digitalen Zwillingen der neuen Class 99 Bi-Mode-Lokomotiven. Die Partnerschaft mit der 3D-Plattform JigSpace ermöglicht virtuelle Rundgänge und Interaktionen mit allen Bedienelementen – lange vor dem ersten Einsatz auf den Schienen. Dieser Schritt markiert einen Wendepunkt in der industriellen Ausbildung und zeigt, wie Consumer-Hardware komplexe logistische Probleme lösen kann.
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Immersives Lernen im digitalen Zwilling
Das Training basiert auf einer speziell entwickelten JigSpace-Anwendung. Auszubildende projizieren sich mit der Apple-Brille in einen maßstabsgetreuen, interaktiven 360-Grad-Nachbau des Lokführerstands. Statt trockener Handbücher oder flacher Bildschirmsimulationen können sie sich physisch um das digitale Modell bewegen. Sie betätigen Schalter, studieren Anzeigen und inspizieren Sicherheitssysteme, als stünden sie in der echten Lok.
„Die räumliche Darstellung überbrückt die Lücke zwischen Theorie und Praxis“, erklärt ein Technik-Sprecher. Die immersive Methode gewährleistet, dass sich die Teams bereits vor der ersten Fahrt mit der Ergonomie und Technik der neuen Flotte vertraut machen. Ein entscheidender Vorteil, denn die Class 99 stellt einen großen Technologiesprung dar.
Halbe Million Euro Einsparung durch dezentrales Training
Neben dem Lerneffekt bietet das Programm handfeste wirtschaftliche Vorteile. Bisher mussten Mitarbeiter aus allen Regionen zum zentralen Trainingszentrum in Peterborough reisen – mit hohen Kosten für Reise, Unterkunft und Ausfallzeiten. Durch das dezentrale virtuelle Training spart GB Railfreight in zwei Jahren voraussichtlich über 500.000 Pfund (rund 585.000 Euro).
„Unsere Teams können nun von jedem Standort aus mit allen Lok-Komponenten in beispielloser Detailtreue interagieren“, sagt David Golding, Direktor für Sicherheit und Nachhaltigkeit. Die Technologie umgehe nicht nur logistische Hürden, sondern biete auch einen bisher unerreichten Zugang zu kritischen Bauteilen. Das optimiere die gesamte Personalentwicklung.
Mehr Sicherheit durch risikofreies Üben
Sicherheit hat oberste Priorität im Schienengüterverkehr. Der Umstieg auf eine neue Lok-Baureihe ist stets mit Risiken verbunden. In der virtuellen Umgebung können Teams jedoch komplexe Prozeduren ohne jedes reale Risiko einüben. Fehler bei der Einarbeitung haben keine physischen Konsequenzen. So bauen die Lokführer Muskelgedächtnis und Situationsbewusstsein auf, ohne unter dem Druck eines echten Betriebsgeländes zu stehen.
„Räumliches Computing in realen Arbeitsumgebungen ist kein Experiment mehr, sondern eine praktische Lösung, die die Widerstandsfähigkeit eines Unternehmens stärkt“, betont James Levin, Vertriebsdirektor bei JigSpace. GB Railfreight setze mit diesem immersiven Training einen neuen Branchenstandard.
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Roadmap: Von der Einweisung zur Wartung
Die erste Phase im März 2026 konzentriert sich auf die Orientierung im Führerstand. Die dreijährige Partnerschaft sieht jedoch eine umfangreiche Erweiterung vor. Geplant sind detaillierte Module für sicherheitskritische Vorbereitungsroutinen vor jeder Fahrt. In späteren Updates folgt trainingsspezifisches Training, bei dem Wartungspersonal die inneren Mechanismen des Bi-Mode-Antriebs auseinandernimmt und versteht.
Dieser kontinuierliche Ausbau des digitalen Lehrplans stellt sicher, dass die Apple Vision Pro langfristig ein zentraler Bestandteil der Ausbildung bleibt – weit über die Einführung der Class 99-Flotte hinaus.
Trendwende in der Industrie-Ausbildung
Der Vorstoß von GB Railfreight spiegelt einen breiteren Trend in Schwerindustrie und Transport wider. Bislang setzten Branchen wie die Luftfahrt auf millionenteure Vollsimulatoren. Räumliches Computing bietet eine skalierbare und kostengünstige Alternative. Die hochauflösenden Displays und Passthrough-Fähigkeiten der Apple Vision Pro liefern die nötige Detailtreue für komplexe Technik.
Analysten sehen darin einen Katalysator für andere europäische Bahnbetreiber. Angesichts des Fachkräftemangels ist die beschleunigte, sichere Einarbeitung ein strategisches Ziel. Die Möglichkeit, digitale Zwillinge millionenschwerer Assets zum Mitarbeiter zu bringen, beseitigt den Engpass begrenzter physischer Trainingsressourcen. Zudem dient die Methode Nachhaltigkeitszielen, indem sie Dienstreisen stark reduziert.
Ausblick: Ein neuer Standard entsteht
Die erfolgreiche Einführung in Großbritannien dürfte ähnliche Projekte auf dem europäischen Kontinent anstoßen. Die Leistungsdaten der geschulten Lokführer und die Unfallstatistiken werden von Aufsichtsbehörden und Wettbewerbern genau beobachtet.
Bewähren sich die erwarteten Kosteneinsparungen und Kompetenzgewinne, könnte räumliches Computing bald zum Standard für die Zertifizierung von Bedienern schwerer Maschinen werden. Hardware-Hersteller und Software-Entwickler werden vermehrt spezialisierte Partnerschaften für industrielle Metaverse-Anwendungen eingehen. Die Fusion von Augmented Reality und traditionellem Bahnbetrieb verändert nachhaltig, wie die nächste Generation von Transportfachkräften lernt und arbeitet.





