In den vergangenen Tagen kursierten mehrere Branchenberichte zur Zukunft von Apples Spatial-Computing-Headset. Portale wie 36kr.com und dazhe.com berichteten über technische Details einer möglichen zweiten Generation der Vision Pro, während der bekannte Apple-Analyst Ming-Chi Kuo zeitgleich meldete, Apple habe die Vision-Pro-Linie komplett aus seiner internen Roadmap gestrichen. Die widersprüchlichen Meldungen zeichnen ein unklares Bild davon, wie es mit dem Headset weitergeht.
Technische Spekulationen zu einer möglichen Vision Pro 2
Laut den Berichten von 36kr.com soll eine überarbeitete Vision Pro Designänderungen erhalten: flachere Bügel und ein einfacheres Kopfband, mit dem Ziel, die Herstellungskosten zu senken. An Sensorik werden Kameras, Wi-Fi, Bluetooth 5, microLED-Displays, TrueDepth- und Infrarot-Komponenten genannt.
Laut dazhe.com sollen zudem ein microLED-Panel mit einer Auflösung von 3660×3200 Pixeln, eine Helligkeit von 3500 Nits im SDR- und 5000 Nits im HDR-Modus sowie eine Farbabdeckung von 102,3 Prozent DCI-P3 bei einem Delta E von 0,87 zum Einsatz kommen. Als Akkulaufzeit werden 2 Stunden und 17 Minuten bei 4K-HDR-Wiedergabe beziehungsweise 1 Stunde und 42 Minuten bei Unity-Anwendungen genannt.
Auch von einer Latenz von 8 Millisekunden und einer Drei-Modal-Interaktion ist die Rede, ebenso von BIM-Modellen mit über 12 Gigabyte Umfang, 1:1-Ankerpunkten und Schnittverzögerungen unter 16 Millisekunden. Diese Angaben stammen jedoch ausschließlich aus Berichten einzelner Portale und sind bislang nicht offiziell von Apple bestätigt.
Kuo widerspricht: Vision Pro angeblich aus der Roadmap gestrichen
Diesen technischen Spekulationen steht eine gegenteilige Einschätzung von Ming-Chi Kuo gegenüber. Nach dessen Angaben hat Apple die Vision Pro aus seiner Produkt-Roadmap entfernt und konzentriert sich stattdessen auf eine für 2027 geplante KI-Brille ohne Display – vergleichbar mit Modellen wie der Ray-Ban Meta.
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Eine AR/XR-Brille mit Wellenleiter-Technologie sei auf 2029 verschoben worden. Kuo zufolge enthält Apples aktuelle Roadmap nur noch zwei Smart-Glasses-Projekte, die Vision-Pro-Serie sei daraus gestrichen worden. Die Entscheidung soll demnach vom künftigen CEO John Ternus mitgetragen worden sein.
Was am bestehenden Vision-Pro-Ökosystem bereits läuft
Unabhängig von der Zukunft einer möglichen Nachfolgegeneration entwickelt sich das Ökosystem der aktuellen Vision Pro mit M5-Chip weiter. Ab dem 28. August 2026 wollen Apple und die MLB vier „Friday Night Baseball“-Spiele live in 8K-3D mit 180-Grad-Sichtfeld und räumlichem Audio auf der Vision Pro übertragen, den Auftakt macht das Spiel zwischen den Yankees und den Red Sox.
Die Produktion erfolgt mit vier iPhone-17-Pro-Kameras, die Vision Pro mit M5-Chip soll den Stream ohne thermische Drosselung dekodieren können. Der Entwickler James C. Kane zeigte zudem eine Demo mit Gel-, Sand- und Wassersimulationen auf der Vision Pro über WebXR, WebGPU und Three.js, getestet auf einer M5-Vision-Pro mit einer Beta-Version von visionOS 27.
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Mit visionOS 27 öffnet Apple das System zudem für Controller von Drittanbietern mit IR-LED- und IMU-Sensorik über Bluetooth. Entwickler sollen eigene Tracking-Profile systemweit registrieren können, für entsprechende Entwickler-Kits kooperiert Apple mit DFRobot und MIKROE. Ziel der Öffnung sind Anwendungen in Gaming und Enterprise-Bereich.
Der Preis der aktuellen Vision Pro liegt weiterhin bei 3.500 US-Dollar. Auch die Siri-KI in Apples kommendem Betriebssystem OS 27 soll den Konversationsverlauf über iCloud zwischen iPhone, iPad, Mac, Watch und Vision Pro synchronisieren; eine „Spatial Preview“-Funktion soll Mac-Dokumente und 3D-Assets direkt an die Vision-Pro-Quick-Look-Ansicht senden.
Die englische Beta von Siri AI ist für später im Jahr 2026 vorgesehen, in der EU soll die Funktion vorerst nicht auf iPhone, iPad und Watch verfügbar sein.
Angesichts der widersprüchlichen Berichtslage bleibt offen, ob die kolportierten Hardware-Details tatsächlich zu einem neuen Vision-Pro-Modell führen oder ob Apples strategischer Fokus, wie von Kuo beschrieben, künftig auf schlankeren Smart Glasses liegt.

