Branchenanalysten führen jüngste Preiserhöhungen für das Mixed-Reality-Headset Apple Vision Pro auf tiefgreifende Engpässe in der weltweiten Lieferkette für Speicherchips zurück. Laut Branchenberichten hob Apple neben dem Headset auch die Preise für Macs, iPads sowie den HomePod an.
Als Hauptursache gilt eine globale Speicherkrise, ausgelöst durch eine stark gestiegene Nachfrage nach Arbeitsspeicher für Anwendungen im Bereich der künstlichen Intelligenz bei gleichzeitig stark begrenzten Fertigungskapazitäten.
Breitere Auswirkungen auf Hardware und Wettbewerber
Die Teuerungswelle beschränkt sich keineswegs auf Apple. Berichten zufolge sahen sich auch Konkurrenten wie Sony, Microsoft und Meta gezwungen, ihre Hardwarepreise infolge der Speicherkrise anzuheben. Marktbeobachter rechnen erst für 2028 oder noch spätere Zeitpunkte mit einer nachhaltigen Entspannung der Angebotssituation.
Bei Apple folgten die jüngsten Preisschritte auf vorangegangene Anpassungen: Bereits im Juni hatte das Unternehmen die Preise für iPads und MacBooks aufgrund steigender Beschaffungskosten erhöht. Am 9. September 2026 weitete Apple die Aufschläge anlässlich der Vorstellung des iPhone 18 Pro auf fast das gesamte iPhone-Sortiment aus.
Auch ältere Modelle wie das iPhone 16, 17e, 17 und Air wurden ohne technische Änderungen verteuert. Der damalige Konzernchef Tim Cook verglich die Situation mit einer Jahrhundertflut und führte aus, dass Apple die massiv kletternden Speicherkosten nicht mehr im bisherigen Umfang eigenständig auffangen könne.
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DRAM- und Flash-Preise steigen rasant
Hinter den Anpassungen steht ein drastischer Preisanstieg bei den Vorprodukten. Das Marktforschungsunternehmen TrendForce prognostiziert für das vierte Quartal 2026 einen weiteren Zuwachs der DRAM-Vertragspreise um 10 bis 15 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.
Bei NAND-Flash-Speicher wird ein Anstieg um 15 bis 20 Prozent gegenüber dem Vorquartal erwartet. Schon im ersten Quartal 2026 war ein deutlicher Preisschub verzeichnet worden, der Hersteller von Smartphones und Notebooks zu Preiserhöhungen und reduzierten Spezifikationen drängte.
Besonders drastisch fiel der Anstieg bei mobilen Speichern aus: Samsung und SK Hynix hatten die Preise für iPhone-DRAM im ersten Quartal 2026 um 80 beziehungsweise 100 Prozent angehoben.
Am 29. September 2026 prognostizierte TrendForce für 2027 einen Anstieg des durchschnittlichen Mischpreises für High-Bandwidth-Memory (HBM) um 121 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bedingt durch anhaltende Knappheit und die Einführung von HBM4e in der zweiten Jahreshälfte 2027. Nach Angaben von Samsung-Vorstand Kim Taewoo vom 29. September 2026 wird HBM bis 2027 fast 30 Prozent der gesamten DRAM-Waferkapazität des Herstellers binden. Für 2026 erwartet Samsung einen HBM-Absatz, der mehr als das Dreifache des Vorjahreswertes erreicht.
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Kostendruck zwingt Apple zu Anpassungen
Die Entwicklung schlägt unmittelbar auf Apples Produktstrategie durch. Die Einstiegspreise für das iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max liegen bei 1.199 beziehungsweise 1.299 US-Dollar, was einem Aufschlag von 100 US-Dollar gegenüber der vorherigen Generation entspricht.
Im Oktober reduzierte Apple die Bestellungen für diese Modelle um rund ein Siebtel bis ein Fünftel; Berichten zufolge betrug die Kürzung bei den Komponentenaufträgen mindestens 15 Prozent im Vergleich zur ursprünglichen Planung.
John Ternus, der seit dem 1. September 2026 als CEO an der Spitze von Apple steht, schließt Medienberichten zufolge auch den Rückgriff auf chinesische Speicherchip-Hersteller nicht aus, um Engpässe abzumildern.
Bei der Vision Pro prüft Apple unter dem Codenamen N224 ein modifiziertes Headset-Design, das Rechenkomponenten in ein externes Modul auslagert, während Entwicklungen für leichtere und günstigere Varianten verschoben wurden.
Die Verwerfungen betreffen den gesamten Markt: Nach Erhebungen von IDC gingen die weltweiten Smartphone-Auslieferungen im dritten Quartal 2026 im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 255,3 Millionen Einheiten zurück, während sich die Speicherpreise im gleichen Zeitraum laut IDC um rund 350 Prozent verteuerten.

