Apple Vision Pro: Team aufgelöst, Fokus auf KI-Brille

Apple löst die Vision-Pro-Gruppe auf und verlagert Ressourcen in die Entwicklung einer KI-gestützten Smart-Brille.

Apples Vision-Pro-Gruppe wurde 2025 aufgelöst – die Mitarbeiter arbeiten nun an KI-Smartglasses und einer Siri-Neuauflage.

Der Schritt markiert eine strategische Kehrtwende für den iPhone-Konzern. Wie aus internen Kreisen bekannt wurde, hat Apple die Vision Products Group (VPG) bereits im vergangenen Jahr still und leise aufgelöst. Die Software-Entwickler wurden dem Siri-Team zugeteilt, die Hardware-Ingenieure arbeiten nun an der Entwicklung einer KI-gestützten Smart-Brille.

Hintergrund ist eine grundlegende Neubewertung der Vision Pro als Massenprodukt. Branchenkenner berichten, dass Apples Hardware-Chef John Ternus – der als designierter Nachfolger von Tim Cook gilt – schon länger skeptisch auf die Zukunft des Headsets blickt. Ternus soll den CEO-Posten im September dieses Jahres übernehmen.

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Produktion gestoppt, Absatz eingebrochen

Die kommerzielle Bilanz der Vision Pro fällt ernüchternd aus. Apples Hauptfertiger Luxshare hat die Produktion des Headsets bereits Anfang 2025 eingestellt – und bis heute nicht wieder aufgenommen. Der Grund: schwache Nachfrage.

Die Zahlen des Marktforschers IDC sprechen eine deutliche Sprache. Im Launch-Jahr 2024 verkaufte Apple rund 390.000 Einheiten. Im wichtigen Weihnachtsquartal 2025 waren es gerade einmal 45.000 Stück – ein Einbruch von 88 Prozent. Parallel dazu kürzte Apple seine Werbeausgaben für die Vision Pro in den USA und Großbritannien um über 95 Prozent.

M5-Update: Mehr Power, mehr Gewicht

Im Oktober 2025 versuchte Apple noch einmal, die Kurve zu kriegen. Das aktualisierte Modell erhielt den leistungsstärkeren M5-Chip, der eine 35 Prozent bessere Performance und neue Features wie Raytracing und 120 Hertz Bildwiederholrate bot. Der Haken: Das Gerät wurde schwerer – von rund 600 auf 750 Gramm.

Ein neues Kopfband sollte den Tragekomfort verbessern. Doch der unveränderte Preis von 3.499 Euro und das dünne App-Angebot verhinderten den Durchbruch. Analysten von Morgan Stanley sehen in den hohen Kosten, der klobigen Bauweise und dem schmalen Ökosystem unüberwindbare Hürden. Aktuell gibt es rund 3.000 speziell für die Vision Pro entwickelte Apps – ein Wert, der weit hinter früheren Apple-Plattformen zurückbleibt.

Die Zukunft heißt KI-Brille

Apple setzt nun voll auf sogenannte „Eyes-and-Ears“-KI-Wearables. Die neue Smart-Brille ähnelt konzeptionell den Meta-Ray-Bans, soll aber mit Apples eigener Chip-Technologie und tiefer Siri-Integration punkten.

Die erste Version wird voraussichtlich noch 2026 vorgestellt werden, der Marktstart ist für Anfang 2027 geplant. Interessant: Die Brille kommt zunächst ohne Display. Stattdessen setzt sie auf Kameras, Mikrofone und Lautsprecher, die Siri eine Echtzeit-Analyse der Umgebung ermöglichen. Branchenbeobachter sehen darin den logischen Schritt: Apple want die „räumliche Intelligenz“ verfeinern, die später einmal echte Augmented-Reality-Brillen antreiben soll.

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Ein teures Forschungsprojekt

Der aktuelle Status der Vision Pro ist eine seltene Niederlage für Apple. Die Rücklaufquoten übertrafen die jedes anderen modernen Apple-Produkts. Selbst Early Adopter konnten das hohe Gewicht und die fehlenden „Killer-Anwendungen“ kaum rechtfertigen.

Doch die Technologie bleibt wertvoll. Das Betriebssystem visionOS und die gestenbasierte Steuerung fließen bereits in andere Produkte ein – etwa in die gerüchteweise kamerabestückten AirPods. Apple behandelt die Vision Pro offenbar als teures Forschungsprojekt, das die künftige KI- und Wearable-Strategie entscheidend geprägt hat – auch wenn das Headset selbst ein Nischenprodukt bleibt.

Ausblick: Was wird aus der „Vision Air“?

Die Zukunft der lange gerüchteweise günstigeren „Vision Air“ (2.000 Euro, 2027) ist ungewiss. Insidern zufolge wurden die dafür vorgesehenen Ressourcen möglicherweise komplett in das Smart-Glasses-Projekt umgeleitet.

Anleger und Verbraucher blicken nun gespannt auf den Herbst 2026. Die erwartete KI-Brille wird zeigen, ob Apple seine räumliche Computer-Forschung in ein Produkt übersetzen kann, das Menschen täglich tragen wollen. Die Vision Pro selbst wird vorerst in den Apple Stores verharren – als teures Werkzeug für Unternehmen in der Medizin und im Industriedesign.