Apple vs. OpenAI: Klage wegen gestohlener Schaltplan-Daten

Apple will forensische MacBook-Daten im Verfahren gegen OpenAI verwenden. Der KI-Konzern bestreitet die Vorwürfe und fordert die Klageabweisung.

Im Geschäftsgeheimnis-Verfahren zwischen Apple und OpenAI hat der iPhone-Konzern am 31. August 2026 beim Bundesgericht in Kalifornien einen Antrag eingereicht, forensische Befunde vom MacBook eines ehemaligen Ingenieurs als Beweismittel zuzulassen. Der Antrag markiert eine neue Eskalationsstufe in einem Rechtsstreit, den Apple ursprünglich am 10. Juli 2026 angestoßen hatte.

Vorwurf gegen Ex-Ingenieur

Im Zentrum steht der frühere Apple-Mitarbeiter Chang Liu, der im Januar zu OpenAI wechselte. Apple wirft ihm vor, am 7. März eine vertrauliche Datei mit dem Schaltplan eines Leistungswandlers heruntergeladen und anschließend in der Simulationssoftware LTspice auf einem Mac mini geöffnet zu haben.

Die entsprechende Aktivität wurde laut Apple auf einem MacBook entdeckt, das am 21. August 2026 an das Unternehmen zurückgegeben und am 24. August 2026 forensisch abgebildet wurde.

Die Analyse soll zeigen, dass Liu den Schaltplan im März 2026 heruntergeladen und bei OpenAI für eine Simulation genutzt habe. Diese sei auf den 18. März 2026 datiert, zugehörige Dateien seien am 11. April 2026 synchronisiert worden.

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Liu selbst gab laut den vorliegenden Angaben an, einem KI-Agenten beigebracht zu haben, LTspice zu bedienen. Nachrichtenverläufe sollen belegen, dass der Agent dadurch lernte, die Software selbstständig zu nutzen, wodurch sich eine Aufgabe von einem Tag auf zwei Stunden verkürzt habe.

Vorwurf der Beweismittelvernichtung

Apple geht in seinem Antrag noch weiter und behauptet, OpenAI-Mitarbeiter hätten von dem Zugriff gewusst und die Vernichtung von Beweismitteln geplant. Namentlich wird in diesem Zusammenhang auch Yu-Ting Peng genannt. Um die Vorwürfe zu untermauern, beantragte Apple zusätzlich ein beschleunigtes Discovery-Verfahren – einen Antrag, den der Konzern am 2. September 2026 erneut einreichte.

OpenAI weist Vorwürfe zurück

OpenAI reagierte am 2. September 2026 mit einer Erwiderung und bezeichnete die Klage als unbegründet. Das Unternehmen macht dabei Apples eigene interne Abläufe verantwortlich: Gekündigte Mitarbeiter würden bei Apple sofort aus dem Unternehmen begleitet, sodass keine Zeit bleibe, Geräte ordnungsgemäß zurückzugeben.

Zudem habe Apple die Nutzung persönlicher Konten für dienstliche Zwecke selbst gefördert. Chang Liu erklärte laut OpenAI, der Zugriff auf die Datei habe lediglich ehemaligen Kollegen helfen sollen. Ein weiterer Mitarbeiter, genannt Tang T., habe Prototypen zurückgegeben und nur nicht-geheime Materialien behalten.

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Am 3. September 2026 wies OpenAI die Vorwürfe erneut zurück und beantragte die Abweisung der Klage insgesamt.

Ausgangslage und weiteres Verfahren

Der Streit fällt in eine phase, in der laut Apple mittlerweile mehr als 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter bei OpenAI beschäftigt sind. Apple erklärte, mit dem Verfahren verhindern zu wollen, dass die strittige Technologie in Consumer-Hardware von Wettbewerbern zum Einsatz kommt. Eine gerichtliche Anhörung zu dem Fall ist für den 1. Oktober 2026 angesetzt.