Apple Watch: 21% Wachstum dank Edge AI und Gesundheitsfunktionen

Apple Watch verkauft sich dank KI-Funktionen und neuer Sensoren wieder deutlich besser. Samsung verliert derweil stark an Boden im Smartwatch-Markt.

Apple hat im ersten Quartal 2026 deutlich an Dynamik zurückgewonnen: Die Verkäufe der Apple Watch stiegen im Jahresvergleich um 21 Prozent. Weltweit hält der Konzern damit einen Marktanteil von 23 Prozent – immer noch unter dem Rekordwert von 35,9 Prozent aus dem ersten Quartal 2021, doch im boomenden Segment der sogenannten Edge AI ist Apple mit 90 Prozent aller ausgelieferten Smartwatches praktisch konkurrenzlos.

Gesundheitsfunktionen treiben das Wachstum

Der Aufschwung kommt nicht von ungefähr. Analysten führen die Erholung vor allem auf die Apple Watch SE 3 und neue Gesundheitsfunktionen zurück. Besonders gefragt: die Blutdruckmessung. Die Marktdurchdringung dieser Technologie in Smartwatches verdoppelte sich binnen eines Jahres von 11 auf 23 Prozent. Auch die Schlafapnoe-Erkennung legte kräftig zu – von 5 auf 18 Prozent. Die EKG-Funktion stieg im selben Zeitraum von 31 auf 34 Prozent.

Ein entscheidender Treiber ist der Trend zur Edge AI – künstliche Intelligenz, die direkt auf dem Gerät läuft und keine Cloud-Verbindung benötigt. Die Auslieferungen entsprechender Smartwatches schossen im ersten Quartal 2026 um 70 Prozent nach oben. Apples Series 10 mit dem S10-Chip und seiner 4-Kern-Neural-Engine gilt dabei als Maßstab. Der Chip ist darauf ausgelegt, komplexe Rechenaufgaben lokal zu bewältigen – ein klarer Wettbewerbsvorteil.

China als Wachstumsmotor

Besonders stark entwickelte sich der chinesische Markt: Dort stiegen die Verkäufe im ersten Quartal 2026 um 15 Prozent. Das beflügelt den gesamten globalen Smartwatch-Markt, der im selben Zeitraum um 4 Prozent wuchs. Für Apple ist China längst mehr als nur ein Absatzmarkt – es ist der Gradmesser für den Erfolg neuer Gesundheitsfeatures, die dort oft schneller auf Akzeptanz stoßen als in Europa.

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Samsung kämpft mit Einbußen

Während Apple zweistellig zulegte, erlebte Samsung ein schwaches Quartal: Die Verkäufe brachen um 28 Prozent ein. Der koreanische Konzern kontert nun mit neuer Premium-Hardware. Beim Galaxy-Unpacked-Event am 22. Juli in London stellte Samsung die Galaxy Watch Ultra 2 und die Galaxy Watch 9 vor. Beide Modelle erscheinen am 7. August und setzen auf den Snapdragon-Wear-Elite-Chip sowie Displays mit 5.000 Nits Helligkeit.

Die Ultra 2 positioniert sich als robustes Outdoor-Gerät mit Titangehäuse und 800-mAh-Akku. Ein Haken: Funktionen wie der Tauchcomputer erfordern ein separates Abonnement – monatlich oder jährlich zahlbar. Ob sich dieses Modell gegen Apples Ultra-Linie durchsetzen kann, dürfte sich schon im Herbst zeigen.

Apples Portfolio im Überblick

Die Series 10 bleibt das dünnste Modell der Standardreihe. Sie bietet ein Titangehäuse, Tiefenmesser und Wassertemperatursensor. Die Akkulaufzeit liegt bei 18 Stunden, im Energiesparmodus bei bis zu 36 Stunden. Ergänzt wird das Line-up 2026 durch die Series 11 und die Ultra 3 – letztere mit 5G, Satellitenanbindung und 3.000 Nits Helligkeit.

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Im Vergleich mit spezialisierten Fitness-Trackern wie dem Whoop MG punktet die Apple Watch bei Trainingsaufzeichnung und Alltagskomfort. Bei der Akkulaufzeit bleibt sie jedoch klar unterlegen: Der Whoop hält zwölf Tage durch. Unabhängige Tests bescheinigen der Apple Watch eine hohe Genauigkeit bei der Schrittzählung. Für reines Schlaftracking bevorzugen viele Nutzer weiterhin spezielle Ringe wie den Oura – trotz des größeren Formfaktors.

Ausblick: Redesign könnte Markt neu ordnen

Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte 2026 richtet sich die Aufmerksamkeit auf das erwartete Redesign der Apple Watch Ultra 4. Branchenkenner rechnen mit weiteren Marktverschiebungen. Die Series 10 startet aktuell bei rund 399 Euro (in einigen Märkten umgerechnet etwa 3.200 Hongkong-Dollar) und bleibt damit klar im Premiumsegment positioniert.

Die entscheidende Frage: Reicht Apples Vorsprung bei Edge AI, um die Angriffe von Samsung und spezialisierten Anbietern abzuwehren? Der Markt wird es zeigen – spätestens wenn die Ultra 4 im Herbst auf die Konkurrenz trifft.