Der KI-Startup Granola erweitert seine Meeting-Transkription auf die Apple Watch – und verändert damit die Art, wie wir Gespräche festhalten.
Ein grüner Bildschirm und ein einziger Fingertipp: Mehr braucht es nicht, um mit der neuen Apple-Watch-App von Granola ein Meeting aufzuzeichnen. Das Unternehmen stellte die Anwendung am heutigen Dienstag vor und macht seine KI-gestützte Transkriptionsplattform erstmals auf Wearables nutzbar. Gedacht ist die Lösung vor allem für Situationen, in denen das Smartphone stört – etwa bei Besprechungen im Gehen oder vor dem Whiteboard.
Vom Handgelenk ins digitale Protokoll
Die App startet die Aufnahme per Tap auf dem Zifferblatt. Ein grüner Bildschirm signalisiert, dass die Aufzeichnung läuft. Die erfassten Daten synchronisieren sich automatisch mit iPhone, Mac und Windows-Rechnern. „Wir wollten Meetings dort einfangen, wo das Telefon fehl am Platz wäre“, erklärt Mitgründer Chris Pedregal.
Interne Tests zeigten einen deutlichen Wandel im Nutzerverhalten: Viele Probanden griffen lieber zur Uhr als zum iPhone. Die App ist kostenlos, setzt aber watchOS 11 voraus. Wer möchte, kann sie als Komplikation direkt auf dem Zifferblatt platzieren. Zusammen mit der Software brachte Granola ein limitiertes Armband heraus, das Designerin Nowshin Prenon entwarf.
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Vom Startup zum Einhorn
Die Watch-App ist nur der jüngste Schritt einer rasanten Entwicklung. Im März 2026 erlangte Granola den Unicorn-Status – eine Bewertung von umgerechnet rund 1,4 Milliarden Euro. Eine Series-C-Finanzierungsrunde über knapp 116 Millionen Euro, angeführt von Index Ventures, machte dies möglich. Der Wert des Unternehmens hatte sich binnen zehn Monaten versechsfacht.
Die Nutzerzahlen wachsen wöchentlich um zehn Prozent. Zu den Kunden zählen namhafte Tech-Firmen wie Asana, Mistral AI und Cursor. Für Unternehmen bietet Granola gestaffelte Preise: Business-Konten kosten umgerechnet etwa 13 Euro pro Nutzer und Monat, Enterprise-Lizenze schlagen mit rund 33 Euro zu Buche.
Anders als manche Konkurrenten setzt Granola nicht auf Bots, die virtuelle Meetings automatisch belauschen. Stattdessen liegt der Fokus auf lokaler Aufzeichnung und Transkription. Das Unternehmen versteht sich als „Intelligenz“-Werkzeug, nicht als bloßes Diktiergerät – es fasst Kernpunkte und Handlungsschritte aus Gesprächen zusammen.
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Wettbewerb auf dem KI-Transkriptionsmarkt
Granola ist nicht allein: Noch am selben Tag kündigte auch Nabla ein medizinisches Diktierprodukt für Apple-Geräte an. Die Lösung richtet sich speziell an Kliniken und nutzt Apples Neural Engine sowie Core ML für die Verarbeitung direkt auf dem Gerät – ohne Cloud.
Der Vorstoß der KI-Firmen kommt nicht von ungefähr: Erst am Montag veröffentlichte Apple watchOS 26.6 mit Leistungsverbesserungen und Fehlerbehebungen. Granolas App läuft bereits ab watchOS 11 – die Weiterentwicklung leistungsstarker Wearables bleibt für die Branche ein zentraler Faktor.

