Die US-Handelskommission ITC hat am Donnerstag einen Antrag von Masimo auf ein neues Importverbot für die Apple Watch abgelehnt. Damit bleibt das Unternehmen der größte Gewinner in einem jahrelangen Rechtsstreit um die Blutsauerstoffmessung seiner Smartwatch.
Technische Umgehung als Erfolgsstrategie
Die Kommission entschied, dass Apples neu gestaltete Blutsauerstoff-Funktion keine Patente von Masimo verletzt. Für den iPhone-Konzern ist das eine wichtige Bestätigung: Die technischen Änderungen an der Uhr reichen aus, um die Patentansprüche des Medizintechnik-Unternehmens zu umgehen.
Apple hatte bereits im August 2025 vorgesorgt. Kurz vor dem Start der Apple Watch Series 11 brachte das Unternehmen eine Funktion zurück, die die Pulsoximetrie über ein gekoppeltes iPhone ermöglicht. Die aktuelle Entscheidung legalisiert diese Lösung nun endgültig. Die Series 11, Ultra 3 und weitere Modelle können ohne Unterbrechungen importiert werden.
Masimo hatte zwar im November 2025 in einem separaten Verfahren Schadensersatz in Höhe von 634 Millionen US-Dollar (rund 590 Millionen Euro) zugesprochen bekommen. Doch die ITC-Entscheidung wiegt schwerer – sie sichert Apples Verkaufsstrategie in den USA.
Britische Gerichte setzen Apple unter Druck
Während der Konzern in den USA einen Erfolg feiert, droht in Europa neuer Ärger. Ein britisches Gericht ließ am Mittwoch eine Sammelklage der Verbraucherorganisation Which? gegen Apples iCloud-Dienst zu. Die Klage wirft dem Unternehmen vor, rund 40 Millionen Nutzer in sein Cloud-Ökosystem zu zwingen.
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Die Forderung: umgerechnet rund 3,5 Milliarden Euro. Betroffene Kunden könnten jeweils etwa 90 Euro erhalten. Sie haben bis zum 8. Oktober 2026 Zeit, der Klage beizutreten. Ein Prozessbeginn ist für Oktober 2028 anberaumt.
Nur einen Tag später scheiterte Apple zudem mit dem Versuch, eine weitere Sammelklage über umgerechnet 915 Millionen Euro zu den App-Store-Richtlinien abzuweisen. Die Rechtsabteilung des Konzerns hat alle Hände voll zu tun.
Gesundheitsfunktionen im Fokus
Der Patentstreit ist beigelegt, doch der Wettbewerb bei Gesundheits-Sensoren wird härter. Aktuelle Tests vom 24. Juni zeigen: Die Apple Watch Series 11 misst die Herzfrequenz mit einer Abweichung von nur 0,63 Prozent – gemessen am Profi-Standard Polar H10. Die neuen AirPods Pro 3 liegen mit 1,23 Prozent Fehlerquote ebenfalls gut im Rennen.
Während Apple in den USA einen Erfolg feiert, drohen in Europa neue Klagen. Wer die Rechtsunsicherheit bei Gesundheitsfunktionen richtig einschätzen will, findet im Report eine Patentrisiko-Checkliste und einen Ausblick auf Sensor-Trends bis 2026. Patentrisiko-Checkliste jetzt sichern
Spannend wird die Entwicklung bei der Blutdruckmessung. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte Mitte Juni eine Abmahnung gegen den Wearable-Hersteller Whoop zurückgezogen, nachdem dieser seine Blutdruckfunktion an neue Richtlinien angepasst hatte. Branchenbeobachter sehen darin ein Signal für Apples Pläne: Die Apple Watch Ultra 4, die für Herbst 2026 erwartet wird, soll angeblich fortschrittliche Blutdrucksensoren erhalten – die derzeit noch auf FDA-Zulassung warten.
Die ITC-Entscheidung fällt übrigens mitten in die Prime-Day-Aktion von Amazon, die heute endet. Die Apple Watch Series 11 war dabei zu Rekordtiefstpreisen erhältlich. Ob das mit der Rechtssicherheit zusammenhängt? Zumindest dürfte Apple nun beruhigt in die zweite Jahreshälfte starten – auch wenn in Kalifornien noch Vergleichsgespräche zu einer weiteren Sammelklage wegen Armbandverletzungen anstehen.

