Apple Watch: Lasersensor soll Blutfluss und Blutdruck genauer messen

Apples Patentanmeldung beschreibt einen optischen Sensor für präzisere Vitalmessungen und biometrische Lebenderkennung; ein Marktstart bleibt offen.

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Apple arbeitet an einem neuartigen optischen Sensorsystem, das mithilfe von Laser-Doppler-Interferometrie die tatsächliche Fließgeschwindigkeit des Blutes unter der Haut erfassen kann. Dies geht aus einer Patentanmeldung des Technologiekonzerns hervor, über die das Nachrichtenportal sina.cn am 4. Oktober 2026 berichtete. Die Neuentwicklung zielt darauf ab, die Genauigkeit physiologischer Messungen bei tragbaren Geräten deutlich zu verbessern.

Kombination zweier Messverfahren auf einem Chip

Im Zentrum des Patents steht die Zusammenführung zweier unterschiedlicher optischer Technologien: Apple kombiniert die Laser-Doppler-Interferometrie mit der etablierten Photoplethysmographie. Während herkömmliche Systeme meist ausschließlich auf Photoplethysmographie setzen, um Volumenänderungen des Blutes in den Gefäßen zu registrieren, erfasst das Laser-Doppler-Verfahren direkt die Bewegungsgeschwindigkeit der roten Blutkörperchen.

Beide Systeme sollen den Angaben zufolge in einem gemeinsamen photonischen Schaltkreis untergebracht werden. Diese Zusammenführung auf Chipebene ermöglicht es, komplementäre Messdaten zeitgleich an derselben Hautstelle zu erheben.

Durch die Kombination beider Datensätze soll das System insbesondere die Genauigkeit bei der Berechnung von Atemfrequenz und Blutdruck spürbar erhöhen. Beide Werte gelten in der optischen Vitaldatenmessung an Handgelenk oder Ohr als methodisch anspruchsvoll, da Bewegungsartefakte und Gewebestrukturen die Resultate oft verfälschen können.

Platzsparende Bauweise für kompakte Endgeräte

Um die optischen Bauteile in kompakten Verbrauchergeräten unterzubringen, beschreibt die Patentanmeldung ein spezielles Schaltungsdesign. Die Integration erfolgt demnach über photonische Leiterplatten. Zur Einsparung von wertvollem Bauraum werden Interferenz-Photodetektoren auf der Rückseite platziert. Diese räumliche Anordnung erlaubt eine dichte Bestückung, ohne die Funktionsweise der empfindlichen optischen Signalwege zu beeinträchtigen.

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Konzipiert ist die Sensoreinheit vorrangig für die Apple Watch, bei der der Platz im Gehäuse durch Akkus, Antennen und Prozessoren stark begrenzt ist. Das Dokument verweist jedoch darauf, dass der Aufbau auch für den Einsatz in anderen Gerätekategorien infrage kommt. So könnten künftig auch Kopfhörer oder iPhones mit der laserbasierten Sensortechnik ausgestattet werden, um Vitalparameter direkt am Ohr oder über Berührungsflächen zu erfassen.

Zusätzlicher Nutzen für biometrische Sicherheitsfunktionen

Neben dem Einsatz im Bereich der Gesundheits- und Fitnessüberwachung beschreibt die Anmeldung ein weiteres Anwendungsfeld für die Erfassung des Blutflusses. Demnach lässt sich das System auch zur Lebenderkennung in biometrischen Systemen einsetzen.

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Da die Laser-Doppler-Interferometrie die reale Strömung des Blutes im Kapillarbett verifiziert, könnte die Technik als Sicherheitsprüfung dienen, um Täuschungsversuche bei Gesichtserkennungs- oder Fingerabdrucksensoren durch Attrappen, Fotos oder statische Nachbildungen zuverlässig zu unterbinden. Ob und wann die Technologie in Serienprodukten des Unternehmens debütieren wird, geht aus der Patentanmeldung nicht hervor.