Berichte deuten darauf hin, dass die Apple Watch Series 12 und die Apple Watch Ultra 4 physisch über 128 Gigabyte Speicherkapazität verfügen, obwohl Apple die Geräte offiziell mit lediglich 64 Gigabyte nutzbarem Speicher angibt und vermarktet. Das berichtete das Portal gotechtor.com. Sollte sich der Befund bestätigen, würde das bedeuten, dass Nutzer nur die Hälfte des tatsächlich verbauten Speichers zur Verfügung gestellt bekommen.
Chinesischer Entwickler will 128-GB-Chip gefunden haben
Auslöser der Berichterstattung ist die Untersuchung eines chinesischen Entwicklers, der laut dem italienischen Portal macitynet.it in den analysierten Geräten einen NAND-Speicherchip von SK Hynix mit einer physischen Kapazität von 128 Gigabyte identifiziert haben will.
Apple selbst gibt für beide Modelle weiterhin 64 Gigabyte nutzbaren Speicher an. Auch das Portal hackwarenews.com berichtete unter Berufung auf einen chinesischen Forscher von einem entsprechenden Fund, betonte jedoch, dass dieser bislang nicht unabhängig bestätigt worden sei.
Ähnlich äußerte sich blog-nouvelles-technologies.fr: Ein chinesischer Hardwareforscher gehe davon aus, dass die Geräte einen SK-Hynix-Chip mit physisch 128 Gigabyte enthalten könnten, während Nutzern offiziell nur 64 Gigabyte zur Verfügung stünden. Die Angabe sei unbestätigt und warte auf weitere Demontagen der Geräte.
Mögliche Erklärungen: Reserve für Sensoren und Speicherlebensdauer
Als mögliche Erklärung für die Diskrepanz zwischen physischer und nutzbarer Kapazität wird in mehreren Berichten eine Reserve für Systemfunktionen genannt. Laut tecnoandroid.it gelten Schreiblast durch Sensoren sowie eine längere Lebensdauer des NAND-Speichers als mögliche Gründe – bestätigt sei dies jedoch nicht.
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Auch blog-nouvelles-technologies.fr nennt eine Reserve für sogenanntes Wear-Leveling und den Verschleiß des Speicherchips als plausible, aber nicht bewiesene Erklärung. Die zusätzlichen 64 Gigabyte wären demnach für Nutzer wahrscheinlich ohnehin nicht freischaltbar.
Als Beleg für eine mögliche Notwendigkeit einer solchen Reserve führte macitynet.it den Bericht eines Entwicklers an, der für seine eigene Apple Watch Series 7 mit 32 Gigabyte Speicher über rund fünf Jahre hinweg insgesamt 5,84 Terabyte an geschriebenen Daten registriert habe – umgerechnet etwas über 3 Gigabyte pro Tag. Es handelt sich dabei ausdrücklich um einen Einzelfall ohne repräsentativen Aussagewert.
Offene Fragen zu Lieferanten und Produktionschargen
Unklar bleibt laut macitynet.it, ob alle ausgelieferten Geräte dieselbe Speicherkonfiguration aufweisen. Apple könnte je nach Produktionscharge unterschiedliche Lieferanten und Komponenten einsetzen, etwa aus Gründen der Lieferkette oder durch bewusste Überprovisionierung des NAND-Speichers. Auch dies ist bislang nicht bestätigt.
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Frühere Hinweise auf eine 128-Gigabyte-NAND-Konfiguration im Zusammenhang mit dem Chip mit der Bezeichnung T8320 stützen laut Berichten den aktuellen Verdacht, wonach die Diskrepanz kein Einzelfall, sondern eine bewusste Designentscheidung Apples sein könnte. Unabhängige Demontagen, die die kursierenden Angaben verifizieren würden, stehen bislang aus.
Apple äußert sich bislang nicht
Eine offizielle Stellungnahme von Apple zu den Berichten liegt nicht vor. Solange unabhängige Teardowns fehlen, bleibt der Befund eines physisch doppelt so großen Speichers gegenüber der offiziell nutzbaren Kapazität unbestätigt. Sollte sich die Diskrepanz durch weitere Untersuchungen erhärten, dürfte dies vor allem Fragen zur Preisgestaltung und zur Update-Fähigkeit der Geräte über den offiziellen Softwareweg aufwerfen.

