Apple Watch Series 12: Radikales Redesign und bildschirmlose Geräte geplant

Apple erwägt laut Bloomberg ein Apple-Watch-Redesign und Display-lose Fitnessgeräte. Kurzfristig stehen bei den Modellen 2026 aber nur iterative Updates an.

Berichten des Branchendienstes Bloomberg zufolge prüft Apple derzeit umfassende Änderungen an der Produktstrategie für seine Wearables. Im Fokus stehen dabei ein radikales Redesign der Apple Watch sowie die Entwicklung neuer Gerätetypen, die gänzlich ohne Bildschirm auskommen könnten. Die Überlegungen für diese Konzepte dauern laut Branchenexperten bereits etwa ein Jahr an, wobei bisher noch keine finalen Designentscheidungen getroffen wurden.

Neue Formfaktoren und technische Hürden

Die aktuellen Planungen sehen unter anderem die Prüfung runder Displays vor. Branchenanalysten bewerten die Umsetzung eines runden Formfaktors jedoch als unwahrscheinlich, da dies eine grundlegende Neuentwicklung des Betriebssystems watchOS erfordern würde, um die Benutzeroberfläche an die geänderte Geometrie anzupassen. Parallel dazu untersuche Apple die Einführung eines bildschirmlosen Fitness-Geräts. Dieses Modell soll als Reaktion auf den Erfolg von Wettbewerbern wie WHOOP oder spezialisierten Trackern von Garmin und Fitbit positioniert werden.

Interessant ist dabei die geplante Marktpositionierung: Ein solches Display-loses Modell könnte einerseits als Premium-Produkt oberhalb der bestehenden Ultra- und Hermès-Reihen angesiedelt werden, andererseits aber auch als kostengünstige Einstiegsvariante unterhalb der Apple Watch SE fungieren, die aktuell ab 249 US-Dollar erhältlich ist. Für zukünftige Gehäusevarianten, möglicherweise bereits für die Series 12 im Jahr 2026 oder 2027, ziehe der Konzern zudem die Rückkehr zu Keramik-Materialien in Erwägung, wie sie zuletzt bei der Edition Series 5 im Jahr 2019 verwendet wurden.

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Fokus auf Künstliche Intelligenz und Markttrends

Hinter den Kulissen treibe Eddy Cue, Apples Verantwortlicher für den Gesundheitsbereich, zudem eine Neuausrichtung der Health-App voran. Diese soll künftig stärker auf Künstliche Intelligenz (AI) setzen und tiefer mit einer AI-zentrierten Siri-Funktionalität verzahnt werden. Dass Apple verstärkt über bildschirmlose Konzepte nachdenke, wird auch als Reaktion auf die wachsende Beliebtheit von Smart Rings und minimalistischen Fitness-Bändern gewertet. Bezeichnend sei hierbei, dass Cue selbst privat Produkte von Mitbewerbern wie WHOOP und Oura nutze.

Die Marktforscher von IDC stützen diesen Trend mit aktuellen Prognosen für das Jahr 2026. Demnach wird für Smart Rings ein Absatz von 4,9 Millionen Einheiten erwartet, was einem Wachstum von 12,8 % im Jahresvergleich entspricht. Während der Bereich der klassischen Fitness-Armbänder (Wristbands) voraussichtlich um 6,8 % auf 40,2 Millionen Einheiten sinken wird, prognostizieren Analysten für Smart Glasses ein massives Wachstum von 41,4 % auf 13,6 Millionen Einheiten.

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Iterative Upgrades in der nahen Zukunft

Trotz der weitreichenden Zukunftsvisionen bleiben die kurzfristigen Erwartungen an die Hardware gedämpft. Die für den September 2026 erwarteten Modelle der Apple Watch Series 12 (intern unter den Codenamen N237 und N238 geführt) sowie die Ultra 4 (N240) sollen nach aktuellem Kenntnisstand lediglich iterative Verbesserungen erhalten. Dazu gehören der neue T8320-Chip (bezeichnet als „Watch8“), zusätzliche Farboptionen und punktuelle neue Gesundheitsfeatures, jedoch noch kein grundlegendes Redesign. Eine neue Generation der Apple Watch SE wird frühestens für das Jahr 2027 erwartet.

Während das Wearables-Segment branchenweit zuletzt Schwächen zeigte, konnte Apple im ersten Quartal des Jahres ein Umsatzplus von 21 % bei der Apple Watch verzeichnen. In Wachstumsmärkten wie Indien bleibt die Präsenz jedoch ausbaufähig: Bei einem dortigen Marktvolumen von 3,62 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 hält Apple einen Marktanteil von etwa 0,5 %, was einem Absatz von rund 35.000 bis 40.000 Einheiten pro Quartal entspricht. Die radikaleren Designkonzepte befinden sich derzeit noch in einer frühen Phase und dürften laut Experten mehrere Jahre von einer Marktreife entfernt sein.