Die Reparaturplattform iFixit hat am 6. Oktober 2026 ihren Teardown der neuen Apple Watch Series 12 sowie der Apple Watch Ultra 4 vorgelegt und beiden Modellen ein schlechtes Zeugnis ausgestellt.
Die Untersuchung offenbart weiterhin erhebliche Hürden bei Reparaturen in Eigenregie und wirft Fragen hinsichtlich der Einhaltung von Gesetzen zum Recht auf Reparatur auf. Beide Smartwatches erhielten auf dem Reparierbarkeitsindex von iFixit lediglich 4 von 10 Punkten.
Während die Series 12 damit immerhin einen Punkt besser abschnitt als das zuletzt bewertete Basismodell, verharrt die Ultra 4 mit 4 von 10 Punkten auf dem Niveau der drei Vorgängergenerationen. Im Branchenvergleich fällt das Ergebnis deutlich ab: Googles Pixel Watch 5 erzielte bei iFixit eine Bewertung von 9 von 10 Punkten.
Bauliche Hürden und Detailänderungen bei der Series 12
Ein zentraler Kritikpunkt der Prüfer betrifft den Akkutausch. Bei beiden Modellen muss weiterhin das verklebte Display geöffnet werden, um an die Batterie zu gelangen.
Bei der Series 12 erschweren besonders enge Displaytoleranzen das Aufhebeln des Gehäuses, was nach Einschätzung des Teardown-Teams das Risiko für Displayschäden merklich erhöht. Muss das Display tatsächlich gewechselt werden, erfordert der Vorgang zudem zwingend die Entfernung und den anschließenden Ersatz des Akkus.
Immerhin vollzog Apple beim Klebstoff einen Wandel: Die Series 12 nutzt dehnbaren Klebstoff für die Batterie, statt das Bauteil wie noch bei der Series 11 mit Hebelwerkzeugen lösen zu müssen. Zudem kommt nun ein Druck- statt eines ZIF-Displayanschlusses zum Einsatz. Bei der Akkukapazität verzeichnet die Series 12 in der 46-Millimeter-Ausführung einen Zuwachs auf 1,461 Wattstunden gegenüber 1,403 Wattstunden beim Vorgänger.
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Ultra 4 setzt auf S11 SiP und riskante Rückseitenschrauben
Sowohl die Series 12 als auch die Ultra 4 werden vom S11 SiP angetrieben. Im Gehäuse der Ultra 4 stieg die Akkukapazität auf 2,444 Wattstunden, nachdem die Ultra 3 noch 2,313 Wattstunden aufwies.
Bei dem robusteren Modell sind Sensorbauteile zwar über vier Schrauben an der Rückseite erreichbar, die Batterie lässt sich jedoch weiterhin ausschließlich nach dem Lösen des Displays austauschen. Ein Lösen der Rückseitenschrauben führt lediglich zu den Sensoren und beeinträchtigt laut iFixit überdies die Wasserdichtigkeit der Uhr.
Rechtliche Bedenken und hohe Reparaturkosten
Über die rein mechanischen Barrieren hinaus sieht iFixit auch juristische Konflikte auf Apple zukommen. Die Reparaturexperten halten das Vorgehen des Herstellers in zehn US-Bundesstaaten für nicht rechtskonform.
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Der Grund: Unabhängigen Werkstätten fehle der Zugang zu Ersatzteilen, Spezialwerkzeugen und Reparaturanleitungen. Über das hauseigene Programm für Self-Service Repair stellt Apple diese Ressourcen für die Computeruhren nicht zur Verfügung.
Die offiziellen Reparaturtarife fallen derweil kostspielig aus. Für die Apple Watch Series 12 in der Ausführung GPS + Cellular veranschlagt Apple 99 US-Dollar für einen Batteriewechsel und 599 US-Dollar für sonstige Serviceleistungen. Ein Neugerät der Series 12 aus Aluminium schlägt mit 399 US-Dollar zu Buche, womit ein offizieller Komplettservice den regulären Neupreis der Uhr deutlich übersteigt.
Mehr zum Thema bei 9to5Mac: „iFixit tears down Apple Watch Series 12 and Ultra 4, finds mixed repairability results“

