Apple Watch Series 12 und Ultra 4: Neuer Readiness-Score braucht eine Woche

Ein neuer Sensor erfasst Herzfrequenzdaten für Apples Fitnesswert; ältere Uhren bleiben außen vor, während Apple Gesundheitsfunktionen ausbaut.

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Apple positioniert die Apple Watch Series 12 und die Ultra 4 mit einem Schwerpunkt auf Herzgesundheits-Monitoring neu und führt dafür einen sogenannten Readiness-Score ein. Die Funktion soll Nutzern eine Einschätzung ihrer körperlichen Verfassung liefern und ist Teil einer breiteren Strategie, mit der Apple neue Käuferschichten für seine Wearables gewinnen will.

Neue Sensorik nur für aktuelle Modelle

Grundlage des Readiness-Scores ist ein neues Gesundheitssensorsystem, das laut Apple eine vergrößerte Elektrodenfläche, mehr Elektroden und ein verbessertes Photodioden-Array besitzt. Die Herzfrequenz wird dadurch alle fünf Sekunden gemessen – auch im Hintergrund und während Bewegung, ohne dass dies nach Angaben von Apple die Akkulaufzeit spürbar verringert.

Da diese Hardware fest verbaut ist, bleibt der Readiness-Score ausschließlich der Apple Watch Ultra 4 und der Series 12 vorbehalten und lässt sich nicht per Software-Update auf ältere Modelle nachrüsten.

Für die Berechnung des Scores ist zudem eine Woche Datenerfassung notwendig. In frühen Tests, etwa bei spider-mac.com, stand die Funktion deshalb noch nicht zur Verfügung.

Auch in Nutzerdiskussionen im MacRumors-Forum, die am 26. September 2026 dokumentiert wurden, berichteten Anwender von uneinheitlichen Werten: Ein Nutzer verzeichnete einen Schlafscore von 95 bei einem Readiness-Wert von 7, der später auf 6 sank, andere meldeten einen Wert von 4 nach einem Tag beziehungsweise 8 vor einem Lauf über drei Meilen.

Teils traten auch Anzeigefehler zwischen unterschiedlichen Watch- und iPhone-Kombinationen auf, in einem Fall offenbar ausgelöst durch den Wechsel der Zifferblatt-Komplikation. Diese Berichte sind persönliche Erfahrungswerte einzelner Nutzer, keine systematischen Messreihen.

Hardware und Ausdauer der Ultra 4

Die Apple Watch Ultra 4 wurde am 18. September 2026 veröffentlicht. Sie behält das 49-Millimeter-Titangehäuse sowie das LTPO3-OLED-Display der Vorgängergeneration, neu sind der S11-Chip mit einer vierkernigen Neural Engine sowie der W3-Funkchip.

Apple gibt für die Ultra 4 bis zu 50 Stunden normale Nutzungsdauer, 84 Stunden im Stromsparmodus und 18 Stunden im Outdoor-Trainingsmodus an; das Laden auf 80 Prozent soll etwa 45 Minuten dauern.

Im Test von spider-mac.com blieben nach einer Stunde Schwimmtraining noch 81 Prozent Akku übrig, geladen wurde im Testzeitraum etwa alle drei Tage. Der Preis lag dort bei 909 Euro bei Amazon.

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Ein Test von GIGAZINE, veröffentlicht am 27. September 2026, ermittelte nach 24 Stunden Nutzung einen Akkurückgang von rund 30 Prozent, nach zwei Tagen ab voller Ladung waren noch 45 Prozent verfügbar. Mit einem 20-Watt-USB-C-Netzteil dauerte das Laden von 0 auf 100 Prozent etwa eine Stunde und 45 Minuten.

Die Hintergrund-Herzfrequenzmessung erfolgt laut GIGAZINE 60-mal häufiger als bei der Ultra 3, die HRV-Messung 24-mal häufiger. Beim Vergleich mit der Series 3 zeigten sich keine großen Messunterschiede; Training und Routen wurden auch ohne gekoppeltes iPhone aufgezeichnet. In Japan liegt der Preis laut GIGAZINE bei ab 142.800 Yen inklusive Steuer.

Funktionen wie Live Rewind und Siri Recap standen zum Testzeitpunkt noch nicht zur Verfügung, sollen laut Apple aber im späteren Verlauf des Jahres 2026 folgen.

Indien als Werbe- und Wachstumsmarkt

Apple bewirbt die Herzgesundheitsfunktionen von Series 12 und Ultra 4 gezielt in Indien und arbeitet dort mit Ärzten in Delhi an unterstützten Studien mit indischen Nutzern. Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der der indische Smartwatch-Markt laut IDC im Zeitraum April bis Juni 2026 gegenüber dem Vorjahr um 4 Prozent auf 6,4 Millionen Einheiten schrumpfte.

Im Segment der sogenannten Advanced Smartwatches stiegen die Auslieferungen laut IDC hingegen um 94,8 Prozent, wodurch deren Marktanteil von 2,2 auf 4,5 Prozent kletterte. IDC nannte Apple, Samsung und Garmin als führende Anbieter in diesem Segment, veröffentlichte jedoch keinen individuellen Marktanteil für Apple.

Alternativen für ältere Modelle

Wer eine ältere Apple Watch besitzt und dennoch ein Readiness-ähnliches Feature nutzen möchte, kann laut stuff.tv auf Drittanbieter-Apps zurückgreifen: Bevel berechnet einen Recovery-Wert aus HRV und Ruhepuls und bietet Grundfunktionen kostenlos an, ein KI-Coach ist optional kostenpflichtig.

Training Today ermittelt einen sogenannten RTT-Wert aus HRV unter Berücksichtigung etwa eines Schlafdefizits, für Trendanalysen ist ein Abonnement nötig. Athlytic berechnet Recovery aus HRV, Ruhepuls, Schlaf und Training, ist kostenpflichtig, bietet aber einen einwöchigen Test an. Die App Incredible: Readiness & HRV liefert einen Score von 0 bis 100.

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Health-App und mögliches Zusatzgerät

Parallel zur neuen Sensorik überarbeitet Apple die Health-App, derzeit verfügbar in der öffentlichen iOS-27.2-Beta, mit stabiler Veröffentlichung für Oktober 2026 erwartet.

Neu sind die Tabs Insights, das Gesundheitstrends bündelt, sowie Longevity, das mit Apple Intelligence verknüpfte Langzeitmuster in sieben Bereichen zeigt: Hören, Schlaf, Stoffwechsel, Herz, Bewegung, Ernährung und psychisches Wohlbefinden. Über ein Setup lässt sich zudem ein sogenanntes Health Age einrichten, während Schlaftracking per Apple Watch HRV- und Sleep-Score-Daten ergänzen kann.

Darüber hinaus soll Apple laut einem Bericht von appleinsider.com vom 27. September 2026 einen bildschirmlosen, Whoop-ähnlichen Gesundheitstracker prüfen – nach Einschätzung des Autors bislang ein Gerücht. Laut einem Bericht von archyde.com entwickelt Apple demnach einen Prototyp mit schmalem Stoffarmband, eigenem Prozessor und Sensoren für Muskelbelastung, Schlaf, Stress und Erholung.

An dem Projekt sollen Tim Cook, Eddy Cue und John Ternus beteiligt sein, eine Markteinführung sei jedoch nicht vor 2028 zu erwarten, das Vorhaben gilt als explorativ und eine Verkaufsentscheidung steht noch aus. Whoop wird in diesem Zusammenhang mit einer Bewertung von rund 10 Milliarden US-Dollar angegeben, während Oura laut demselben Bericht einen Börsengang anstrebt.

Medizinische Einordnung

Kardiologische Fachleute weisen laut einem Bericht von hindustantimes.com vom 27. September 2026 darauf hin, dass Smartwatches Herzfrequenz und Rhythmus überwachen und manche Modelle Vorhofflimmern oder ungewöhnlich schnelle beziehungsweise langsame Herzschläge erkennen können.

PPG-Sensoren schätzen den Puls anhand von Blutflussänderungen, einige Uhren zeichnen zusätzlich ein ECG auf. Fehlalarme und übersehene Auffälligkeiten seien jedoch möglich, etwa durch Bewegung oder schlechten Sensorkontakt.

Die Geräte könnten weder einen Herzinfarkt diagnostizieren noch ein klinisches ECG oder eine ärztliche Untersuchung ersetzen. Bei wiederholten Warnungen oder Beschwerden wie Herzrasen, Atemnot oder Schwindel raten die Fachleute zu einer ärztlichen Abklärung, bei Brustschmerzen solle umgehend medizinische Hilfe gesucht werden.