Im September 2026 stellte Apple die Apple Watch Series 12 und die Apple Watch Ultra 4 vor. Bei beiden Modellen setzt das Unternehmen verstärkt auf Hardware-Effizienz statt auf deutlich vergrößerte Energiespeicher.
Herzstück der Neuerung ist ein überarbeiteter Herzsensor, der rund um die Uhr etwa alle 5 Sekunden misst. Laut Apple geschieht dies 60-mal häufiger als bei den Vormodellen, während die Herzfrequenzvariabilität 24-mal so oft erfasst wird.
Geänderte Sensorarchitektur und maschinelles Lernen
Steve Waydo aus dem Bereich Apple Health Sensing erläuterte, dass die Fünf-Sekunden-Messung der Herzfrequenz bei spürbar geringerem Stromverbrauch realisiert wurde. Ansätze des maschinellen Lernens, die aus den Sensoren der AirPods übernommen wurden, reduzieren den Energiebedarf der Algorithmen.
Den Hardware-Aufbau beschrieb Eugene Kim, Vice President Hardware Engineering bei Apple: Der Sensor nutzt vier grüne Leuchtdioden für Messungen bei Tag und während Trainings sowie vier Rot- und Infrarot-Dioden für Ruhephasen und Schlaf. Die rote Komponente dient der Blutsauerstoffmessung. Umgeben werden diese Lichtquellen von acht trapezförmigen Photodioden, die in einem Ring angeordnet sind.
Ein neues Zirkonia-Gehäuse, gefertigt im Doppel-Spritzgussverfahren unter Hochdruck und Hitze sowie anschließend poliert, isoliert das Licht der Dioden von den Empfängern. Apple lässt die Hintergrundmessung nun ganztägig über das grüne Licht laufen.
Zeichnet sich ein unzuverlässiges Signal ab, speichert die Uhr bewusst keinen Wert. Eine Apple-Studie bescheinigt dem System die genaueste Herzfrequenz aller Wearables im Vergleich zu Modellen wie Garmin Forerunner 970, Pixel Watch 4, Huawei Watch 5, Galaxy Watch 8, Whoop 5 und Oura Ring 5.
Autonomie und technische Ausstattung der Apple Watch Ultra 4
Bei der Apple Watch Ultra 4 liegt die Autonomie nach Herstellerangaben bei 50 Stunden im Normalbetrieb und bis zu 84 Stunden bei aktiviertem Energiesparen. Gegenüber der ersten Modellgeneration aus dem Jahr 2022 bedeutet dies ein Plus von 39 Prozent, im Vergleich zur Ultra 3 ein Zuwachs von 19 Prozent.
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Unter speziellen Trainingsbedingungen („Extended Workout“) mit Positionsbestimmung und Pulsmessung hält das Gerät bis zu 25 Stunden durch, im maximalen Trainingssparmodus bis zu 45 Stunden. Eine 15-minütige Schnellladung genügt für bis zu 18 Stunden Normalbetrieb.
Ausgestattet ist das Spitzenmodell mit einem S11-Chip, der mit dem A20 Pro verwandt ist, 4 GB Arbeitsspeicher, 50 Prozent mehr Cache und einem LTPO3-Display.
Das Sensorpaket liefert neben EKG, Atemüberwachung und Warnungen bei Vorhofflimmern auch Hinweise auf erhöhten Blutdruck sowie einen neuen Kapazitätsscore. Ein Praxistest ergab bei täglichen einstündigen Trainingseinheiten eine Laufzeit von 3 Tagen sowie 4 bis 5 Tage in Energiesparmodi.
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Teardown und rechtliche Vorgaben
Ein Teardown von iFixit ergab bei der Apple Watch Ultra 4 eine unveränderte Reparierbarkeitsbewertung von 4 von 10 Punkten. Die Batteriekapazität stieg geringfügig auf 2,444 Wattstunden nach 2,313 Wattstunden bei der Ultra 3. Die Series 12 erhielt eine neue Akku-Zuglasche und verbesserte sich um einen Punkt im Index. Ein Batterietausch kostet bei Apple in Deutschland 109 Euro, sonstige Schäden am Aluminiummodell mit Mobilfunk 428,99 Euro.
Zudem wirft iFixit dem Hersteller vor, in zehn US-Bundesstaaten gegen Gesetze zum Recht auf Reparatur zu verstoßen, da keine Ersatzteile und Anleitungen für die Selbstreparatur der Uhr bereitgestellt werden.
Apple vertrat gegenüber der Generalstaatsanwaltschaft in Minnesota die Ansicht, bestehende Vorgaben zu erfüllen. In den Sicherheitshinweisen bezeichnet Apple die Uhr nicht als Medizinprodukt; die US-Behörde FDA stuft sie als universell einsetzbare Computerplattform ein.

