Die am 18. September gestartete Apple Watch Ultra 4 unterstützt die Satellitennavigationssysteme GPS, Galileo, QZSS und BeiDou – nicht jedoch GLONASS, das russische Gegenstück zu GPS. Das berichtete bgr.com. Damit bricht Apple mit einer Unterstützung, die seit dem iPhone 4S Bestandteil vieler Apple-Geräte war.
Technische Gründe für den Wegfall
Als Ursache für das fehlende GLONASS nannte MacRumors laut bgr.com zwei technische Faktoren: Zum einen mache das in der Ultra 4 verwendete Dual-Frequency-GPS die GLONASS-L1-Frequenz unbrauchbar.
Zum anderen verursache die FDMA-Architektur von GLONASS, bei der jeder Satellit auf einer eigenen Frequenz sendet, Timing-Fehler im Zusammenspiel mit dem neuen GPS-System. GLONASS wurde laut demselben Bericht bereits 1982 mit dem ersten Satelliten gestartet und umfasst 24 Satelliten.
GLONASS spielte historisch auch aus wirtschaftlichen Gründen eine Rolle für Gerätehersteller: Russland führte 2010 einen Importzoll von 25 Prozent auf reine GPS-Geräte ein, während Geräte mit GLONASS-Unterstützung davon ausgenommen blieben. Apple verkauft aktuell keine Produkte in Russland, was die Streichung der Unterstützung aus kommerzieller Sicht weniger folgenreich erscheinen lässt als früher.
Weitere Funktionsänderungen bei Ultra 4 und Series 12
Die fehlende GLONASS-Unterstützung ist nicht die einzige Einschränkung, die neue Nutzer der Ultra 4 und der parallel gestarteten Apple Watch Series 12 betrifft. Laut 9to5mac.com unterstützen beide Modelle den Handwashing-Timer nicht mehr, jene Funktion zur Erkennung des Händewaschens mit 20-Sekunden-Countdown, die seit watchOS 7 im Jahr 2020 verfügbar war.
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Die Funktion bleibt in watchOS 27 und in Apple Health unter iOS 27.2 grundsätzlich bestehen und läuft weiterhin auf der Apple Watch Series 11 sowie der Apple Watch Ultra 3. Ein Schalter zur nachträglichen Aktivierung auf den neuen Modellen existiert laut lavx.hu nicht.
Der Grund für den Wegfall ist unklar. Thedailytechfeed.com nannte als mögliche Erklärungen ein Design-Limit, eine Hardware-Einschränkung oder eine bewusste Streichung der Funktion – Apple selbst äußerte sich dazu nicht. 9to5mac.com verwies zudem auf die neue S11-Chip-Generation mit Audio-Intelligence-Funktionen wie Siri Recap und Live Rewind als möglichen Kontext für Änderungen an der Sensorik und Softwarearchitektur.
Eine weitere Einschränkung betrifft die neue native Schrittzähler-Komplikation für das Watchface, die laut ithinkdiff.com exklusiv der Series 12 und der Ultra 4 vorbehalten ist. Ältere Modelle können Schritte weiterhin aufzeichnen, jedoch nicht als native Komplikation auf dem Ziffernblatt anzeigen. Drittanbieter-Lösungen bleiben für diese Geräte weiterhin nutzbar.
Verzögerte Auswertungen beim Readiness-Score
Auch bei der neuen Readiness-Score-Funktion, die einen Wert zwischen 0 und 10 nach sieben Nächten mit Herzratenvariabilitäts-Daten liefert, gibt es laut einem Bericht von macobserver.com vom 19. September Anlaufschwierigkeiten.
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Ein Test von DC Rainmaker zeigte, dass die Ultra 4 den Score erst rund zwei Stunden nach einem Intervalltraining über 8 mal 600 Meter anzeigte, während die Series 12 den Schlaf-Score erst vier Stunden nach dem Aufwachen auf der Uhr darstellte.
Für den ersten Readiness-Score sind laut dem Bericht mindestens sieben Nächte mit HRV-Daten bei jeweils mindestens vier Stunden Schlaf erforderlich. Apple erklärte laut dem zitierten Tester, man arbeite an entsprechenden Korrekturen, ohne einen konkreten Termin für ein Software-Update zu nennen.

