Betroffen sind Käufer der iPhone-Modelle 15 Pro und 16 in den USA. Offiziell bestreitet der Konzern die Vorwürfe weiterhin.
Vergleich wegen überzogener KI-Versprechen
Die Sammelklage warf Apple vor, „Apple Intelligence“ – besonders die verbesserte Siri-version – als zentrales Kaufargument beworben zu haben. Zum Zeitpunkt der Markteinführung standen die versprochenen Funktionen aber nicht oder nur unzureichend zur Verfügung.
Apple-Fachchinesisch macht Ihnen das Leben schwer? Dieses Gratis-Lexikon erklärt die 53 wichtigsten iPhone-Begriffe in einfachen Worten – inklusive Aussprachehilfen. 53 iPhone-Begriffe jetzt kostenlos verstehen
Anspruchsberechtigt sind US-Kunden, die zwischen dem 10. Juni 2024 und dem 29. März 2025 ein iPhone 16 oder iPhone 15 Pro kauften. Die Entschädigung pro Gerät liegt voraussichtlich zwischen 25 und 95 Dollar.
Der Fall zeigt: Die wachsende Skepsis von Verbraucherschützern gegenüber KI-Marketingversprechen bekommt handfeste juristische Folgen. Oft bleibt die technische Umsetzung hinter den Erwartungen zurück, die Werbekampagnen wecken.
iOS 27 öffnet sich für fremde KI-Modelle
Während Apple juristische Altlasten bereinigt, zeichnet sich ein Strategiewechsel ab. Für die im Herbst 2026 erwarteten Versionen iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 plant der Konzern eine Öffnung seiner KI-Infrastruktur.
Nutzer sollen künftig externe KI-Modelle für Text- und Bildgenerierung auswählen können. Interne Tests mit Modellen von Google und Anthropic laufen bereits. Das Feature namens „Extensions“ könnte Claude oder Gemini als Standard für bestimmte Aufgaben innerhalb von Apple Intelligence festlegen.
Sogar unterschiedliche Stimmen für Siri aus verschiedenen KI-Quellen werde geprüft. Ein spezieller Bereich im App Store soll kompatible Anwendungen kennzeichnen. Apple setzt damit auf ein modulares Ökosystem, statt den KI-Wettbewerb ausschließlich mit eigenen Mitteln zu führen.
Bereits in der kommenden Woche erscheint iOS 26.5. Es bringt die Beta einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für RCS-Chats zwischen iPhone und Android – eine Reaktion auf langjährige Sicherheitsforderungen.
Bedrohungslage verschärft sich
Google hat am 5. Mai sein monatliches Android-Update veröffentlicht. Es schließt eine kritische Lücke in der Komponente „adbd“ (CVE-2026-0073), die Remote-Code-Ausführung ohne Benutzerinteraktion ermöglichte. Die maximale Bug-Bounty-Belohnung für Zero-Click-Exploits hob Google auf 1,5 Millionen Dollar an.
Sicherheitsforscher warnen zudem vor neuen Malware-Stämmen. Cisco Talos berichtet über den „CloudZ“-Trojaner, der das Windows-Tool „Phone Link“ missbraucht. Über ein Plugin namens „Pheno“ greift die Schadsoftware auf verbundene Smartphones zu und stiehlt Anmeldedaten sowie Einmalpasswörter.
Millionen Android-Nutzer sind täglich Hackern schutzlos ausgeliefert – ohne es zu wissen. Ein veraltetes Smartphone ist wie eine offene Haustür für Cyberkriminelle. Dieser kostenlose Report zeigt, wie Sie sich schützen. 5 einfache Schritte zur Smartphone-Sicherheit entdecken
Ein weiteres Beispiel: Die nordkoreanische Gruppe ScarCruft (APT37) hat laut ESET eine Gaming-Plattform kompromittiert, um die „BirdCall“-Spyware zu verbreiten. Die Malware stiehlt Kontakte, SMS, Anruflisten sowie Audioaufnahmen und Screenshots.
Regulierungsbehörden reagieren
Die US-Fernmeldebehörde FCC hat strengere „Know Your Customer“-Regeln vorgeschlagen. Anbieter sollen künftig die Identität ihrer Kunden per Ausweis und Adressnachweis prüfen, bevor Dienste aktiviert werden – ein Schlag gegen die Flut an Spam-Anrufen.
Der britische Anbieter EE hat seinen „Scam Guard“ aktualisiert. Die KI filtert E-Mails, SMS und Webinhalte in Echtzeit und blockierte bereits 169 Millionen Betrugsversuche. In Malaysia blockiert Google „Play Protect“ nun die Installation von Apps aus unbekannten Quellen, wenn diese sensible Berechtigungen für SMS-Zugriff anfordern.
Ein wachsendes Problem ist „Ghost Tapping“ – digitaler Taschendiebstahl per NFC. Die Vorfälle stiegen im letzten Jahr um rund 150 Prozent. Experten raten zu signalblockierenden Hüllen und aktivierten Transaktionsbenachrichtigungen.
Was das für Verbraucher bedeutet
Der Apple-Vergleich zeigt die ökonomischen Risiken des KI-Hypes. Unternehmen stehen unter Druck, technologische Durchbrüche zu versprechen. Bleibt die Software hinter der Marketing-Vision zurück, drohen Reputationsverluste und massive finanzielle Belastungen.
Die Öffnung von iOS für Drittanbieter-KI ist ein strategisches Eingeständnis: Selbst ein Billionen-Dollar-Konzern kann die Entwicklung leistungsfähiger KI-Modelle nicht in jeder Nische dominieren. Apple wird zum Plattform-Aggregator für verschiedene KI-Dienste.
Für US-Kunden beginnt nun der Prozess der Anspruchstellung. Die Branche blickt auf die Worldwide Developers Conference (WWDC), wo weitere Details zu den KI-Erweiterungen von iOS 27 erwartet werden. Verbraucher sollten in den kommenden Monaten verstärkt auf offizielle System-Updates achten – und bei unaufgeforderten Kontaktaufnahmen durch angebliche Behörden skeptisch bleiben.

