Der Wettlauf um menschenähnliche Roboter in der Arbeitswelt nimmt an Fahrt auf. Das US-Unternehmen Apptronik erhält eine halbe Milliarde Euro, um seinen humanoiden Roboter Apollo in Serie zu bringen. Hinter der Finanzspritze stehen Industriegiganten wie Mercedes-Benz und John Deere.
Die 520 Millionen US-Dollar (rund 480 Millionen Euro) sind Teil einer erweiterten Serie-A-Finanzierungsrunde. Sie treibt das gesamte eingesammelte Kapital des Unternehmens auf fast eine Milliarde Euro. Neben langjährigen Investoren wie Google und Mercedes-Benz beteiligen sich neue strategische Partner: der Telekom-Riese AT&T, der Landmaschinenhersteller John Deere und der katarische Staatsfonds QIA.
Ein Milliarden-Vertrauensbeweis für kooperative Roboter
Die Höhe der Bewertung spricht Bände: Apptronik konnte die Finanzierung zu einem dreimal höheren Unternehmenswert abschließen als bei der ersten Serie-A-Runde. Das ist ein klares Signal der Märkte. Investoren glauben, dass humanoide Roboter den Sprung aus dem Labor in die reale Arbeitswelt schaffen.
„Diese Investition ist mehr als nur Kapital. Sie ist eine Bestätigung unserer Vision, Roboter zu schaffen, die den Menschen ergänzen, nicht ersetzen“, so die Firmenphilosophie. Apollo soll physisch anstrengende oder monotone Aufgaben übernehmen – und das sicher neben menschlichen Kollegen. Gerade Branchen mit akutem Fachkräftemangel wie die Logistik oder Fertigung haben großes Interesse.
Apollo geht in die Serienproduktion
Im Mittelpunkt steht der Roboter Apollo. Mit einer Größe von 1,73 Metern und 73 Kilogramm Gewicht ist er für menschengemachte Umgebungen konzipiert. Er kann 25 Kilogramm heben und ist mit seinem wechselbaren Akku vier Stunden im Einsatz. Ideal also für Montagehallen und Lager.
Das frische Kapital fließt direkt in die Hochskalierung der Produktion. Apptronik will seine Pilotprojekte ausweiten, darunter bestehende Partnerschaften mit Mercedes-Benz und dem Logistiker GXO. Ein Teil des Geldes ist für hochmoderne Trainingszentren reserviert. Hier sammeln die Roboter Daten, um ihre KI stetig zu verbessern. Der Fokus liegt zunächst auf Industrie und Logistik, langfristig sind auch Einsätze im Einzelhandel oder der Pflege denkbar.
Der harte Wettbewerb um die beste KI
Apptroniks Ankündigung fällt in eine Phase hektischer Aktivität in der gesamten Branche. Der Wettbewerb verschärft sich, treibt die Innovation voran und zwingt die Unternehmen zu klaren Partnerschaften.
Ein entscheidender Trumpf von Apptronik ist die Zusammenarbeit mit Google DeepMind. Das KI-Forschungsunternehmen liefert nächste Generationen von KI-Modellen wie Gemini für Apollo. Es geht darum, die reasoning-Fähigkeiten großer Sprachmodelle mit einem geschickten Roboter-Körper zu vereinen – Stichwort „embodied AI“. Andere Konkurrenten verfolgen ähnliche Ziele: Boston Dynamics testet seinen Atlas-Roboter bei Hyundai, und Tesla arbeitet weiter an Optimus für die eigenen Fabriken.
Was bedeutet das für den Arbeitsmarkt?
Die milliardenschwere Finanzierung markiert eine Zeitenwende. Humanoide Roboter gelten nicht länger als Science-Fiction, sondern als greifbare Lösung für wirtschaftliche Probleme. Der Mangel an Arbeitskräften und ineffiziente Lieferketten treiben die Nachfrage.
Wer jetzt humanoide Roboter in Fertigung und Logistik plant, sollte auch die rechtlichen Pflichten für seine Beschäftigten im Blick behalten. Seit der BAG‑Entscheidung droht ab 2025 die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung – das kann bei fehlender Umsetzung Bußgelder nach sich ziehen. Ein kostenloses E‑Book erklärt Schritt für Schritt, wie Sie die Arbeitszeiterfassung rechtssicher und schnell einführen und enthält einsatzbereite Vorlagen für Stundenzettel und Pausenregelungen. Arbeitszeiterfassung in 10 Minuten rechtssicher umsetzen – kostenlosen Leitfaden herunterladen
Die Fusion von hochentwickelter Hardware und leistungsstarker KI macht den Unterschied. Roboter können durch Beobachtung lernen, sich neuen Aufgaben anpassen und in unstrukturierten Umgebungen agieren. Sie brechen damit aus dem starren Programm traditioneller Industrieroboter aus.
Für Apptronik geht es nun darum, die gemachte Ansage mit Leben zu füllen. Noch 2026 will das Unternehmen eine neue, leistungsfähigere Robotergeneration vorstellen. Die Frage lautet nicht mehr, ob humanoide Roboter in die Belegschaften einziehen, sondern wie schnell und in welchen Jobs sie ihren Beitrag leisten werden. Das Rennen um die Antwort darauf ist nun eröffnet.





