AR-Brillen boomen: Auslieferungen explodieren um 154 Prozent

Intelligente Brillen verzeichnen starkes Wachstum, während VR-Headsets an Bedeutung verlieren. Meta und Snap setzen auf unterschiedliche Preisstrategien.

Neue Daten und Produkteinführungen von Meta und Snap zeigen einen klaren Trend: Die Zukunft gehört der Augmented Reality (AR).

AR-Boom bei sinkenden VR-Zahlen

Die aktuellen Marktzahlen sprechen eine deutliche Sprache. Laut dem Analysehaus Omdia soll der Gesamtmarkt für nah am Auge getragene Displays 2026 einen Umsatz von 675 Millionen Euro erreichen – ein Plus von zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Treiber dieses Wachstums ist jedoch eindeutig die AR-Technologie.

Die Auslieferungen von AR-Displays werden 2026 voraussichtlich um 154 Prozent explodieren. Bei VR-Displays sieht die Lage anders aus: Hier rechnen die Experten mit einem Rückgang um vier Prozent auf rund 10,5 Millionen Einheiten. Daten von Counterpoint für das erste Quartal 2026 untermauern diesen Trend: Weltweit stiegen die Auslieferungen intelligenter Brillen um 83 Prozent. Brillen ohne Display legten um 210 Prozent zu, AR-Brillen um 136 Prozent. VR-Headsets hingegen brachen um 17 Prozent ein.

Die USA haben sich dabei zum größten Markt entwickelt – insbesondere für KI-gestützte Brillen ohne Display.

Meta und Snap: Zwei völlig unterschiedliche Strategien

Zwei Tech-Giganten haben Ende Juni 2026 neue Hardware vorgestellt, die gegensätzlicher kaum sein könnte. Meta brachte am 23. Juni seine KI-Smart-Brille auf den Markt. Der Preis: 299 Euro. Entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Brillenkonzern EssilorLuxottica, bietet das Gerät freihändige Foto- und Videoaufnahmen, Live-Übersetzung und integrierte Meta-KI. Mit einem Marktanteil von 69,2 Prozent im brillenlosen Segment dominiert Meta diesen Bereich bereits – und will ihn mit 26 verschiedenen, rezeptkompatiblen Gestellen weiter ausbauen.

Ganz anders Snap: Das Unternehmen stellte am 16. Juni seine Specs-AR-Brille vor. Der Preis von 2.195 Euro macht sie zu einem High-End-Werkzeug für die 450.000 Lens-Studio-Entwickler – nicht für die breite Masse. Snap-CEO Evan Spiegel spricht von einer neuen Computer-Kategorie. Die Brille verfügt über ein durchsichtiges Waveguide-Display mit einem 51-Grad-Sichtfeld und wird von zwei Snapdragon-Prozessoren angetrieben. Ausgeliefert werden soll sie ab Herbst 2026 in den USA, Großbritannien und Frankreich.

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Samsung, Google und XREAL mischen mit

Die Konkurrenz schläft nicht. Auf der Google I/O präsentierten Samsung und Google ihre kommende Galaxy-Glasses. Angetrieben von Android XR und Gemini KI, sollen sie im Herbst 2026 für 379 bis 499 Euro auf den Markt kommen. Analysten von Smart Analytics Global trauen der Partnerschaft einen Marktanteil von 18 Prozent zu – das wären rund zwei Millionen verkaufte Einheiten bis Jahresende.

Auch XREAL bereitet sich vor: Die Aura-AR-Brille kommt ebenfalls im Herbst 2026. Der Basispreis liegt bei 1.500 Euro. Das Besondere: ein Split-Compute-Modell, bei dem die Brille mit einer separaten Snapdragon-Reality-Elite-Recheneinheit verbunden wird. Mit einem 70-Grad-Sichtfeld und 6DoF-Tracking zielt XREAL auf Vielreisende und Technik-Enthusiasten.

Technischer Wandel und neue Marktführer

Hinter den Kulissen verändert sich auch die Technologie. Counterpoint zufolge dominieren derzeit noch „Birdbath“- und Flachprisma-Optiken mit 58 Prozent des AR-Marktes – angeführt von Marken wie RayNeo und VITURE. Doch die Waveguide-Technologie holt auf und kommt bereits auf 42 Prozent der Auslieferungen. VITURE verzeichnete im ersten Quartal 2026 ein Wachstum von 281 Prozent und sicherte sich 34 Prozent seines Segments.

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Meta führt das KI-Brillen-Segment mit 81 Prozent Marktanteil klar an. Doch der Eintritt von Apple in den Brillenmarkt wird für Ende 2026 oder Anfang 2027 erwartet. Berichten zufolge hat Apple die Entwicklung seiner Vision-Pro-Linie pausiert und konzentriert sich stattdessen auf leichtere, tragbare Brillen – ein klares Zeichen, wohin die Reise geht.