Die Arbeitslosenversicherungsbehörde des US-Bundesstaates Michigan (UIA) hat eine dringende Warnung vor einer neuen Betrugsmasche herausgegeben. Kriminelle geben sich dabei als Mitarbeiter der Behörde aus, um Arbeitslose um ihr Geld zu bringen. Diese aktuelle Entwicklung reiht sich ein in eine Serie von Ermittlungserfolgen und Warnmeldungen im Bereich des Finanz- und Leistungsbetrugs.
Betrugsmasche mit angeblichen Bonuszahlungen
Nach Angaben der Michigan UIA erhalten Bürger derzeit vermehrt betrügerische Anrufe, in denen die Auszahlung von Arbeitslosengeld in Höhe von 4.000 US-Dollar versprochen wird. Die Täter knüpfen den Erhalt dieser Summe jedoch an die vorherige Zahlung einer Gebühr von 105 US-Dollar.
Die Behörde stellte klar, dass die legitime UIA niemals Gebühren für die Auszahlung von Leistungen verlangt. Betroffene werden aufgefordert, solche Anrufe kritisch zu hinterfragen. Zur Verifizierung von Behördenkontakten hat die UIA eine offizielle Telefonnummer (866-500-0017) bereitgestellt.
Hohe Haftstrafen für Drahtbetrug und Identitätsdiebstahl
Parallel zu den Warnungen in Michigan vermelden US-Behörden signifikante Urteile gegen Akteure in ähnlichen Betrugsfeldern. Olusegun Adejorin wurde von einem Bundesgericht zu einer Haftstrafe von acht Jahren beziehungsweise 96 Monaten verurteilt. Dem 32-jährigen Mann wurden Drahtbetrug, erschwerter Identitätsdiebstahl und unbefugter Zugriff auf Computersysteme vorgeworfen.
Zwischen Juni und August 2020 hatte Adejorin ein Schema betrieben, durch das mehr als 7,5 Millionen US-Dollar von zwei Wohltätigkeitsorganisationen in Maryland und New York mittels Business-E-Mail-Compromise (BEC) entwendet wurden. Der Verurteilte war im Jahr 2024 aus Ghana ausgeliefert worden. Das Urteil wurde von Richter Theodore Chuang verkündet.
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In einem weiteren Fall wurde Oluwasegun Baiyewu zu 95 Monaten Haft verurteilt. Er war an der Geldwäsche von insgesamt 3,1 Millionen US-Dollar beteiligt, die aus Liebesbetrug, Geschäfts-E-Mail-Betrug und Betrügereien im Zusammenhang mit Pandemie-Arbeitslosenhilfe stammten. Die Taten ereigneten sich zwischen Mai 2020 und Oktober 2021, wobei unter anderem nach Nigeria exportierte Fahrzeuge genutzt wurden.
Missbrauch von Sozialleistungen und Fördermitteln
Auch der Betrug mit Pandemie-Hilfen und Sozialprogrammen bleibt im Fokus der Justiz. Kenneth C. Sparks III wurde in 20 Anklagepunkten schuldig gesprochen. Er soll 1,2 Millionen US-Dollar an COVID-19-Darlehen sowie 685.000 US-Dollar an Auto- und Privatkrediten betrügerisch erlangt haben. Dabei nutzte der 56-Jährige Informationen von Mitgliedern seiner Kirchengemeinde. Seine Urteilsverkündung ist für Anfang Dezember angesetzt.
Im Bereich des sogenannten SNAP-Betrugs (Ernährungshilfe) wurde Joseph Dobie zu einer 36-monatigen Haftstrafe verurteilt. Er hatte Identitäten gestohlen, um Leistungen im Wert von 36.373,16 US-Dollar in den Bundesstaaten Maine und New York zu beziehen.
In Oklahoma meldeten die dortigen Sozialbehörden zudem die Aufdeckung eines Betrugsfalls in Höhe von 150.000 US-Dollar. Bei einer Razzia Mitte August wurden Haftbefehle gegen 12 Personen in mehreren Bezirken vollstreckt.
Neue Gefahren durch KI-gestützte Methoden
Behörden und Organisationen weltweit warnen zudem vor einer zunehmenden Professionalisierung der Täter. Die US-Handelsbehörde FTC sowie Finanzexperten in New York wiesen auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bei Anlagebetrugsmaschen hin.
Die FTC bezifferte die Verluste durch Anlagebetrug für das Jahr 2025 auf 7,9 Milliarden US-Dollar, während das FBI IC3 sogar von 8,6 Milliarden US-Dollar ausgeht. Der mittlere Verlust pro Opfer liege bei 10.560 US-Dollar.
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Besonders perfide sind laut Berichten der Latin Times KI-Deepfake-Betrugsmaschen, die auf Überweisungen nach Lateinamerika abzielen. Hierbei stiegen digitale Identitätsdiebstähle in den Jahren 2024 bis 2026 um 84 Prozent an. Allein bei Opfern über 60 Jahren verzeichnete das FBI im Jahr 2025 Verluste in Höhe von 350 Millionen US-Dollar durch KI-bezogenen Betrug.
Zusätzlich warnten die FTC Veteranen vor gefälschten Postkarten eines angeblichen „Veterans Savings Program“ und die West Mercia Police vor Kurierbetrug, bei dem sich Täter als Polizeibeamte ausgeben.
Auch die indische EPFO mahnte ihre Mitglieder zur Vorsicht bei gefälschten Nachrichten, die auf Rentenkonten abzielen. Experten raten dazu, niemals sensible Daten wie Passwörter, Bankverbindungen oder Einmalpasswörter (OTP) über unsichere Kanäle preiszugeben.

