Der US-Netzwerkausrüster Arista Networks hat ein offenes Ethernet-Rack-Scale-Portfolio für Scale-Up- und Scale-Out-Netzwerke in der künstlichen Intelligenz angekündigt.
Die Entwicklung entstand gemeinsam mit Technologiepartnern wie AMD, Arm, Broadcom, d-Matrix, Meta, Microsoft und Qualcomm im Rahmen der Initiative Ethernet for Scale-up Networks (ESUN). Wie Berichte vom 7. Oktober 2026 darlegen, zielt das Angebot auf hochdichte Beschleuniger-Architekturen ab.
Erweiterung für Scale-Up und Scale-Out
Das System Etherlink SU-144 unterstützt bis zu 144 Beschleunigerprozessoren in einer Single-Hop-Rack-Domäne und skaliert auf bis zu 1.024 Einheiten über Cross-Rack-Topologien. Nach Herstellerangaben umfasst das Scale-Up-Konzept drei Formfaktoren: ein orthogonales Chassis mit direkter Flüssigkühlung für 100 bis 400 Kilowatt, kabelgebundene Backplanes sowie Cross-Rack-Strukturen.
Zu den technischen Anforderungen an die Rack-Ebene zählen verlustfreier Transport, hochgradige Konnektivität für 72 oder 144 Beschleuniger, Systeme mit 200 Gigabit pro Sekunde je Leitung für 224G-Signale sowie ein robustes Netzwerk-Betriebssystem.
Arista Networks betonte am 7. Oktober 2026 die Kompatibilität der Architektur mit ESUN, Nvidia NVLink, NVLink Fusion und PCIe. Die Initiative ESUN selbst wurde innerhalb des Open Compute Project ins Leben gerufen, wobei Broadcom die Transportspezifikation SUE-T beisteuerte und Nvidia ebenfalls Mitglied ist.
Ergänzt wird die Plattform durch die netzwerkbetriebssystem-unabhängige Diagnoseinfrastruktur Netdi, die auf über 8.000 Personenjahren Entwicklung basiert und die Systeme EOS sowie SONiC unterstützt.
Technische Details und Switch-Architektur
Für den Scale-Out-Bereich umfasst das Portfolio flüssiggekühlte 7060EX7-Switches mit 102,4 Terabit pro Sekunde je Switch auf Basis der UEC-Standards. Diese nutzen Multi-Plane-Routing, MRC sowie dynamischen und zellbasierten Lastausgleich. Die Scale-Out-Racks integrieren Glasfaser-Patchpanels, Verteiler für die Flüssigkühlung, aktive Leckage-Erkennung, Auffangwannen, Rack-Management-Controller und Batteriepuffer-Einschübe.
Eine Konfiguration mit 16 Switches erreicht laut Berichten rund 1,6 Petabyte pro Sekunde je Rack, während die Tomahawk-7-200G-Generation bis zu 6,5 Petabyte pro Sekunde bei mehr als 100 Kilowatt erzielt.
In der Optik-Roadmap stellt Arista OSFP-Lösungen mit 1,6 Petabit pro Sekunde je Rack sowie neuere optische Ansätze bis 6,5 Petabit pro Sekunde bei rund 50 Prozent weniger Rechenzentrumsfläche in Aussicht. Tests für Co-Packaged-Optics im Scale-Up-Bereich sind für 2027 avisiert, gefolgt von Validierung und Serienfertigung ab 2028.
Das 7060XE7-Portfolio bietet 100 Terabit pro Sekunde Systembandbreite und 1,6 Terabit pro Sekunde Port-Durchsatz. Luftgekühlte Modelle wie der 7060XE7-64PS und 7060XE7-64PRS sind für das vierte Quartal 2026 geplant, flüssiggekühlte Varianten für das erste Quartal 2027. Konkrete Preise und allgemeine Liefertermine für das Gesamtsystem nannte das Unternehmen nicht.
Partner und Marktumfeld
Arista Networks vertreibt die Systeme nicht als komplett integrierte Racks, sondern liefert Switches und Software. Als Partner für den Rack-Bau treten Foxconn, Quanta und Hive auf.
Konzernchefin Jayshree Ullal hatte den Einstieg in das Scale-Up-Segment bereits im Mai auf der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des ersten Quartals 2026 in Aussicht gestellt. Eine Demonstration ist für den OCP Global Summit vom 12. bis 15. Oktober 2026 an Stand E61 angekündigt.
Nachdem Ethernet im Jahr 2024 InfiniBand im Scale-Across-Segment überholt hatte und im Juni 2025 die erste Spezifikation des Ultra Ethernet Consortiums folgte, steht nun der Scale-Up-Sektor im Fokus.
Nach Erhebungen des Analysten Alan Weckel von der 650 Group soll dieser Markt von rund 20 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 auf etwa 105 Milliarden US-Dollar im Jahr 2030 wachsen. Der Ethernet-Anteil daran werde von derzeit unter einer Milliarde US-Dollar auf 30 Milliarden US-Dollar im Jahr 2030 steigen.

