Arm hat mit CSS for Mobile 2 und Neoverse CSS N4 zwei neue Referenzplattformen angekündigt, die künftig sowohl Smartphones als auch Rechenzentren mit leistungsfähigeren und energieeffizienteren Chips ausstatten sollen. Im Zentrum der Mobile-Plattform stehen die neue C2-Ultra-CPU und die Mali G2-Ultra NX GPU, während Arm mit Neoverse CSS N4 gleichzeitig eine Server-Architektur für bis zu 128 Kerne vorstellte.
Mehr Leistung, weniger Stromverbrauch
Die C2-Ultra-CPU verspricht laut Arm bis zu 1,7-fache KI-Leistung sowie eine um 15 Prozent höhere Single-Thread-Leistung im Vergleich zum Vorgänger C1-Ultra. Gleichzeitig soll der Stromverbrauch bei gleicher Leistung um bis zu 38 Prozent sinken.
Möglich wird dies unter anderem durch Unterstützung für SME2, dessen Verdopplung laut Arm eine Beschleunigung von bis zu 70 Prozent bei aktuellen kleinen Sprachmodellen (Small Language Models) ermöglicht. Auch bei alltäglichen Aufgaben soll sich die neue Architektur bemerkbar machen: Arm gibt für agentische Workflows eine um 24 Prozent höhere Geschwindigkeit an.
Bei der Grafikleistung setzt Arm mit der Mali G2-Ultra NX erstmals auf eine Mali-GPU mit dedizierten neuronalen Beschleunigern. Diese sollen bei neuronaler Grafik eine bis zu vierfache Leistung pro Watt sowie eine bis zu vierfache Bildrate bei Dauerleistung gegenüber nativer Darstellung liefern.
Im Vergleich zur Vorgängergeneration steigt die traditionelle Grafikleistung laut Arm um 14 Prozent. Beim Raytracing sinken die Workload-Kosten demnach um bis zu 70 Prozent, die Bildrate steigt um bis zu 30 Prozent, während der DRAM-Datenverkehr um bis zu 13 Prozent zurückgeht. In konkreten Spieletiteln nennt Arm Verbesserungen von 9 Prozent in Honkai und 14 Prozent in Fortnite.
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Auch bei der Speicheranbindung gibt es Fortschritte: CSS for Mobile 2 unterstützt LPDDR6-12800 mit einer Bandbreite von 136 Gigabyte pro Sekunde und einer um 45 Prozent geringeren Latenz.
Partnernetzwerk und Zeitplan
Für die Entwicklung von CSS for Mobile 2 kooperiert Arm nach eigenen Angaben mit Google, Tencent, NetEase, Unity China und Infold Games. Die Plattform richtet sich laut Arm an ein Ökosystem von 22 Millionen Entwicklern. Chip-Partner wie Qualcomm, MediaTek und Samsung sollen Produkte auf Basis der neuen Plattform in den kommenden 12 bis 18 Monaten ausliefern.
Server-Plattform Neoverse CSS N4
Parallel zur Mobile-Plattform präsentierte Arm mit Neoverse CSS N4 eine Server-Architektur, die bis zu 128 Kerne pro Chip und eine doppelte Socket-Leistung ermöglichen soll. Die Plattform ist laut Arm sowohl für TSMCs 3-Nanometer- und 2-Nanometer-Fertigung als auch für Samsungs 2-Nanometer-Prozess validiert. Als konkrete Anwendungsbeispiele für Arms AGI-CPU-Technologie nennt das Unternehmen den Einsatz bei Oracle und ByteDance.
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Wachstumsmarkt physische KI
Arm begründet den Vorstoß in Server- wie Mobile-Segment auch mit dem erwarteten Wachstum bei physischer KI – etwa Robotik und eingebetteten KI-Systemen. Der entsprechende Markt werde bis in die 2030er Jahre auf einen Wert von über 200 Milliarden US-Dollar geschätzt, so das Unternehmen.

