Arrow Lake: Intels neue Chips schlagen AMD in Benchmarks

Intels neue Arrow-Lake-Chips zeigen in Benchmarks teils bessere Leistung als AMDs Ryzen, dominieren die Verkaufslisten aber nicht.

Intel liefert mit den neuen Arrow-Lake-Chips konkurrenzfähige Benchmark-Ergebnisse – doch im Handel dominieren die Ryzen-Prozessoren von AMD. Ein Blick auf die aktuellen Daten zeigt ein zwiespältiges Bild.

Mobile Spitzenklasse: Arrow Lake überholt AMD

Die im Juni veröffentlichten Benchmarks für das High-End-Notebooksegment zeigen: Der Intel Core Ultra 9 290HX Plus (Arrow Lake) kann sich sehen lassen. Im Cinebench R15 Multi Loop erreichte der Chip durchschnittlich 6.112 Punkte und überflügelte damit den Ryzen 9 9955HX3D. Der Preis für diese Leistung: Bis zu 276 Watt unter Volllast – ein Wert, der in dünnen Gaming-Notebooks für hitzige Diskussionen sorgen dürfte.

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Im mittleren High-End-Segment sorgt der Core Ultra 7 251HX für Aufsehen. Der 18-Kern-Prozessor (sechs Performance- und zwölf Effizienzkerne) erzielte im PassMark-Test 48.713 Punkte im Multi-Core- und 4.666 Punkte im Single-Core-Durchlauf. Damit liegt er sogar knapp vor manchen 20-Kern-Varianten wie dem 255HX. Die Basis liegt bei 55 Watt, der Turbo-Modus erlaubt bis zu 160 Watt bei maximal 5,1 GHz.

Desktop-Mittelklasse: Der Ultra 5 225 im Detail

Für den Schreibtisch hat Intel den Core Ultra 5 225 (Arrow Lake-S) mit zehn Kernen im Angebot: sechs Performance-Kerne mit bis zu 4,9 GHz und vier Effizienzkerne. Dazu kommen 20 MB L3-Cache und eine TDP von 65 Watt, die im Turbo auf 121 Watt ansteigt.

Im Geekbench 6.6 erreichte der Prozessor 2.825 Punkte im Single-Core und 14.205 Punkte im Multi-Core-Test. Der Preis liegt bei umgerechnet rund 225 Euro. Der Chip nutzt den neuen LGA1851-Sockel und bringt eine integrierte NPU mit 13 TOPS für KI-Aufgaben mit – ein klares Signal, wohin die Reise geht.

Architektur-Wechsel: Was bringt die 15. Generation?

Die 15. Core-Ultra-Generation (Arrow Lake und Lunar Lake) markiert einen strategischen Neuanfang. Intel setzt auf die Lion-Cove-Architektur für Performance-Kerne und Skymont für Effizienzkerne. Gefertigt werden die Chips im hauseigenen Intel-20A-Verfahren. Wichtigste Neuerung: Intel verabschiedet sich vom Hyper-Threading. Der LGA1851-Sockel unterstützt DDR5-RAM mit bis zu 6.400 MT/s.

Die Software-Unterstützung wurde im Juni mit Open Image Denoise 2.5 aktualisiert. Die Open-Source-Bibliothek bringt Leistungssteigerungen und geringeren Speicherverbrauch – speziell für Intel-Arc-GPUs mit XMX und Xeon-CPUs mit AMX-FP16. Erste Tests auf Arrow-Lake-Systemen wie dem Core Ultra 7 270K Plus zeigten allerdings keine Veränderung. Ein Hinweis darauf, dass die Optimierung noch nicht bei den Desktop-Nutzern angekommen ist.

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Handel: AMD dominiert die Bestseller-Listen

So gut die Benchmarks auch ausfallen – im Regal sieht die Lage anders aus. Daten vom 10. Juni 2026 zeigen: AMD besetzte die ersten 15 Plätze der Amazon-US-Bestsellerliste für Prozessoren. Der Ryzen 7 9800X3D führte die Rangliste zu einem Preis von rund 410 Euro an. Intels Flaggschiff Core Ultra 7 270K Plus landete erst auf Platz 13.

Beobachter sehen darin ein klares Signal: Intel hat die Effizienz seiner Architektur zwar um bis zu 40 Prozent verbessert, doch im wichtigen DIY-Markt – also bei Selbstbauern und Enthusiasten – setzt die Kundschaft weiterhin auf die Gaming-Stärke der AMD-X3D-Modelle. Die Frage ist: Kann Intel mit den Arrow-Lake-Chips das Blatt noch wenden, oder hat AMD im High-End-Segment einen nachhaltigen Vorsprung aufgebaut?