Artha-Plattform: Indien stellt Sovereign-AI für lokale Sprachen vor

Gnani AI präsentiert Artha mit dem Sprachmodell Evon v3.3 für elf indische Sprachen und einer angekündigten Kostenersparnis von bis zu 40 Prozent.

Der indische Vizepräsident Radhakrishnan hat am 28. August 2026 in Neu-Delhi die Sovereign-AI-Plattform „Artha“ des Unternehmens Gnani AI offiziell vorgestellt.

Die Präsentation fand im Uprashtrapati Bhavan statt und markiert einen weiteren Schritt in Indiens Bestrebungen, technologische Souveränität im Bereich der Künstlichen Intelligenz zu erlangen. Artha ist speziell für die Anforderungen des indischen Marktes konzipiert und fokussiert sich auf die Verarbeitung lokaler Sprachen.

Leistungsfähiges Sprachmodell für lokale Sprachen

Kernstück der neuen Plattform ist das Open-Weight-Sprachmodell „Evon v3.3“. Mit insgesamt 30 Milliarden Parametern basiert das Modell auf einer Mixture-of-Experts-Architektur (MoE), bei der im Betrieb etwa 3,5 Milliarden Parameter aktiv sind. Nach Angaben von Gnani AI wurde das Modell auf einer Datenbasis von über 2 Billionen Tokens in elf verschiedenen indischen Sprachen trainiert.

In internen Leistungsvergleichen konnte sich die Entwicklung behaupten: Den Unternehmensangaben zufolge übertrifft Evon v3.3 im MILU-Benchmark ein deutlich größeres Modell mit 105 Milliarden Parametern in zehn von elf getesteten Sprachen. Ein wesentlicher technologischer Vorteil liege zudem in der Effizienz der Sprachverarbeitung.

Im Vergleich zum GPT-5-Tokenizer erzielt das Modell eine Token-Reduktion von 20 % für indische Sprachen. Da das Modell auf einer einzelnen Grafikkarte betrieben werden kann, sinken die Hardwareanforderungen für potenzielle Anwender erheblich.

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Kosteneffizienz und agentische Funktionen

Neben dem Sprachmodell integriert die Artha-Plattform das agentische System „Plexus“. Diese Komponente verarbeitet laut Gnani AI bereits rund 30 Millionen Interaktionen pro Tag. CEO Ganesh Gopalan betonte die wirtschaftlichen Vorteile der neuen Technologie. Durch den optimierten Token-Verbrauch könnten Unternehmen bei der Nutzung der Plattform Kosteneinsparungen von bis zu 40 % realisieren.

Das Unternehmen Gnani AI wird durch Investoren wie Info Edge Ventures finanziert und hat sich als einer der zentralen Akteure in der indischen KI-Landschaft positioniert. Es gehört zu den lediglich vier Unternehmen, die im Rahmen der staatlichen IndiaAI-Mission mit der Entwicklung spezialisierter KI-Modelle betraut wurden.

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Politische Bedeutung der IndiaAI-Mission

Vizepräsident Radhakrishnan hob während der Vorstellung die strategische Bedeutung von KI für die nationale Wirtschaft hervor. Er zog Parallelen zur Entwicklung der indischen IT-Branche in früheren Jahrzehnten und erklärte, dass die neue Technologie umfassende Möglichkeiten für Beschäftigung und Wachstum eröffnen werde. Indien solle künftig nicht mehr nur als Konsument globaler Technologien auftreten, sondern eine führende Rolle in der Entwicklung einnehmen.

Der Vizepräsident verwies zudem auf bereits bestehende Erfolge wie das Projekt Digital Sansad, das KI-gestützte Übersetzungen in acht Sprachen ermöglicht. Die staatliche IndiaAI-Mission, in deren Kontext auch die Entwicklung von Gnani AI steht, wurde im März 2024 genehmigt. Das Programm ist mit einem Budget von ₹10.371,92 Crore ausgestattet und soll die technologische Unabhängigkeit des Landes langfristig absichern.