Das Asahi-Linux-Projekt hat am 6. September offizielle Unterstützung für Apples M3-Prozessorfamilie angekündigt. Damit können Nutzer von Macs mit M3, M3 Pro und M3 Max künftig eine offiziell freigegebene Linux-Distribution installieren. Ausgenommen bleibt der M3 Ultra, für den es weiterhin keine Unterstützung gibt. Laut appleday.org kam die Ankündigung schneller als von vielen Beobachtern erwartet.
Technische Grundlage
Die neue Unterstützung basiert auf dem Linux-Kernel 6.17/6.18. Ein zentraler Baustein der Arbeit ist der Bootloader m1n1, den das Projekt komplett in der Programmiersprache Rust neu geschrieben hat. Wer die Installation ausprobieren möchte, kann laut Angaben aus dem Projektumfeld den Expert-Modus über den Befehl „curl -L https://alx.sh/ | EXPERT=1 sh“ starten.
Was bereits funktioniert – und was nicht
Eine Reihe von Komponenten läuft bereits stabil: Webcam, Mikrofone, USB 3 mit einer Datenrate von 10 Gb/s, WLAN, Bluetooth sowie die Hardware-Videodekodierung einschließlich des AV1-Codecs. Auch die CPU-Skalierung funktioniert nach aktuellem Stand.
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Deutliche Lücken bestehen jedoch bei zentralen Funktionen. Die GPU-Beschleunigung ist unvollständig beziehungsweise fehlt in Teilen, zudem läuft sie nach Angaben von phoronix.com weder performant noch energieeffizient. Ein Sleep-Modus steht derzeit nicht zur Verfügung, da der Support für den DCP (Display Controller Processor) fehlt.
Aus demselben Grund bleibt auch HDMI deaktiviert. Für Nutzer, die einen M3-Mac produktiv über einen externen Monitor betreiben oder auf einen funktionierenden Ruhezustand angewiesen sind, dürfte der aktuelle Entwicklungsstand also noch keine vollwertige Alternative zu macOS darstellen.
Einordnung im Vergleich zu älteren und neueren Chips
Im Vergleich zu den M3-Chips gilt die Unterstützung für die früheren Generationen M1 und M2 laut byteiota.com bereits als produktionsreif, inklusive Vulkan 1.4. Für die aktuellste Chip-Generation M4 stuft das Projekt die Entwicklung dagegen als besonders schwierig ein – Grund dafür ist die SPTM-Technologie (Secure Page Table Monitor), die zusätzliche Hürden bei der Portierung schafft.
Die M3-Unterstützung markiert damit einen Zwischenschritt: Sie schließt die Lücke zwischen den bereits ausgereiften M1/M2-Systemen und dem noch offenen M4-Problem.
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Ausblick
Für die kommende Fedora-45-Beta ist laut gokawiil.com ebenfalls Unterstützung für die neuen M3-Funktionen vorgesehen. Damit dürfte die Distribution einem breiteren Nutzerkreis zugänglich werden, auch wenn die genannten Einschränkungen bei GPU, Sleep-Modus und HDMI zunächst bestehen bleiben.
Nutzer, die auf eine vollständige Desktop-Erfahrung mit funktionierendem externen Display und Energiesparfunktionen angewiesen sind, müssen sich vorerst gedulden, bis die fehlenden DCP-Komponenten implementiert sind.
Mehr zum Thema bei AppleInsider: „Asahi Linux rolls out support for M3 Apple Silicon“

