Asana kauft Stack AI für 75 Millionen Euro

Asana übernimmt Stack AI für 75 Mio. Euro, Google startet Gemini Spark und Notion veröffentlicht Entwicklerplattform. Der Trend zur KI-Automatisierung im Büroalltag beschleunigt sich.

Führende Plattformanbieter haben Ende Mai 2026 neue KI-Agenten und Entwicklerwerkzeuge vorgestellt, die Produktivitätssoftware vom passiven Werkzeug zum aktiven Aufgabenmanager verwandeln.

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Asana kauft sich KI-Know-how für 75 Millionen Euro

Der Projektmanagement-Spezialist Asana gab am 28. Mai die Übernahme des KI-Startups Stack AI bekannt. Der Kaufpreis liegt bei umgerechnet rund 75 Millionen Euro. Mit dem Deal wechseln die Stack-Gründer Tony Rosinol und Bernard Aceituno – beide MIT-Absolventen – sowie etwa 55 Mitarbeiter zu Asana.

Stack AI bietet eine No-Code-Plattform zur Erstellung von KI-Workflows. Diese können externe Systeme wie Salesforce, ServiceNow oder AWS ansteuern. „Die Integration wird unsere KI-Strategie massiv beschleunigen“, dürfte man sich bei Asana versprechen.

Die Übernahme kommt nicht von ungefähr. Asanas KI-Sparte wächst rasant. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 205,1 Millionen Euro – ein Plus von 9,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders bemerkenswert: KI-Produkte wie AI Studio und AI Teammates machen inzwischen über 17 Prozent des Neugeschäfts aus. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Asana mit einem Gesamtumsatz zwischen 850 und 858 Millionen Euro. Die Stack-Übernahme soll rund 0,5 Prozentpunkte dazu beitragen.

Google und Notion setzen auf autonome Helfer

Einen Tag später, am 29. Mai, startete Google die Einführung von Gemini Spark in den USA. Das Tool richtet sich an Abonnenten von Google AI Ultra und fungiert als rund um die Uhr verfügbarer persönlicher Assistent. Gemini Spark läuft auf cloudbasierten virtuellen Maschinen und nutzt das Gemini 3.5 Flash Modell. Es kann bis zu 15 Aufgaben gleichzeitig in Workspace-Anwendungen wie Gmail, Kalender und Drive erledigen.

Ab dem 3. Juni können Nutzer zudem Gemini-Chats über Google Drive teilen. Empfänger können die Unterhaltungen dann eigenständig fortsetzen – ein Feature, das Teamarbeit neu definieren dürfte.

Notion zog am selben Tag nach. Die Plattform veröffentlichte eine Entwicklerplattform mit sogenannten Notion Workers. Diese ermöglichen cloudbasierte Workflows und die Synchronisation mit externen Datenbanken wie Postgres oder Drittanbieter-Plattformen wie Zendesk. Die Nutzerzahlen sprechen für sich: Seit Februar 2026 haben Anwender bereits über eine Million eigene KI-Agenten auf der Plattform erstellt. Notion Workers bleiben bis August 2026 kostenlos nutzbar.

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Slack bringt KI-Briefing – und viele Spezialisten ziehen nach

Slack startete am 30. Mai die offene Beta-Phase für eine neue Funktion namens Today. Kunden der Tarife Business Plus und Enterprise erhalten damit eine KI-generierte tägliche Zusammenfassung, die Prioritäten und Kalendereinträge aus verbundenen Anwendungen bündelt. Für Pro-Abonnenten soll das Feature im Sommer 2026 folgen.

Auch im Marketing- und Managementbereich tut sich einiges:

  • Intuit Mailchimp launchte am 29. Mai Analytics AI – einen KI-Assistenten für Kampagnen- und Zielgruppenanalysen. Das Tool arbeitet mit Claude, Wix und WooCommerce zusammen.
  • Zylo startete am 28. Mai eine öffentliche Vorschau seines MCP Servers. Die Software spürt „Schatten-IT“ und ungenutzte Softwarelizenzen per Gesprächs-KI auf.
  • Daily Pulse präsentierte sich am 30. Mai als Team-Produktivitätstool mit Fokus auf tägliche Rituale und Projektmanagement-Synchronisation.
  • Linqia brachte am 28. Mai ein automatisiertes Creator-Commerce-Tool auf den Markt. Es verwaltet Social-Media-Interaktionen – ein wachsender Markt. Branchenanalysten erwarten, dass die Ausgaben für Influencer-Marketing in den USA bis 2027 auf umgerechnet rund 13,7 Milliarden Euro steigen könnten.

Der Mensch bleibt im Loop

Was alle diese Entwicklungen eint: Der Trend geht zur „Human-in-the-Loop“-Automatisierung. KI-Agenten übernehmen Routineaufgaben – der Mensch behält aber die Kontrolle über kritische Entscheidungen. Kein Wunder also, dass die großen Plattformen diesen Markt gerade für sich entdecken. Die Frage ist nicht mehr, ob KI im Büroalltag ankommt, sondern wie schnell sie zur Normalität wird.