Asana Pages, Genspark 6.0, Google Gemini: KI-Offensive im Büro

Asana startet Pages-Feature, Google bringt Gemini Spark. Die digitale Bürolandschaft wird durch KI und Echtzeit-Kollaboration grundlegend umgestaltet.

Asana, Google und Co. setzen auf intelligente Assistenten und vernetzte Plattformen.

Die digitale Arbeitswelt erlebt einen der größten Innovationsschübe der letzten Jahre. Gleich mehrere Branchengrößen haben in dieser Woche ihre Plattformen mit KI-Funktionen und neuen Architekturen aufgerüstet. Asana, Google und das Open-Source-Projekt Collabora Online liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Gunst der Nutzer. Der Trend ist klar: Künstliche Intelligenz wird zum festen Bestandteil des digitalen Büros.

Asana setzt auf Echtzeit-Kollaboration

Am 23. Juli 2026 hat Asana sein Pages-Feature gestartet – die Ablösung der alten Notes-Funktion. Das neue Tool ermöglicht Echtzeit-Bearbeitung, direkte Kommentare im Text und die automatische Erstellung von Aufgaben aus Dokumenten. Verfügbar ist die Funktion in allen Tarifen, von Enterprise bis Personal. Hinzu kommen KI-gestütztes Schreiben und volle Mobile-Unterstützung.

„Pages macht aus einem einfachen Dokument eine Kommandozentrale“, erklärt ein Asana-Sprecher. Der Clou: Nutzer können direkt aus dem Text heraus Aufgaben generieren und zuweisen.

Google bringt persönlichen KI-Assistenten

Parallel dazu rollt Google seinen Gemini Spark für AI Pro-Abonnenten in den USA aus. Der persönliche KI-Agent arbeitet nahtlos mit Gmail, Drive und Sheets zusammen und bewältigt bis zu 15 Aufgaben gleichzeitig. Bereits Anfang Juli hatte Google die KI-Integration in Workspace vertieft – mit Befehls-gesteuertem Schreiben und automatischer Formelgenerierung in natürlicher Sprache.

Zehn Jahre Collabora Online

Ein Jubiläum feiert Collabora Online: Am 23. Juli wurde Version 26.04 veröffentlicht – genau zehn Jahre nach dem Start. Mit über 115 Millionen Downloads gehört die Open-Source-Suite zu den erfolgreichsten Projekten ihrer Art. Die neue Version bringt optionale KI-Unterstützung in Writer, Calc und Impress. Zudem gibt es einen BITV 2.0-Barrierefreiheits-Check und verbesserte Kompatibilität mit Markdown und OOXML.

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Der Aufstieg der KI-Agenten

Einen Tag später, am 24. Juli 2026, präsentierte Genspark seine AI Workspace 6.0. Herzstück ist SecondBrain – eine persistente Gedächtnisschicht, die Kontext aus Dokumenten und Meetings speichert. Dazu gibt es das SecondBrain Note, ein 179 Euro teures Hardware-Gerät, das Sprache aufzeichnet und direkt mit dem Workspace synchronisiert.

Auch Meta rüstet auf: Der KI-Chatbot, angetrieben vom Muse Spark 1.1-Modell mit einem Kontextfenster von einer Million Token, liefert nun tägliche Briefings, erstellt Ernährungspläne und produziert steuerbare Forschungsberichte. Der Dienst ist vorerst kostenlos in ausgewählten Märkten verfügbar.

Open Source für Entwickler

Für die Profis unter den Nutzern hat Andrew Ng am 23. Juli OpenWorker veröffentlicht. Dieser Open-Source-Desktop-Agent arbeitet mit einem lokalen Python-Server und einem Router für 30 kuratierte Modelle. „Wir geben den Nutzern die Kontrolle über ihre Daten zurück“, betont Ng. Die lokale Architektur sorgt für Datenschutz – ein klares Signal gegen die Cloud-Monokultur.

Am selben Tag aktualisierte Anthropic seinen Claude-Sprachmodus. Die Modelle Opus und Sonnet können nun automatisch mit Slack, Notion und Google Calendar interagieren.

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Dezentralisierung als Gegenentwurf

Eine radikale Alternative zu Slack und GitHub kommt von Jack Dorsey. Sein Unternehmen Block launchte am 24. Juli Buzz – eine dezentrale Plattform auf Basis des Nostr-Protokolls. Das Besondere: KI-Agenten erhalten kryptografische Identitäten, und Nutzer können eigene Server (Relays) betreiben, um Daten und Berechtigungen selbst zu verwalten.

Ebenfalls am 23. Juli erschien Bento/Slides, eine freie Open-Source-Anwendung, die als einzelne HTML-Datei lokal läuft. Kollaboration erfolgt über verschlüsselte Server. Die Entwickler arbeiten bereits an Bento/Docs und Bento/Sheets.

Nischenprodukte für spezielle Bedürfnisse

Im Bereich der Schreibsoftware gab es mehrere Updates: TominLab veröffentlichte WonderPen Version 3.2.1.8469 mit einer baumartigen Dokumentenstruktur und Whiteboard-Modus für Windows. Writer Studio brachte Version 1.7 für Android heraus – eine Offline-Schreib-App mit Romanplanung und Figurendatenbank.

Und PromptQL betritt den Markt mit einer KI-nativen Plattform, die klassische Chat-Anwendungen ersetzen soll. Nach einer Beta-Phase bietet der Dienst nun gemeinsame KI-Threads mit einer persistenten Wissensdatenbank und spezifischen Token-Guthaben für Early Adopter.

Was bleibt: Die Arbeitswelt wird intelligenter, vernetzter – und vor allem: persönlicher. Die Frage ist nicht mehr, ob KI im Büro ankommt, sondern wie schnell sie sich durchsetzt.