Australiens Finanzaufsicht schlägt Alarm: Künstliche Intelligenz treibt eine neue Welle raffinierter Anlagebetrügereien an. Die Behörde fordert eine nationale Bildungsinitiative, um Verbraucher zu schützen.
Die australische Wertpapieraufsicht ASIC sieht in der rasanten Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) eine der größten Gefahren für Anleger. In ihrem aktuellen Risikobericht warnt die Behörde vor hochgradig automatisierten Betrugskampagnen, die selbst erfahrene Investoren täuschen können. Hintergrund sind explodierende Schadenssummen: Allein 2025 verloren Australier über 334 Millionen Euro durch Betrug, mehr als die Hälfte davon durch Anlagefallen.
„Wir erleben einen perfekten Sturm aus Risiken“, erklärt ASIC-Chef Joe Longo. Hohe Lebenshaltungskosten, steigende Schulden und globale Unsicherheiten machten Verbraucher anfälliger. Gleichzeitig nutzten Kriminelle zunehmend sogenannte agentische KI, die mit minimaler menschlicher Steuerung überzeugende Betrugskampagnen in großem Maßstab durchführe.
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Deepfakes und falsche Versprechen: Die neuen Betrugsmethoden
Die Zeiten holpriger Phishing-E-Mails sind vorbei. Heute erstellen Betrüger mit KI täuschend echte Deepfake-Videos von Prominenten, generieren gefälschte Nachrichtenartikel und setzen komplexe Handels-Bots ein. Diese versprechen unrealistische Renditen und nutzen professionelle Webseiten-Vorlagen, um seriös zu wirken.
Eine gängige Masche ist „AI Washing“. Dabei behaupten Betrüger, ihre Plattformen nutzten fortschrittliche KI oder Quantencomputing, um hohe Gewinne zu garantieren. Oft kopieren sie dabei die Webauftritte legitimer Finanzinstitute täuschend echt. „KI ermöglicht Angreifern, Attacken in größerem Umfang und schneller durchzuführen“, warnt auch der australische Geheimdienst ASD.
Aufsicht reagiert mit Abschaltungen und Aufklärung
Die ASIC geht mit einer Doppelstrategie gegen die Betrugswelle vor. Ein spezielles Team hat innerhalb von zwei Jahren bereits über 14.000 betrügerische Webseiten abgeschaltet – aktuell sind es durchschnittlich 130 pro Woche. Das Programm wird nun ausgeweitet, um auch betrügerische Werbung auf Social-Media-Plattformen zu entfernen.
Doch reine Strafverfolgung reicht nicht. „Prävention durch Bildung muss nationale Priorität sein“, fordert Longo. Finanz- und Technologiekompetenz seien untrennbar verbunden. Die ASIC will ihr Aufklärungsprogramm Moneysmart verstärken und fordert zusätzliche staatliche Mittel. Gleichzeitig nimmt die Behörde die Unterstützer der Betrüger ins Visier, etwa unseriöse Verkaufsmethoden und standardisierte Finanzberatung, die Kunden in riskante Produkte drängt.
Globale Herausforderung für Aufseher
Der Aufstieg KI-gestützter Betrugsmethoden markiert eine neue Eskalationsstufe im Wettlauf zwischen Kriminellen und Aufsichtsbehörden weltweit. Einfach zugängliche Generative-AI-Tools senken die Einstiegshürde für professionellen Betrug enorm. Für Regulierer wird es immer schwieriger, Schritt zu halten.
Die ASIC betont, dass Innovation am Rande des regulatorischen Rahmens neue Risiken schaffe – etwa durch unlizenzierte Beratung oder irreführende Werbung für digitale Assets. Die australische Bankenvereinigung warnt zudem vor emotional manipulativen KI-Stimmenklonen. Die Lösung erfordert ein gemeinsames Vorgehen von Staat, Aufsicht, Wirtschaft und Verbrauchern.
Für Anleger lautet die wichtigste Regel: Skepsis bewahren. Vor allem bei unerbetenen Angeboten mit garantierten Höchstrenditen ist Vorsicht geboten. Die Legitimität jedes Anbieters sollte über offizielle Register, wie die Warnliste der ASIC, überprüft werden. In einer Welt, in der Finanzen und Technologie verschmelzen, ist finanzielles Wissen ohne digitales Verständnis nicht mehr genug.
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