Astera Labs präsentiert neuen KI-Netzwerk-Chip und Rekordzahlen

Astera Labs präsentiert einen Hochleistungs-Schaltkreis für KI-Rechenzentren und meldet zugleich einen Rekordumsatz von 284 Millionen Euro.

Der US-Chiphersteller Astera Labs hat einen Hochleistungs-Schaltkreis für KI-Rechenzentren vorgestellt und zeitglich Rekordzahlen vorgelegt. Der „Scorpio X-Series Smart Fabric Switch“ soll die Datenübertragung in riesigen KI-Clustern drastisch beschleunigen.

320-Lane-Design gegen das Nadelöhr KI-Netzwerk

Das neue Flaggschiff-Produkt verfügt über 320 Datenbahnen und gilt laut Unternehmen als der größte offene, speichergebundene Netzwerk-Schaltkreis seiner Art. Die Architektur erlaubt es Grafikprozessoren (GPUs), direkt über ein Lade-/Speicher-Modell auf Netzwerkressourcen zuzugreifen. Das Ziel: Herkömmliche Datencenter-Netzwerke deutlich vereinfachen und mehrere ältere Switches ersetzen.

Eingebaute Technologien namens „Hypercast“ und „In-Network Compute“ sollen kollektive Rechenoperationen – essenziell für das Training großer KI-Modelle – um bis zu das Doppelte beschleunigen. Die Steuerung übernimmt die Software-Suite COSMOS, die für Hyperscale-Umgebungen ausgelegt ist.

Anzeige

Während die Industrie Milliarden in die Hardware für künstliche Intelligenz investiert, können auch Privatanwender die neue Technologie bereits heute produktiv nutzen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen mit fertigen Beispiel-Prompts, wie ChatGPT Ihren Alltag bei der Reiseplanung oder Organisation spürbar erleichtert. ChatGPT-Alltagshelfer jetzt kostenlos sichern

Parallel erweiterte Astera Labs die Scorpio P-Serie für PCIe 6. Diese Baureihe deckt jetzt Konfigurationen von 32 bis 320 Lanes ab und richtet sich an Hyperscaler sowie sogenannte „Neo-Cloud“-Anbieter. Erste Auslieferungen an Großkunden haben bereits begonnen, eine breite Produktion wird jedoch erst für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet. Branchenprognosen zufolge könnte der Markt für solche Verbindungsschaltkreise bis 2030 auf umgerechnet rund 18 Milliarden Euro anwachsen.

Rekordumsatz und milliardenschwerer Amazon-Deal

Die Produktneuheit fiel mit der Vorlage der Quartalszahlen zusammen. Astera Labs meldete für das erste Quartal 2026 einen Rekordumsatz von rund 284 Millionen Euro – ein Plus von 14 Prozent zum Vorquartal und ein Sprung von 93 Prozent im Jahresvergleich. Die Bruttomarge nach US-Rechnungslegung lag bei beachtlichen 76,3 Prozent, der Nettogewinn bei rund 74 Millionen Euro.

Für das zweite Quartal stellt das Management einen Umsatz zwischen 327 und 336 Millionen Euro in Aussicht. Besonders ins Auge fällt ein leistungsabhängiger Garantievertrag mit Amazon im Wert von rund sechs Milliarden Euro, der bis 2033 läuft und die Lieferung von Netzwerk-Schaltkreisen und optischen Lösungen betrifft.

Analysten warnen allerdings vor der starken Abhängigkeit von wenigen Großkunden und wachsendem Wettbewerb durch etablierte Branchenriesen. Der Trend zeigt jedoch klar: Bei immer größeren KI-Workloads verschiebt sich der Engpass von der reinen Rechenleistung hin zur Verbindungstechnik zwischen den Prozessoren.

AMD und Super Micro legen ebenfalls zu

Der KI-Boom beflügelt die gesamte Branche. Auch AMD vermeldete am 5. Mai starke Zahlen: Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 38 Prozent auf rund 9,5 Milliarden Euro. Treiber war das Data-Center-Geschäft mit einem Plus von 57 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Ein bedeutender Deal mit Meta über die Lieferung von Instinct-GPUs mit einer Leistung von 6 Gigawatt untermauert die Ambitionen.

Super Micro Computer (SMCI) steigerte den Umsatz im abgelaufenen Quartal um 123 Prozent auf rund 9,4 Milliarden Euro, verfehlte damit aber teilweise die Analystenerwartungen. Das Management begründete die Verzögerung mit der Bereitschaft der Kunden, setzt aber auf neue flüssigkeitsgekühlte Systeme. Die Produktionskapazität soll bis Ende des Geschäftsjahres auf 6.000 Racks pro Monat steigen – mit neuen Werken in Malaysia, Taiwan und im Silicon Valley.

Apples Preisanpassung: KI-Nachfrage treibt Speicherkosten

Die rasante Expansion der KI-Infrastruktur hat jedoch unerwartete Nebenwirkungen. Anfang der Woche strich Apple mehrere High-End-Konfigurationen des Mac mini und Mac Studio aus dem Programm. Das Einstiegsmodell des Mac mini für 599 US-Dollar fiel weg – der neue Startpreis liegt bei umgerechnet rund 735 Euro, in einigen europäischen Märkten sogar bei knapp 1.000 Euro.

Konzernchef Tim Cook verwies auf die unerwartet hohe Nachfrage nach KI-fähigen Maschinen und eine weltweite Knappheit bei Speicherchips. Berichte aus der Lieferkette deuten darauf hin, dass der enorme Speicherbedarf der KI-Rechenzentren die Preise treibt und die Verfügbarkeit für Endkundenprodukte einschränkt.

Windows-Update: FAT32-Grenze fällt

Während die Hardware rast, hält Microsoft sein Betriebssystem auf Kurs. Ein optionales Vorschau-Update für Windows 11 (KB5083631) für die Versionen 24H2 und 25H2 behebt langjährige Fehler im Datei-Explorer – darunter ein „weißer Blitz“ im Dunkelmodus und Probleme mit Sortiereinstellungen.

Anzeige

Nicht nur neue Funktionen, sondern auch die schnelle Behebung von Systemfehlern sind entscheidend für ein stabiles Nutzererlebnis. In diesem kostenlosen PDF-Report erfahren Sie, wie Sie typische Windows-11-Probleme ohne IT-Techniker und ohne zusätzliche Kosten einfach selbst lösen. Erste Hilfe für Windows 11 gratis herunterladen

Eine bedeutende technische Änderung: Die FAT32-Partitionsgrenze steigt per Kommandozeile von 32 GB auf 2 TB. Diese Neuerung sowie Optimierungen des Arbeitsspeicherverbrauchs sollen mit dem regulären Patch-Day am 12. Mai 2026 ausgerollt werden.

Microsoft stellte zudem klar, dass die jüngsten mehrfachen Neustarts bei Updates Teil einer Sicherheitsmigration sind. Aktuelle Updates ersetzen ältere Secure-Boot-Zertifikate aus dem Jahr 2011 durch den neuen Standard „Secure Boot 2023″ – die alten Zertifikate laufen im Juni 2026 ab. Nutzer können den Status in der Windows-Sicherheits-App prüfen: Ein grünes Badge zeigt an, dass das System auf dem neuesten Stand ist.

Ausblick: Vom GPU-Rausch zur Netzwerk-Reife

Die geballten Produktvorstellungen und Finanzberichte Anfang Mai 2026 deuten auf eine neue Phase des KI-Infrastruktur-Booms hin. Stand zunächst die Beschaffung von Grafikprozessoren im Vordergrund, rückt nun die Verbindungstechnik in den Fokus – Astera Labs‘ neuer Schalter ist der Beleg dafür.

Die enormen Investitionen der Hyperscaler spülen weiterhin Rekordumsätze in die Kassen spezialisierter Anbieter. Doch die Kehrseite zeigt sich: Steigende Kosten für Speicher und moderne Chipfertigung treiben die Preise für Endverbraucher, wie Apples jüngste Anpassungen zeigen. Für den restlichen Verlauf des Jahres 2026 wird erwartet, dass die Branche vor allem daran arbeitet, diese Engpässe zu lösen und gleichzeitig die Produktion der nächsten Generation von Verbindungs- und Flüssigkühlungslösungen für Rechenzentren hochzufahren.