ASUS hat auf der NVIDIA GTC Berlin 2026 die Auslieferung neuer Serverlösungen auf Basis von HGX Rubin NVL8 ab dem vierten Quartal 2026 angekündigt. Wie aus Branchenberichten vom 21. Oktober 2026 hervorgeht, bietet das Unternehmen die bereits validierten Rechenzentrumssysteme sowohl als Teil-Rack als auch in vollständigen Rack-Konfigurationen an.
Neue Servermodelle mit Luft- und Flüssigkühlung
Im Mittelpunkt der Ankündigung stehen zwei neu konzipierte Servermodelle. Das System XR R1I12B-M1BHFS umfasst drei Höheneinheiten (3U) und nutzt eine direkte Flüssigkühlung (Direct-to-Chip) für das aus acht GPUs bestehende HGX Rubin Baseboard. Für die verbauten Intel-Xeon-6-Doppelprozessoren kommt parallel eine klassische Luftkühlung zum Einsatz. Durch diesen hybriden Aufbau soll sich der Zeitaufwand für Wartungsarbeiten um 50 Prozent reduzieren.
Als zweite Variante führt ASUS das Modell XR R1I12B-M1BLFS mit zwei Höheneinheiten (2U) ein, das vollständig flüssiggekühlt arbeitet und auf eine verbesserte Energieeffizienz bei den PUE-Werten abzielt.
Angaben auf den Produktseiten des Herstellers weisen eine GPU-Leistung von 2,3 kW sowie eine GPU-Bandbreite von 800G aus, ohne die zugrunde liegende Messbasis näher zu definieren. Angaben zu Verkaufspreisen, der gesamten Rack-Leistungsaufnahme sowie zu den geplanten Liefermengen wurden bislang nicht veröffentlicht.
Modulare Architekturen für Rechenzentren und Agenten-Systeme
Neben den reinen Serversystemen stellte ASUS ein Designkonzept für KI-Fabriken vor, das auf dem NVIDIA DSX Sim Blueprint aufsetzt. Die Entwicklung erfolgte in Partnerschaft mit Schneider Electric, AVEVA und IBM.
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Unter der Bezeichnung Enterprise Agentic AI Solution präsentierte das Unternehmen zudem ein dreistufiges Software- und Hardwarepaket. Dieses setzt sich aus dem ASUS AI HUB für die Steuerung autonomer Software-Agenten, einer Software-Schicht aus NVIDIA AI Enterprise und hauseigenen Werkzeugen sowie den KI-Servern von ASUS zusammen.
Für groß dimensionierte Infrastrukturen bietet der Hersteller den AI POD XA VR721-E3 an. Die voll flüssiggekühlte Anlage vereint 36 NVIDIA Vera CPUs und 72 NVIDIA Rubin GPUs über die Architektur Vera Rubin NVL72. Laut Unternehmensangaben ist die Plattform darauf abgestimmt, einen bis zu 30-fach höheren Durchsatz pro Megawatt bei 45-fach geringeren Kosten pro berechnetem Token zu erreichen.
Breiteres Portfolio von Edge- bis Cluster-Lösungen
Ergänzend zeigte ASUS weitere Server- und Workstation-Systeme für professionelle Anwendungen. Der 2U-Server XA P2N-E2 mit NVIDIA Vera Prozessoren, der bereits am 14. Oktober 2026 auf dem OCP Global Summit vorgestellt worden war, nimmt bis zu zwei NVIDIA RTX PRO 6000 Blackwell Server Edition GPUs auf und ist für agentische KI sowie bestärkendes Lernen ausgelegt. Für höhere Leistungsdichten stehen das 6U-Modell XA P8A-E14AXL mit acht RTX-PRO-6000-Karten sowie die Systeme ESC8000-E12P und ESC8000A-E13X bereit.
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Im Bereich kleinerer Arbeitsstationen und Edge-Lösungen erweitert das System PE3000N mit Jetson T5000 und 128 GB Speicher das Angebot, das bis zu 2.070 FP4 TFLOPS erreicht. Das ExpertCenter Pro ET900N G3 integriert einen GB300 Grace Blackwell Ultra mit 748 GB kohärentem Arbeitsspeicher.
Für Arbeitsgruppen konzipiert ist das Ascent GX10 auf Basis von DGX Spark: Es arbeitet mit 64 oder 128 GB Arbeitsspeicher, bewältigt Modelle mit Größen von rund 30 bis 35 Milliarden bis hin zu 200 Milliarden Parametern und lässt sich auf bis zu vier Systeme zusammenschalten.
Flankierende Infrastrukturkonzepte von Nvidia
Die Ankündigungen von ASUS betten sich in umfassendere Initiativen von Nvidia auf der GTC Berlin 2026 ein. Nvidia stellte dort unter anderem den DSX POD vor – ein modulares Referenzdesign für standardisierte Rechenzentrumscontainer, das sieben Vera Rubin NVL72 Racks mit 504 GPUs und 252 Vera CPUs fasst.
Nvidia-Chef Jensen Huang betonte auf der Veranstaltung, dass der wirtschaftliche Wert von Rechenzentren bei der laufenden Token-Produktion entstehe und nicht erst mit der bloßen Fertigstellung des Baus. Für künftige Rechenzentren wurden zudem Spezifikationen für geschlossene Kühlkreisläufe mit Trockenkühlern vorgestellt, um den Wasserverbrauch im Betrieb zu minimieren.

