Immer mehr Hersteller statten die kompakten Systeme mit Hochleistungs-Grafik und spezieller KI-Hardware aus. Zielgruppe sind Gamer, kleine Unternehmen und Technik-Enthusiasten.
Asus ROG NUC: Die Luxus-Kompakte für Gamer
Den spektakulärsten Einstieg ins High-End-Segment feierte Asus mit der ROG NUC 20th Anniversary Edition. Seit dem 26. Juni können Vorbestellungen aufgegeben werden, der offizielle Verkaufsstart ist für den 2. Juli 2026 geplant. Der Preis liegt bei umgerechnet rund 6.000 Euro.
Die technischen Daten können sich sehen lassen: Ein Intel Core Ultra 9 290HX Plus Prozessor arbeitet mit einer Nvidia RTX 5090 Laptop-GPU zusammen, die über 24 Gigabyte GDDR7-Speicher verfügt. Dazu kommen 64 Gigabyte DDR5-6400 RAM und eine 2 Terabyte große PCIe-Gen6-NVMe-SSD. Damit das Ganze in einem nur drei Liter kleinen Gehäuse nicht überhitzt, setzt Asus auf eine Dampfkammer und drei Lüfter.
Europa setzt auf Modularität
Einen anderen Weg geht der französische Händler LDLC. Dessen „Stim Machine“, kürzlich in PC Box umbenannt, setzt auf ein echtes Mini-ITX-Mainboard. Das bedeutet: Alle Komponenten lassen sich austauschen und aufrüsten. Angetrieben wird das System von einem AMD Ryzen 5 8400F und einer Radeon RX 9060 XT auf Basis der neuen RDNA-4-Architektur.
Kunden können zwischen einem Bausatz für rund 1.000 Euro und einer fertig montierten Version wählen – letztere kostet etwas mehr.
Eigenbau: Vom AMD-Ingenieur für die Community
Auch die Bastler-Szene ist aktiv. Der AMD-Ingenieur Jacob Terkelsen entwarf die Terk Box v1.1 – ein 3D-gedrucktes Mini-ITX-Gehäuse für eine RTX 5060 und einen Ryzen 5 5500. Das Projekt zielt darauf ab, handelsüblichen Handheld-Konsolen wie dem Steam Deck mit deutlich mehr Grafikleistung Konkurrenz zu machen. Einziger Wermutstropfen: Wegen fehlender Nvidia-Treiber läuft SteamOS derzeit nicht.
KI wird zum Standard-Feature
Die Hersteller setzen verstärkt auf lokale KI-Verarbeitung als Verkaufsargument. MSI etwa bringt den Cubi NUC AI+ 3MG mit Intel Core Ultra Prozessoren. Das System unterstützt bis zu 64 Gigabyte LPDDR5X-Arbeitsspeicher und bietet zwei Ethernet-Ports sowie Thunderbolt 4. Gedacht ist es für kleine Unternehmen, die eine kompakte Workstation für Datenanalyse und Videobearbeitung brauchen.
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GMKtec wiederum bewirbt seinen K13 Mini-PC mit satten 115 TOPS KI-Rechenleistung – also 115 Billionen Operationen pro Sekunde. Der ursprüngliche Preis von knapp 900 Euro wurde bei Aktionen zuletzt deutlich reduziert.
Chinesischer Spezialist für Ubuntu-Fans
Im chinesischen Markt startete Lenovo am 26. Juni die Vorbestellung für den AI Host Mini. Das Gerät misst gerade einmal zehn Zentimeter im Quadrat und wird mit vorinstalliertem Ubuntu ausgeliefert. Herzstück ist ein Cixin P1 CD8180 mit zwölf Kernen und einer dedizierten NPU, die 30 TOPS liefert. Die Zielgruppe: Anwender, die lokale KI-Funktionen auf engstem Raum benötigen.
Home Labs und Bildung: Der stille Boom
Ein besonders dynamisches Segment sind Netzwerk- und „Home Lab“-Anwendungen. Dual-2,5-GbE-Ports haben sich hier als Standard etabliert. Die Mini-Rechner dienen als Firewalls, Media-Server oder Virtualisierungs-Hosts.
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Für Sparfüchse gibt es etwa den Bosgame E5 mit einem AMD Ryzen 3 5300U und eben jener doppelten Netzwerkschnittstelle. Solche Geräte laufen häufig mit Proxmox VE oder Ubuntu Server.
Bildungseinrichtungen entdecken die Vorteile der Kompaktrechner: Sie verbrauchen weniger Strom als klassische Tower und lassen sich per VESA-Halterung direkt an die Rückseite von Monitoren schrauben. Während einfache Modelle mit Intel N100 weiterhin für Basisanwendungen gefragt sind, wandert der Markt zunehmend zu Mittelklasse-Prozessoren wie Ryzen 5 und Ryzen 7 für anspruchsvollere Aufgaben.
Für alle, die ein besonders knappes Budget haben, bleibt der Gebrauchtmarkt eine Alternative: Ausgemusterte Dell OptiPlex oder Lenovo ThinkCentre Micro von Unternehmen lassen sich oft günstig zu leistungsfähigen Servern umfunktionieren.

