Boston Dynamics verabschiedet seinen Forschungssuperstar mit einer spektakulären Akrobatik-Show. Doch der Salto rückwärts ist nur der Showdown – das wahre Ziel ist der Einsatz in der Industrie.
Der Forschungssuperstar geht in den Ruhestand. In einem viralen Video vollführt der humanoide Atlas-Roboter einen makellosen Radschlag, gefolgt von einem Salto rückwärts. Die spektakuläre Demonstration markiert das Ende einer Ära: Boston Dynamics stellt sein legendäres Forschungsmodell ein und konzentriert sich voll auf den kommerziellen Einsatz.
Das Video „Run in the Sun“, das am Wochenende veröffentlicht wurde, zeigt die absolute Grenze dessen, was in Sachen Ganzkörper-Beweglichkeit und Balance möglich ist. Erstmals inkludierte das Unternehmen auch eine „Pannen-Zusammenstellung“ – Clips, in denen der Roboter stürzt und umfällt. Diese Transparenz soll den langen Weg des Trial-and-Error-Trainings mittels bestärkendem Lernen verdeutlichen.
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Vom Labor in die Fabrikhalle
Doch während der Forschungs-Atlas seinen Abgang feiert, ist die Zukunft bereits elektrisch. Seit Januar steht das Nachfolgemodell Enterprise Atlas im Fokus. Auf der CES 2026 vorgestellt, ist dieser Roboter nicht als Akrobat, sondern als Arbeiter konzipiert.
Das kommerzielle Modell verfügt über 56 Freiheitsgrade und ist für „langweilige“, aber essentielle Aufgaben wie Materialtransport und Kommissionierung gebaut. Leiser, effizienter und mit der Fähigkeit, seine eigenen Akkus zu wechseln, soll er die Zuverlässigkeit eines Toyota Camry in die Robotik bringen – konsistent und betriebsbereit, statt spektakulär.
Der Fahrplan: Pilotphase vor Serieneinsatz
Die kommerzielle Einführung folgt einem klaren, mehrstufigen Plan. Erste Pilot-Einheiten des Enterprise Atlas sind bereits seit Anfang 2026 im Einsatz, unter anderem in Hyundais Robotik-Zentrum und bei Google DeepMind.
Der Fokus liegt aktuell auf Datensammlung und Software-Integration. Die eigentliche Serienproduktion für den Einsatz in der Automobilfertigung ist jedoch erst für 2028 vorgesehen. Dann sollen Atlas-Roboter im Hyundai-Werk in Georgia (USA) Teile sortieren und handhaben. Diese zweijährige Lücke ist entscheidend, um die „Simulation-zu-Realität“-Prozesse zu verfeinern, die auch für den spektakulären Salto notwendig waren.
DeepMind bringt das Denken in den Roboter
Ein Schlüssel zum Erfolg ist die Partnerschaft mit Google DeepMind. Seit 2025 integriert Boston Dynamics DeepMinds KI-Foundation-Modelle in die Atlas-Hardware.
Während Boston Dynamics die „athletische Intelligenz“ – das Halten der Balance – meistert, steuert DeepMind die kognitive Intelligenz bei. Diese ermöglicht es dem Roboter, seine Umgebung zu verstehen, Objekte zu identifizieren und Aufgaben zu planen, ohne für jede neue Situation neu programmiert zu werden. In den Pilot-Tests bei DeepMind lernt Atlas derzeit, schwere Türen zu öffnen und unregelmäßige Teile zu handhaben.
Was bedeutet das für die Industrie?
Die gleichzeitige Veröffentlichung des Show-Videos und die Markteinführung des Industrieroboters unterstreichen eine Spaltung in der Branche. Auf der einen Seite steht der Bedarf an dynamischer Beweglichkeit für unstrukturierte Umgebungen. Auf der anderen Seite dominieren Zuverlässigkeit und Sicherheitsstandards, die für die Zulassung in Fabriken unerlässlich sind.
Sicherheitsexperten weisen darauf hin, dass mit dem Einzug solcher Roboter in die Produktion veraltete Sicherheitskonzepte wie der „große rote Knopf“ überdacht werden müssen. Neue Standards für die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine ohne Schutzzaun werden dringend benötigt. Die gezeigten Stürze im „Blooper-Reel“ machen die physischen Risiken deutlich – und erklären, warum die Einführung behutsam über Jahre geplant ist.
Die Botschaft von Boston Dynamics ist klar: Die Ära des parkourlaufenden Forschungsroboters ist zu Ende. Die Ära des elektrischen Kollegen, der anpackt, hat begonnen. Die Technologie hinter dem Salto wird künftig nicht für Showeinlagen, sondern für die Grundlage der Fabrikarbeit von morgen sorgen.
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