ATT-Reform: Apple ändert Tracking-Abfragen in der EU ab sofort

Apple passt seine ATT-Zustimmungsdialoge in der EU an: neutralere Formulierungen, neue Button-Anordnung und jährliche Nachfragen. Das Bundeskartellamt beendet seine Untersuchung, äußert aber weiterhin Wettbewerbsbedenken.

Der Technologiekonzern Apple nimmt umfassende Anpassungen an den Zustimmungsbildschirmen seines „App Tracking Transparency“ (ATT)-Frameworks innerhalb der Europäischen Union vor.

Wie am 19. August 2026 bekannt wurde, zielen die Änderungen auf ein neutraleres Design und eine modifizierte Benutzerführung ab. Damit reagiert das Unternehmen auf anhaltenden regulatorischen Druck und wettbewerbsrechtliche Bedenken in mehreren europäischen Mitgliedstaaten.

Neutralere Gestaltung und geänderte Benutzerführung

Die Überarbeitung der ATT-Abfragen umfasst wesentliche optische und inhaltliche Aspekte. Künftig werden die Formulierungen in den Zustimmungsdialogen neutraler gestaltet, wobei insbesondere das Wort „Tracking“ vollständig entfernt wird. Zudem ändert Apple die Anordnung der Schaltflächen: Die Option „Erlauben“ wird am oberen Rand des Dialogfeldes platziert, während die Schaltfläche zum „Verbieten“ am unteren Rand erscheint.

Die Implementierung dieser Neuerungen soll innerhalb eines Zeitraums von vier Monaten erfolgen. Die Änderungen betreffen nahezu alle EU-Mitgliedstaaten, finden jedoch in anderen Märkten wie Japan keine Anwendung. Das grundlegende ATT-Framework bleibt trotz der Anpassungen bestehen.

Anzeige

Wer sich mit dem Thema Datenschutz befasst, sollte nach einem System-Update auch weitere sicherheitsrelevante Konfigurationen prüfen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, welche iPhone-Einstellung Sie nach jedem Update sofort überprüfen sollten. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber herunterladen

Eine weitere Neuerung betrifft die Häufigkeit der Abfragen: Drittanbieter erhalten die Möglichkeit, Nutzer nach Ablauf eines Jahres erneut um ihre Zustimmung für den Datenaustausch zu bitten.

Bundeskartellamt beendet Untersuchung mit Vorbehalten

Im Zusammenhang mit diesen Anpassungen beendete das Bundeskartellamt am 17. August 2026 seine offizielle Untersuchung des ATT-Frameworks. Trotz der Einstellung des Verfahrens formalisierte die Behörde am 20. August 2026 ihre verbleibenden Bedenken hinsichtlich der Wettbewerbssituation auf dem Betriebssystem iOS. Ein zentraler Kritikpunkt der Wettbewerbshüter bleibt die Ungleichbehandlung zwischen Apple und Drittanbietern.

Während externe App-Entwickler zwingend eine aktive Zustimmung der Nutzer einholen müssen, ist dies für Apples eigene Dienste in dieser Form nicht vorgesehen. Zudem wies das Bundeskartellamt darauf hin, dass Nutzer bei Anwendungen von Drittanbietern mit bis zu vier verschiedenen Abfragen konfrontiert werden können, während das System bei Apple-eigenen Anwendungen maximal zwei Abfragen vorsieht.

Anzeige

Um bei den vielen technischen Neuerungen und Begriffen rund um das Betriebssystem nicht den Überblick zu verlieren, hilft eine klare Übersicht der wichtigsten Funktionen. In diesem gratis PDF-Lexikon werden die 53 zentralen Begriffe der Apple-Welt einfach und verständlich erklärt. iPhone-Lexikon jetzt gratis sichern

Die Behörde betonte, dass die Untersuchung zwar abgeschlossen sei, Apple jedoch weiterhin die Möglichkeit zur Stellungnahme habe. Die deutschen Wettbewerbshüter arbeiten in dieser Angelegenheit zudem eng mit der EU-Kommission zusammen.

Regulatorischer Druck und finanzielle Sanktionen

Die nun angekündigten Änderungen folgen auf eine Phase intensiver Auseinandersetzungen zwischen Apple und europäischen Regulierungsbehörden. In der Vergangenheit hatte der Konzern zeitweise damit gedroht, die Zustimmungsabfrage vollständig aufzugeben, sollte der Druck auf das Framework zu groß werden.

Zudem war Apple bereits mit erheblichen Strafzahlungen in der EU konfrontiert. Frankreich verhängte eine strafe in Höhe von 150 Millionen Euro gegen das Unternehmen, während die italienischen Behörden eine Sanktion von 98,6 Millionen Euro aussprachen.

Das ATT-Framework wurde ursprünglich im Jahr 2021 mit der Version iOS 14.5 eingeführt. Es verpflichtet App-Entwickler dazu, die explizite Erlaubnis der Nutzer einzuholen, bevor deren Aktivitäten über verschiedene Apps und Websites hinweg zu Werbezwecken nachverfolgt werden dürfen. Die jetzigen Anpassungen markieren eine der signifikantesten Änderungen an diesem System seit seiner Einführung.