Australien reagiert mit schärferen Finanzkontrollen auf ein ausgeklügeltes Betrugssystem bei Studentenvisa aus Südasien. Das sogenannte „Search Fund“-Schema zwingt die Behörden zum sofortigen Handeln.
Sofortige Verschärfung der Prüfstufen
Seit Donnerstag gelten höhere Hürden für Studienbewerber aus mehreren südasiatischen Ländern. Das australische Innenministerium passte die Assessment Levels nach einer Warnung im Provider Registration and International Student Management System (PRISMS) an. Hintergrund ist die Aufdeckung eines neuartigen Betrugsmechanismus, der gezielt die finanziellen Nachweise für Studentenvisa unterläuft.
So funktioniert der „Search Fund“-Betrug
Das Schema stellt eine neue Stufe der Visabetrugs dar. Statt gefälschte Bankunterlagen zu verwenden, nutzen spezialisierte Agenten echte Finanzdaten Dritter. Sie durchsuchen Bankdatenbanken nach Konten von Personen, die zufällig den gleichen Nachnamen wie die angegebenen Eltern oder Sponsoren des Bewerbers tragen.
„Die gefundenen Konten sind echt und gut gefüllt“, erklärt Ravi Lochan Singh, CEO der Bildungsberatung Global Reach. „Das macht die Methode so tückisch. Der Betrug basiert auf Namensverwechslung, nicht auf Dokumentenfälschung.“ Diese legitimen Kontodaten werden dann als Finanznachweis eingereicht und überstehen oft erste automatische Prüfungen.
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Südasien im Fokus: Nepal, Bangladesch und Indien
Die unmittelbaren Auswirkungen treffen vor allem Bewerber aus Nepal, Bangladesch und Indien. Für Nepal und Bangladesch wurden die Prüfstufen besonders angehoben. Hintergrund sind ungewöhnlich hohe Visum-Erfolgsquoten in den letzten Monaten, die nun unter Verdacht stehen.
Auch der große Bildungsmarkt Indien steht unter Beobachtung. Experten sehen in der weitverzweigten Netzwerkstruktur mit vielen Untervermittlern eine Schwachstelle, über die sich das „Search Fund“-Modell verbreitet haben könnte.
Branche reagiert mit schärferen Prüfungen
Hochschulen und Berufsbildungseinrichtungen müssen ihre internen Prüfverfahren jetzt verschärfen. Die Zulassungsstellen sollen künftig verstärkt die tatsächliche familiäre Verbindung zwischen Kontoinhaber und Studierenden nachweisen lassen – etwa durch Geburtsurkunden oder eidesstattliche Versicherungen.
„Die Ära der Tricks und Abkürzungen ist vorbei“, so ein Branchenkenner. Seriöse Bildungsberater begrüßen die Maßnahmen als notwendig für den langfristigen Ruf des Sektors. Gleichzeitig könnte es in der ersten Hälfte 2026 zu einem vorübergehenden Rückgang der Studentenzahlen aus der Region kommen.
Cyberbetrug nutzt legale Daten
Das „Search Fund“-Schema zeigt einen alarmierenden Trend im Cyberbetrug auf: Statt falsche Daten zu erfinden, werden legale Daten aus dem Zusammenhang gerissen und missbraucht. Diese „kontextuelle Betrugsattacke“ umgeht viele automatisierte Betrugserkennungssysteme.
Der Vorfall unterstreicht die Notwendigkeit besserer grenzüberschreitender Identitätsprüfungen. Während Visa-Systeme weltweit digitalisiert werden, werden auch die Betrugsmethoden datenzentrierter.
Signal an andere Länder
Australiens entschlossenes Vorgehen setzt ein Signal an andere große Studienländer wie Großbritannien, Kanada und die USA. Sie könnten mit ähnlichen Schwachstellen konfrontiert sein. Für Studierende und Familien in Südasien bleibt eine klare Botschaft: Absolute Transparenz bei allen Finanzdokumenten ist jetzt unverzichtbar.





