Auto Drafts 2.0: Superhuman schreibt 60% der E-Mails automatisch

Superhumans neue KI verfasst E-Mails im persönlichen Stil. 60 Prozent der Entwürfe werden unverändert versendet, was neun Minuten pro Nachricht spart.

Die E-Mail-Plattform Superhuman hat eine neue KI-Funktion vorgestellt, die professionellen Nutzern das Verfassen von Nachrichten weitgehend abnimmt. Das Update kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Markt für E-Mail-Management-Software bis 2029 auf umgerechnet rund 7,5 Milliarden Euro wachsen soll – angetrieben vom Trend weg von passiven Organisations-Tools hin zu aktiven KI-Assistenten.

60 Prozent der Entwürfe unverändert versendet

Das neue Auto Drafts 2.0 nutzt Sprachmodelle von Anthropic und OpenAI, um Antworten zu generieren, die den persönlichen Schreibstil des Nutzers nachahmen. Die Beta-Ergebnisse sind beeindruckend: 60 Prozent aller automatisch erstellten Entwürfe wurden ohne manuelle Bearbeitung versendet. Zudem gingen 40 Prozent dieser Vorschläge noch am selben Tag raus.

Das System greift auf den Posteingang, den Kalender und Webdaten zurück und liefert bis zu drei Varianten pro Antwort. Nach Angaben des Unternehmens spart die Automatisierung durchschnittlich neun Minuten pro Entwurf. Die Funktion folgt auf die Übernahme von Superhuman durch Grammarly im Jahr 2025. Verfügbar ist sie derzeit für Business- und Enterprise-Abonnenten – der Dienst kostet umgerechnet rund 23 Euro pro Nutzer und Monat.

Anzeige

Während KI-Assistenten das Schreiben von E-Mails revolutionieren, bleibt die effiziente Grundkonfiguration Ihres Postfachs die Basis für produktives Arbeiten. In diesem kostenlosen Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Ihr Outlook optimal einrichten und mit Profi-Tricks täglich wertvolle Zeit sparen. 7 Zeitspar-Tricks, die Outlook-Profis täglich nutzen – jetzt kostenlos entdecken

Wettbewerb um den intelligenten Posteingang

Der Markt für geschäftliche E-Mail-Lösungen zersplittert zunehmend. Während die großen Plattformen ihre KI-Funktionen ausbauen, drängen spezialisierte Anbieter mit eigenen Lösungen nach vorne.

Google testet derzeit in den USA und Kanada den „CC“ genannten Gemini-Assistenten für private Gmail-Nutzer. Die experimentelle Funktion, die AI Pro- und Ultra-Abonnenten vorbehalten ist, liefert eine tägliche Zusammenfassung mit Aufgaben, Terminen und relevanten Dokumenten.

Microsoft erweitert unterdessen seine Copilot-Funktion für Outlook – zum Preis von rund 28 Euro pro Nutzer und Monat. Allerdings bleibt der Dienst auf Exchange-Online-Nutzer beschränkt. Unternehmen mit lokalen oder hybriden Installationen gehen leer aus und weichen auf Alternativen wie SaneBox oder Spark Mail aus.

Zwischen Open Source und Premium

Branchenbeobachter sehen eine wachsende Kluft zwischen quelloffenen Lösungen und teuren KI-Clients. Die aktuelle Auswahl für Profis umfasst unter anderem:

  • Inbox Zero: Open-Source-Assistent für rund 18 Euro monatlich
  • Shortwave: KI-native App für Gmail-Nutzer für etwa 22 Euro pro Monat
  • Nextiva: Lösung für Kundendienstteams mit geteilten Postfächern ab rund 14 Euro monatlich

Die Bewertungskriterien haben sich verschoben: Sicherheitszertifikate und tiefe CRM-Integration sind heute entscheidend. Nextiva wirbt etwa mit SOC 2, HIPAA und DSGVO-Compliance, um Kunden aus regulierten Branchen zu gewinnen.

Anzeige

Der Einsatz moderner KI-Tools in der Unternehmenskommunikation erfordert heute mehr als nur technische Finesse, da rechtliche Anforderungen wie der EU AI Act neue Pflichten für Firmen festlegen. Sichern Sie sich diesen kompakten Umsetzungsleitfaden, um Fristen und Risikoklassen der neuen KI-Verordnung rechtssicher zu verstehen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt

Je ausgereifter die Technologie wird, desto stärker konzentrieren sich die Entwickler darauf, dass die Systeme mit der Zeit die Vorlieben der Nutzer lernen. Das Ziel: Routinekommunikation weitgehend ohne menschliches Eingreifen abzuwickeln.