Automation Anywhere launcht EnterpriseClaw: Die nächste Stufe der Unternehmensautomatisierung

Automation Anywhere präsentiert EnterpriseClaw, eine Plattform für autonome KI-Agenten im Unternehmen. Die Lösung zielt auf Service-Desk-Automatisierung ab.

Der US-Softwarekonzern Automation Anywhere bringt mit EnterpriseClaw eine Plattform für autonome KI-Agenten auf den Markt. Die am 19. Mai vorgestellte Lösung zielt darauf ab, Service-Desk-Aufgaben und betriebliche Abläufe weitgehend ohne menschliches Eingreifen zu bewältigen. Damit reagiert das Unternehmen auf den branchenweiten Trend zu „agentischer“ KI – Software, die nicht nur Skripte abarbeitet, sondern eigenständig plant, entscheidet und komplexe Arbeitsabläufe steuert.

EnterpriseClaw soll Unternehmen den Übergang von der klassischen Robotic Process Automation (RPA) hin zu autonomen Agentenarchitekturen ermöglichen. Die Plattform bietet eine dedizierte Infrastruktur für Sicherheit, Identitätsmanagement und KI – genau das, was Experten für „Claw-artige“ Agenten für unverzichtbar halten. Diese können Service-Desk-Anfragen bearbeiten und interne Prozesse optimieren, ohne dass ein Mensch jeden Schritt überwachen muss.

Partnerschaften mit Cisco, Nvidia, Okta und OpenAI

Die neue Plattform ruht auf einem breiten Partnernetzwerk. Mitte Mai bestätigte Automation Anywhere Kooperationen mit Cisco, Nvidia, Okta und OpenAI. Ziel ist es, den agentischen Stack nahtlos in bestehende Unternehmensinfrastrukturen einzubetten.

Der Clou: EnterpriseClaw nutzt Okta-Identitätsframeworks und Cisco-Netzwerksicherheit, um eine abgeschottete Umgebung für KI-Agenten zu schaffen. So können autonome Einheiten nur auf Daten und Systeme zugreifen, für die sie explizit autorisiert sind – ein Schutzmechanismus gegen unkontrolliertes KI-Verhalten. Die Integration von Nvidias Hardware und Software, insbesondere der NemoClaw-Tools, liefert die nötige Rechenleistung für Echtzeit-Entscheidungen.

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Architektonisch basiert EnterpriseClaw auf OpenClaw, einer Open-Source-Initiative von Peter Steinberger aus dem Jahr 2025. Automation Anywhere setzt auf einen offenen Kern, um eine Entwickler-Community zu fördern, und legt eigene Sicherheits- und Verwaltungswerkzeuge darüber. Aktuell befindet sich die Plattform in der Vorschauphase; die allgemeine Verfügbarkeit ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.

Wettlauf um die Vorherrschaft bei autonomen Agenten

Der Markt für autonome Unternehmensagenten ist hart umkämpft. Erst gestern, am 20. Mai, stellte Alteryx sein eigenes Agent Studio und einen MCP-Server vor – entwickelt, um Daten-Workflows in agentengesteuerte Systeme zu verwandeln. Alteryx gab bekannt, dass seine Kunden im vergangenen Jahr über 380 Millionen Workflows ausgeführt haben – ein Beleg für das enorme Volumen, das nun automatisiert werden soll.

Die Konkurrenz kommt aber auch von den Tech-Giganten. Auf seiner Entwicklerkonferenz am 19. Mai enthüllte Google den Gemini Spark, einen rund-um-die-Uhr-KI-Agenten für die Workspace-Suite. Er kann eigenständig E-Mails versenden und Meetings buchen – angetrieben von den Modellen Gemini 3.5 und Antigravity. Figma kündete am 20. Mai an, KI-Agenten in seine Design-Plattform zu integrieren, sodass Nutzer Designs per Textbefehl generieren und bearbeiten können.

Auch kleinere Spezialisten mischen kräftig mit. NanoCo AI, die Entwickler des Open-Source-Agenten-Tools NanoClaw, sicherten sich kürzlich 12 Millionen Euro (12 Millionen US-Dollar) in einer Seed-Finanzierungsrunde. Ihr Tool besteht aus nur 500 Zeilen TypeScript, nutzt MicroVM-Sandboxing und wurde bereits über 250.000 Mal heruntergeladen. Sogar Regierungsbeamte in Singapur setzen es als „zweites Gehirn“ für berufliche Aufgaben ein. EnterpriseClaw positioniert sich hier als die robustere, unternehmensfreundliche Alternative.

Sicherheit hat oberste Priorität

Mit der Verbreitung autonomer Agenten wächst auch der Bedarf an Sicherheitswerkzeugen. Erst gestern veröffentlichte Microsoft zwei neue Open-Source-Tools: RAMPART und Clarity. RAMPART dient als Test-Framework für kontinuierliche Sicherheitsüberprüfungen und schützt vor Prompt-Injection-Angriffen. Clarity konzentriert sich auf die strukturierte Analyse von Anforderungen.

Wie nötig solche Maßnahmen sind, zeigen aktuelle Berichte von Cybersicherheitsfirmen. Forscher beobachten seit Monaten eine Zunahme von Phishing-Kampagnen gegen Microsoft Teams. Im März 2026 zielten 77 Prozent aller Angriffe gezielt auf Führungskräfte. Wenn Agenten wie EnterpriseClaw künftig in solchen Kommunikationsplattformen agieren – entsprechende Plugins sind in Entwicklung –, wird die Unterscheidung zwischen legitimen autonomen Aktionen und böswilligen Täuschungsversuchen entscheidend.

Automation Anywhere betont daher, dass EnterpriseClaw eine „von Tag eins an sichere“ Architektur bietet. Dieser Ansatz ähnelt dem von 1Password, das kürzlich mit OpenAI kooperierte, um KI-Coding-Agenten durch den Einsatz von Environment MCP Servern am Leckwerden von Zugangsdaten zu hindern.

Vom RPA-Bot zum denkenden Agenten

Der Wandel von klassischer Automatisierung zu autonomen Agenten ist ein fundamentaler Schritt. Erste Anwender berichten von deutlichen Effizienzgewinnen. HealthEquity etwa schulte über 2.000 Mitarbeiter im Umgang mit KI-Tools und steigerte die monatlichen automatisierten Aktionen von 50.000 auf 220.000. Compliance-Prüfungen, die früher Tage dauerten, seien nun in Minuten erledigt. Geschäftsführer würden so zu „Machern“ ihrer eigenen KI-Agenten.

Auch die AlRayan Bank in Katar setzt auf KI-gestützte Produktivitätstools – für ESG-Analysen und Kreditdokumentation. Die Bank betont, dass alle Einsätze streng nach lokalen KI-Richtlinien erfolgen. Das unterstreicht die wachsende Bedeutung regulatorischer Compliance im Zeitalter autonomer Systeme.

Für Automation Anywhere ist EnterpriseClaw der Versuch, diesen „Maker“-Schwung einzufangen. Die Plattform soll leistungsstark genug für Entwickler und zugänglich genug für Geschäftsanwender sein. Der Schritt von statischen Bots zu dynamischen Agenten adressiert die Schwächen der ersten RPA-Generation, die oft an Ausnahmen und nicht-linearen Aufgaben scheiterte.

Ausblick: 2026 wird das Jahr der autonomen Agenten

Der Rest des Jahres 2026 dürfte von rascher Weiterentwicklung und verstärktem Einsatz autonomer Service-Desk-Technologien geprägt sein. Mit der für das zweite Halbjahr angekündigten allgemeinen Verfügbarkeit von EnterpriseClaw ist eine neue Welle von Unternehmensimplementierungen zu erwarten. Analysten rechnen damit, dass „Claw-artige“ Agenten zum Standard moderner digitaler Arbeitsplätze werden – und der Wettbewerb zwischen Microsoft, Google und spezialisierten Automatisierungsfirmen die Kosten senken und die Leistung verbessern wird.

Dennoch bleiben Herausforderungen, insbesondere die Frage nach der menschlichen Kontrolle. Wie das jüngste Windows-11-Update im Mai 2026 zeigte – das aufgrund von Systempartition-Begrenzungen mit Installationsfehlern (Error 0x800f0922) kämpfte –, benötigen selbst hochautomatisierte Systeme robuste Rückfallmechanismen und menschliche Aufsicht.

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Wenn Unternehmen nun Agenten für alles von IT-Troubleshooting bis hin zu Design und Codierung einsetzen, wird sich der Fokus von der grundlegenden Funktionalität hin zur langfristigen Zuverlässigkeit und Governance dieser autonomen Flotten verschieben. Der Erfolg von EnterpriseClaw wird letztlich davon abhängen, ob autonome Agenten das Vertrauen der Unternehmen gewinnen – ohne Kompromisse bei Sicherheit oder Betriebsstabilität.