Avaya wählt Google Cloud als strategischen Partner für KI und Zusammenarbeit – ein Schritt, der interne Effizienz steigern und die Produktentwicklung beschleunigen soll.
Morristown, New Jersey. Der Enterprise-Kommunikationsspezialist Avaya stellt seine interne IT-Landschaft grundlegend um. Wie das Unternehmen diese Woche bekannt gab, wird künftig Google Cloud’s Gemini Enterprise die zentrale KI-Plattform und Google Workspace die primäre Kollaborationssuite sein. Die am 30. Dezember veröffentlichte Entscheidung markiert eine strategische Neuausrichtung. Avaya will damit interne Abläufe straffen und hyperskalierbare Künstliche Intelligenz für Produktinnovationen nutzbar machen.
Strategischer Schwenk zu „agentischer“ KI
Die Einführung von Gemini Enterprise ist mehr als ein Software-Update. Sie signalisiert Avayas Fokus auf den aufstrebenden Bereich der „agentischen“ Künstlichen Intelligenz. Im Gegensatz zu traditionellen KI-Assistenten, die nur auf Anfragen reagieren, sind agentische Systeme darauf ausgelegt, eigenständig komplexe Workflows zu steuern, verschiedene Datenquellen zu verbinden und mehrstufige Aufgaben über Anwendungen hinweg auszuführen.
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Durch die Integration will Avaya seine internen Wissensbestände in einer einzigen, intelligenten Schnittstelle bündeln. Das adressiert ein typisches Unternehmensproblem: das zersplitterte Wissen in isolierten Systemen wie CRM-Plattformen, Support-Dokumentationen und E-Mail-Archiven. Mitarbeiter sollen Informationen aus diesen Quellen sofort abrufen und synthetisieren können. Theoretisch reduziert das den Aufwand für administrative Aufgaben und schafft Kapazitäten für wertschöpfende Kundeninteraktionen.
Branchenbeobachter sehen in dieser internen Transformation einen Vorläufer für externe Produktverbesserungen. Indem Avaya diese fortschrittlichen KI-Fähigkeiten in die eigenen Abläufe einbettet, positioniert es sich, um ähnliche agentische Funktionen später auch in seine kundenorientierten Contact-Center-Lösungen zu integrieren.
Google Workspace vereinheitlicht die Zusammenarbeit
Parallel zur KI-Plattform wechselt Avayas Belegschaft zu Google Workspace. Die cloud-native Suite mit Gmail, Docs, Drive und Meet ersetzt ältere Kollaborationstools. Diese Migration soll den Technologie-Stack vereinfachen und den Wartungsaufwand für mehrere, sich überschneidende Kommunikationswerkzeuge reduzieren.
Die Integration bringt KI direkt in den täglichen Workflow. Funktionen wie KI-gestütztes Verfassen in Docs, automatische Besprechungszusammenfassungen in Meet und intelligente Organisation in Drive sollen die Agilität des Unternehmens steigern. Laut Avaya fördert diese einheitliche Umgebung eine reaktionsschnellere Unternehmenskultur, die besser auf den schnelllebigen globalen Kommunikationsmarkt reagieren kann.
Diese Konsolidierung folgt einem Branchentrend: Große Anbieter von Unternehmenssoftware setzen zunehmend auf integrierte Ökosysteme statt auf eine fragmentierte „Best-of-Breed“-Strategie. Ziel ist ein nahtloser Datenaustausch zwischen Produktivitäts-Apps und KI-Modellen.
Führungsvision: Eine Kultur des „AI-First“
Die Unternehmensführung betont, dass es sich um einen entscheidenden Schritt zur Neudefinition der Arbeitsumgebung handelt. Pete Lavache, Chief Marketing Officer bei Avaya, unterstrich, dass der Einsatz von Gemini Enterprise und Google Workspace Mitarbeiter durch KI-gestützte Erkenntnisse befähigen soll. Es gehe darum, Workflows neu zu denken, um mehr Agilität in den Teams zu entfesseln. Dies werde Innovationen beschleunigen und letztlich zu besseren Ergebnissen für Kunden führen.
Das Vorhaben wird nicht als reine IT-Infrastruktur-Modernisierung, sondern als kultureller Wandel hin zu einer „AI-First“-Mentalität verstanden. Indem Avaya seine Mitarbeiter mit KI-Werkzeugen auf dem Niveau der Konsumentenwelt ausstattet, hofft das Unternehmen, seine eigenen Produktentwicklungszyklen zu beschleunigen. Die Erwartung: Mitarbeiter, die fortgeschrittene KI für ihre eigene Arbeit nutzen, sind besser in der Lage, überlegene KI-gestützte Erlebnisse für Avayas Kunden zu gestalten.
Marktanalyse: Ein strategischer Fall für 2026
Der Zeitpunkt der Ankündigung – kurz vor dem Jahreswechsel – setzt einen wettbewerbsorientierten Ton für 2026. Analysten von UC Today werten den Schritt in einem Bericht vom 2. Januar als überzeugende Fallstudie zur strategischen Plattformauswahl. Avayas Entscheidung, die hyperskalierbare Infrastruktur von Google zu nutzen, statt eigene Foundation-Models zu bauen, spiegelt einen pragmatischen Ansatz im kapitalintensiven KI-Wettlauf wider.
Die Partnerschaft unterstreicht auch die wachsende Bedeutung agentischer Workflows in den Bereichen Unified Communications (UC) und Contact Center as a Service (CCaaS). Da Unternehmen komplexere Kundenservice-Interaktionen automatisieren wollen, wird die Fähigkeit eines KI-Systems, als autonomer Agent zu handeln, zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal. Indem Avaya diese Technologien zuerst intern einsetzt, nutzt es seine eigenen Abläufe effektiv als Testfeld für die nächste Generation von Enterprise-Kommunikationstools.
Zudem stärkt der Schritt die Verbindung zu Google Cloud, einem Schlüsselakteur im KI-Infrastrukturmarkt. Diese vertiefte Beziehung könnte den Weg für künftige gemeinsame Go-to-Market-Initiativen oder engere Integrationen zwischen Avayas Experience Platform und Googles Contact Center AI (CCAI) ebnen. Konkrete Produkt-Roadmaps wurden in der Ankündigung vom 30. Dezember jedoch nicht genannt.
Ausblick: Die Umsetzung beginnt
Während Avaya die neuen Tools im ersten Halbjahr 2026 einführt, wird die Branche genau beobachten, wie sich die interne Effizienz auf die externe Marktperformance auswirkt. Der unmittelbare Fokus liegt auf der technischen Migration Tausender Mitarbeiter in das Google-Ökosystem und der notwendigen Schulung, um das Potenzial von Geminis agentischen Fähigkeiten voll auszuschöpfen.
Für Avayas Kunden bleibt die zentrale Frage: Wie wirkt sich diese interne Agilität auf Support und Produkte aus? Bei Erfolg könnte die Initiative zu schnelleren Lösungszeiten für Support-Tickets und einem beschleunigten Release-Takt für die Avaya Experience Platform führen.
Langfristig könnte der Erfolg dieser Einführung andere etablierte Technologieunternehmen beeinflussen. Der Trend könnte weg von individuellen Legacy-Systemen und hin zu Partnerschaften mit Hyperscalern wie Google, Microsoft oder AWS für die zentralen Produktivitäts- und KI-Schichten gehen. Avayas Wette auf agentische KI positioniert das Unternehmen an der Spitze dieses operativen Experiments.
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