Shanghai – Die globale Hausgeräteindustrie steht vor einem Wendepunkt. Auf der Appliance & Electronics World Expo (AWE) 2026 im März soll Künstliche Intelligenz endgültig den Sprung vom Labor in die heimischen vier Wände schaffen. Unter dem Motto „Smart AI, Smarter Future“ zeigen über 1.200 Aussteller, wie die nächste Generation smarter Geräte den Alltag automatisiert.
Vom vernetzten zum vorausschauenden Zuhause
Die Messe, die vom 12. bis 15. März in Shanghai stattfindet, markiert den Übergang von experimenteller KI zu massentauglichen Produkten. Die Grenzen zwischen Geräteherstellern, Zulieferern und KI-Entwicklern verschwimmen. Der Fokus liegt nicht mehr auf bloßer Fernsteuerung, sondern auf proaktiven Systemen, die eigenständig Entscheidungen treffen – etwa über Energieverbrauch oder Reinigungszyklen.
Die Veranstaltung platzt aus allen Nähten und erstreckt sich erstmals über zwei Standorte. Diese Expansion spiegelt das explosive Wachstum wider, das von der Nachfrage nach komplett vernetzten Smart-Home-Ökosystemen getrieben wird.
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Chinas Tech-Riesen geben den Ton an
Vor Ort treiben vor allem heimische Konzerne wie Haier und Midea die Agenda voran. Sie nutzen ihren Heimvorteil, um globale Trends zu setzen.
Haier wird seine „Zero Distance“-Vision präsentieren. Im Mittelpunkt stehen nahtlos integrierte Geräte. Der Konzern zeigt unter anderem seine „Space Fit“-Serie und eine neue Kühlschrank-Technologie, die Lebensmittel mit stabilen Magnetfeldern einfriert, um die Textur zu erhalten.
Midea setzt auf Energieeffizienz. Die „AI ECOMASTER“-Technologie des Unternehmens soll den Stromverbrauch vernetzter Haushalte um bis zu 30 Prozent senken. Auf der Messe werden Klimaanlagen und Küchengeräte zu sehen sein, die mit lokaler Edge-KI Daten verarbeiten. Das erhöht Geschwindigkeit und Datenschutz, da weniger Cloud-Anbindung nötig ist.
Globaler Wettlauf um das „Null-Arbeits“-Haus
Doch auch internationale Player wie Samsung, LG, Bosch und Panasonic mischen kräftig mit. Sie alle kämpfen um die Definition des automatisierten Haushalts.
Samsung bringt sein „Bespoke AI“-Ökosystem nach Shanghai. Dessen „AI Vision“-Technologie erkennt tausende Lebensmittel und hilft bei der Vorratsverwaltung. LG setzt auf „Affectionate Intelligence“ und könnte den Haushaltsroboter CLOiD vorstellen – ein Zeichen für den Trend zu autonomen, mobilen Assistenten.
Ein Schlüsselthema 2026 ist die Interoperabilität. Die breite Einführung des Matter-Standards gilt als entscheidender Katalysator für die KI-Wende. Midea, ein wichtiger Mitentwickler des Standards, wird eine Reihe Matter-fähiger Geräte präsentieren. Das beweist: Ein KI-gesteuertes Zuhause kann auch mit Geräten verschiedener Marken reibungslos funktionieren.
Die Ära der „Physischen KI“ bricht an
AWE 2026 steht für den Aufstieg der „Physischen KI“. Im Gegensatz zu generativen KI-Chatbots auf Bildschirmen interagieren diese Systeme direkt mit der physischen Welt. Sie regulieren Temperaturen, reinigen Böden und kochen Mahlzeiten.
Die Geräte entwickeln sich von passiven Werkzeugen zu aktiven Partnern. Neue Reinigungsroboter zeigen „transformierbare“ Fähigkeiten und passen ihre Form an, um schwer erreichbare Ecken zu säubern. Smarte Küchen koordinieren eigenständig die Garzeiten mehrerer Geräte, damit alle Komponenten einer Mahlzeit gleichzeitig fertig sind.
Was bedeutet das für den Markt?
Experten sind sich einig: 2026 wird das Jahr, in dem KI zur unsichtbaren Alltagsutility im Haushalt wird. Die Innovationen aus Shanghai werden die Verbrauchererwartungen für das kommende Jahrzehnt prägen. Die Messe bietet den ersten umfassenden Blick darauf, wie die Konvergenz von KI, Robotik und IoT das lang gehegte Versprechen eines vollautomatischen Haushalts endlich einlösen könnte. Der globale Smart-Home-Markt steht vor einem gewaltigen Wachstumsschub.
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