AWS-Kapazität: Cloud-Angebot für 2026 ausgebucht, 2027 fast vergeben

Strom- und Speicherengpässe bremsen den Ausbau, während Amazon 2026 rund 220 Milliarden US-Dollar investieren will.

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Beim weltweit führenden Cloud-Anbieter Amazon Web Services (AWS) übersteigt die Nachfrage nach Rechenleistung das verfügbare Angebot drastisch. Wie Amazon-Chef Andy Jassy in einem Branchen-Podcast darlegte, ist die AWS-Cloud-Kapazität für das laufende Jahr 2026 bereits vollständig ausgebucht.

Auch für das Jahr 2027 seien die Ressourcen weitgehend vergeben, während selbst für 2028 bereits ein bedeutender Teil gebunden sei. Der verbleibende Rest der Kapazitäten werde für On-Demand-Dienste wie EC2 und Bedrock vorgehalten.

Mangel an Strom und Speicher bremst Ausbau

Jassy betonte, dass der bestehende Engpass nicht im Jahr 2027 enden werde. Als wesentliche Treiber nannte er Verzögerungen bei der Errichtung neuer Rechenzentren, eine unzureichende Stromversorgung sowie eine anhaltende Verknappung bei Speicherkomponenten, die voraussichtlich auch 2027 nicht gelöst sein werde.

Um dem Bedarf zu begegnen, plant Amazon für das Jahr 2026 mit Investitionsausgaben in Höhe von rund 220 Milliarden US-Dollar, basierend auf Ankündigungen aus dem Sommer. Jassy merkte an, dass der Konzern theoretisch weit mehr investieren könnte.

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Die enorme langfristige Bindung zeigt sich auch in den Finanzberichten des Konzerns: Für das zweite Quartal wies Amazon nicht realisierte Mehrjahresverpflichtungen von rund 496 Milliarden US-Dollar mit einer gewichteten Restlaufzeit von 6,4 Jahren aus.

Um die Effizienz zu steigern, setzt der Konzern verstärkt auf eigene Halbleiter. Laut Jassy bieten die hauseigenen Trainium-Chips ein um 30 bis 40 Prozent besseres Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zu Standardlösungen.

Massive Hardware-Käufe und logistische Hürden

Trotz der massiven Mittelbereitstellung stößt die Bereitstellung der Infrastruktur auf physische Grenzen. Aus internen Dokumenten geht hervor, dass AWS im August 2026 Serverracks mit GB300-Systemen von Nvidia für rund 5 Milliarden US-Dollar erwarb und danach monatlich weitere Einheiten für rund 3 Milliarden US-Dollar auf absehbare Zeit orderte.

Allerdings mangelt es an einzelnen US-Standorten von AWS an ausreichender Stromversorgung, sodass gelieferte Serverracks vorerst in Zwischenlagern deponiert werden müssen.

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Die hohen Ausgaben schlagen sich derweil in der Liquidität nieder. Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete Amazon erstmals seit 2023 wieder einen negativen freien Cashflow. Die Geschäftszahlen für das dritte Quartal sollen planmäßig am 29. Oktober 2026 vorgelegt werden.

Branchenweites Defizit bei Rechenzentrumsinfrastruktur

Die Kapazitätsgrenzen bei AWS spiegeln einen branchenweiten Trend wider. Auch Google-CEO Sundar Pichai erklärte jüngst, dass die Branche mit der Nachfrage nach KI-Rechenleistung kaum Schritt halten könne und Kundenanfragen für das Jahr 2027 kaum zu bedienen seien.

Nvidia-Chef Jensen Huang bestätigte seinerseits, dass neue chip-Bestellungen nahezu täglich eingingen, während unfertige Rechenzentren, Strommangel und Komponentenengpässe die Auslieferung begrenzen. Insgesamt planen Amazon, Microsoft, Alphabet und Meta für das Jahr 2026 Investitionen von rund 725 Milliarden US-Dollar, wovon Beschleunigerchips und Rechenzentren den dominierenden Anteil ausmachen.