Sicherheitsexperten haben eine weitreichende Sicherheitslücke bei der Nutzung von Cloud-Diensten identifiziert. Einem aktuellen Bericht von Truffle Security zufolge sind über 9.300 exponierte Zugriffsschlüssel für die Amazon Web Services (AWS) weiterhin aktiv, obwohl sie bereits öffentlich zugänglich gemacht wurden.
Die Untersuchung, die den Zeitraum von August 2022 bis August 2026 abdeckt, verdeutlicht erhebliche Versäumnisse bei der Absicherung kritischer Cloud-Infrastrukturen in zahlreichen Unternehmen.
Kritische Zugriffsberechtigungen und mangelnde Kontrolle
Die Tragweite der gefundenen Daten ist nach Einschätzung der Analysten besorgniserregend. Von den identifizierten aktiven Schlüsseln lassen sich 817 direkt mit Unternehmen verknüpfen.
Besonders kritisch wird die Lage durch die damit verbundenen Berechtigungen eingestuft: In 526 Fällen handelt es sich um sogenannte Root-Keys, die einen uneingeschränkten Zugriff auf die gesamte Cloud-Umgebung ermöglichen. Weitere 242 Schlüssel verfügen über Administrator-Rechte.
Insgesamt identifizierte Truffle Security 431.875 AWS-Geheimnisse, darunter 64.024 eindeutige Schlüssel, die zu insgesamt 50.654 verschiedenen Konten gehören. Eine Überprüfung von 10.616 dieser Schlüssel im August ergab, dass sich 88 Prozent davon noch immer erfolgreich authentifizieren konnten. Laut dem Bericht ermöglichen allein 768 dieser Live-Keys unbefugten Parteien die vollständige Kontrolle über die betroffenen Cloud-Instanzen.
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Veraltete Sicherheitsmerkmale und fehlende Rotation
Die Untersuchung legte zudem gravierende Mängel in der Sicherheitsroutine der betroffenen Organisationen offen. Das Median-Alter der gefundenen Schlüssel beträgt 1.831 Tage. In einem extremen Fall stießen die Experten auf einen Schlüssel, der bereits seit 17,4 Jahren existiert.
Trotz der bekannten Risiken, die mit öffentlich zugänglichen Zugangsdaten verbunden sind, wurden lediglich 13,7 Prozent der exponierten Schlüssel durch die verantwortlichen Administratoren rotiert oder ausgetauscht.
Zusätzlich zur mangelnden Erneuerung der Zugangsdaten fehlt es in vielen Fällen an aktiven Überwachungsmechanismen. Nur bei 262 von insgesamt 2.754 betroffenen Konten war ein Budget-Warnsystem eingerichtet. Solche automatisierten Benachrichtigungen gelten in der Branche als wesentliches Instrument, um ungewöhnliche Aktivitäten oder einen Missbrauch von Ressourcen frühzeitig zu erkennen, falls Unbefugte Zugriff auf ein Konto erlangen.
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Hugging Face als primäre Expositionsquelle
Als eine der wesentlichen Quellen für die unbeabsichtigte Veröffentlichung der AWS-Keys wurde die Plattform Hugging Face identifiziert. Mit 8.482 Schlüsseln stellt das Portal für maschinelles Lernen den größten Anteil der exponierten Daten in der Untersuchung dar.
Sicherheitsexperten raten Unternehmen in diesem Zusammenhang dringend dazu, ihre Prozesse zur Verwaltung von Zugangsdaten zu überprüfen. Die Tatsache, dass ein erheblicher Teil der Schlüssel über Jahre hinweg aktiv bleibt, deutet auf systematische Lücken im Identitäts- und Zugriffsmanagement (IAM) hin.
Die Empfehlung lautet, automatisierte Scan-Tools einzusetzen, um die Veröffentlichung von Geheimnissen in öffentlichen Repositories zu verhindern und im Falle einer Kompromittierung eine sofortige Rotation der Zugangsdaten sicherzustellen.

