AXP.OS: Android 15 bringt neue Sicherheits-Strategie

Das Betriebssystem AXP.OS veröffentlicht ein großes Update mit zwei klar getrennten Varianten für Sicherheit oder Kontrolle und integriert Sicherheitspatches schneller als Google.

Das auf Privatsphäre spezialisierte Betriebssystem AXP.OS hat ein großes Update auf Basis von Android 15 veröffentlicht. Damit vollzieht das Projekt einen entscheidenden Schritt weg vom eingestellten DivestOS und etabliert eine klare Zwei-Wege-Strategie für unterschiedliche Nutzerbedürfnisse.

Zwei Wege für Sicherheit oder Kontrolle

Das Update, das seit dem 10. Februar 2026 ausgerollt wird, führt eine formalisierte „Flavor“-Strategie ein. Diese trennt scharf zwischen den Anforderungen an maximale Sicherheit und denen an volle administrative Kontrolle.

Die AXP.OS Slim-Variante setzt als Nachfolger von DivestOS auf ein abgeschottetes Sicherheitsmodell. Sie unterstützt gesperrte Bootloader und bietet keinen voraktivierten Root-Zugang. Damit richtet sie sich an Nutzer, die ein „Einrichten und Vergessen“-Erlebnis ähnlich wie bei GrapheneOS suchen – allerdings für eine breitere Palette an Hardware, inklusive älterer Geräte.

Im Gegensatz dazu zielt AXP.OS Pro auf fortgeschrittene Nutzer und Entwickler ab. Diese Variante kommt vorgerootet mit Magisk und bietet umfangreiche Systemmodifikations-Tools. Der Preis für diese Flexibilität: Sie verzichtet auf einige der strengen Sicherheitsgarantien der Slim-Variante.

Schneller als Google: Sicherheits-Patches für alte Kerne

Besonders bemerkenswert ist die Geschwindigkeit des Projekts. Nur Tage nach Veröffentlichung des offiziellen Android-Sicherheits-Bulletins von Google im Februar 2026 integrierte AXP.OS die Patches bereits in seine eigene Version.

Der Clou: AXP.OS verlässt sich nicht nur auf Standard-Patches. Stattdessen nutzt das Projekt einen eigenen CVE-Patcher, der Sicherheitsfixes auf ältere Linux-Kernel zurückportiert. Diese werden von den Herstellern längst nicht mehr unterstützt. So bleibt beispielsweise ein Google Pixel 4a, das mit diesem Update Android 15 erhält, auch nach Ende des offiziellen Supports vor bekannten Schwachstellen geschützt.

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Neuanfang nach DivestOS

Das Update markiert einen wichtigen Schritt für die Eigenständigkeit von AXP.OS. Nachdem das Vorgängerprojekt DivestOS Ende 2024 eingestellt wurde, hat AXP.OS die Aufgabe übernommen, ältere Hardware sicher zu halten.

Die Slim-Variante behält dabei die strikte Entfernung proprietärer Codes („Deblobbing“) von DivestOS bei. Für die Pro-Variante wurde die Infrastruktur jedoch erweitert. Neu ist auch „AOSmium“, eine eigene, auf Chromium basierende WebView-Engine für sicheres Web-Rendering in beiden Varianten.

Was bedeutet das für Nutzer?

Das Android-15-Update ist derzeit für ausgewählte Geräte verfügbar, darunter das Google Pixel 4a. AXP.OS arbeitet mit einem abgestuften Support-Modell: Vom Team geprüfte Geräte erhalten Updates zuerst, eine „Community“-Kategorie validiert sie durch Nutzerfeedback.

Ein Wechsel zwischen den Varianten – etwa von Slim zu Pro – erfordert aufgrund unterschiedlicher Sicherheitsmodelle und Signaturschlüssel eine komplette Neuinstallation und Löschung aller Daten.

Ein Modell für mehr Nachhaltigkeit?

Das Projekt zeigt einen wachsenden Widerspruch in der Tech-Branche auf: die Kluft zwischen Hardware-Langlebigkeit und kurzen Software-Supportzyklen. Indem AXP.OS aktuelle Betriebssysteme für von Herstellern verlassene Geräte bereitstellt, verlängert es die Lebensdauer von Smartphones.

Das reduziert nicht nur Elektroschrott, sondern bietet auch eine datenschutzfreundliche Alternative zum Mainstream. In den kommenden Wochen sollen weitere Geräte das Update erhalten – und damit länger sicher bleiben.