Azure: Native CIS-Compliance für Linux ab sofort verfügbar

Azure erhält native CIS-Benchmark-Prüfungen für Linux-VMs. Parallel stellt Microsoft Entra ID auf Passkeys um und präsentiert ein neues KI-Sicherheitsmodell.

Azure-Kunden erhalten native CIS-Compliance-Prüfungen für Linux-Workloads – Microsoft verschärft parallel die Sicherheitsstandards für Identitäten und KI-gestützte Bedrohungsabwehr.

Microsoft hat die allgemeine Verfügbarkeit nativer CIS-Benchmark-Prüfungen für Linux-VMs in Azure und Azure Arc angekündigt. Die Funktion ist seit dem 31. Juli 2026 verfügbar und in Azure Machine Configuration integriert. Unternehmen können damit kontinuierliche Compliance-Bewertungen durchführen, ohne auf manuelle Skripte oder Drittanbieter-Tools zurückgreifen zu müssen.

Automatisierte Compliance für hybride Linux-Umgebungen

Die Prüffunktion basiert auf der azure-osconfig-Engine und ermöglicht Administratoren die Bewertung ihrer Umgebungen gegen CIS-zertifizierte Standards. Unterstützt werden Red Hat Enterprise Linux (RHEL), AlmaLinux, Rocky Linux und Ubuntu. Über Azure Policy erhalten Nutzer detaillierte Berichte zu Konfigurationsabweichungen und regelbezogenen Nachweisen – abrufbar über Guest Assignments und den Azure Resource Graph.

Das System unterstützt individuelle Regelauswahl und einen Policy-as-Code-Ansatz über JSON. Aktuell arbeitet der Dienst rein prüfend: Werden nicht konforme Konfigurationen identifiziert, müssen Administratoren die Behebung manuell vornehmen. Über Azure Arc erstreckt sich die Integration auch auf hybride Umgebungen – ein einheitliches Compliance-Management über On-Premises- und Multi-Cloud-Linux-Bestände hinweg wird damit möglich.

Passkeys werden Standard in Entra ID

Parallel dazu stellt Microsoft die Standard-Authentifizierung in Entra ID auf Passkeys um. Die Ankündigung vom 30. Juli 2026 ist Teil einer umfassenderen Strategie, weniger sichere Multi-Faktor-Authentifizierungsmethoden (MFA) schrittweise abzulösen.

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Nutzer, die bislang ausschließlich SMS- oder sprachbasierte MFA verwenden, werden ab dem 1. September 2026 automatisch auf Passkey-Authentifizierung umgestellt. Die Abschaltung von SMS- und Sprach-MFA für Entra ID ist für den 1. Februar 2027 geplant. Ergänzend führt Microsoft KI-gestützten Prompt-Injection-Schutz in Microsoft Defender ein und integriert Intune-Suite-Funktionen in die Lizenzen E3 und E5.

KI-Modell für Sicherheitsoperationen

Mit MAI-Cyber-1-Flash hat Microsoft zudem ein spezialisiertes Sprachmodell für Sicherheitsoperationen vorgestellt. Das Modell verfügt über 137 Milliarden Parameter und läuft innerhalb der MDASH-Plattform. Beim CyberGym-Benchmark erreichte es 95,95 Prozent und übertraf damit andere Branchenmodelle.

Nach Unternehmensangaben lassen sich die Verarbeitungskosten in MDASH-Konfigurationen durch den Einsatz des Spezialmodells um etwa die Hälfte reduzieren. Das Modell übernimmt bis zu 90 Prozent der Routineaufgaben wie Schwachstellenidentifikation und Code-Analyse. Komplexere Fälle werden an GPT-5.4 eskaliert.

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Kritische Cosmos-DB-Lücke endgültig behoben

Bereits Ende Juli 2026 bestätigte Microsoft den Abschluss einer langfristigen architektonischen Behebung für die kritische Schwachstelle „CosmosEscape“ in Azure Cosmos DB. Forscher hatten den Fehler in der Gremlin-API im November 2025 gemeldet. Theoretisch hätte er unbefugten Zugriff auf plattformweite Signaturschlüssel ermöglichen können.

Ein temporärer Hotfix wurde innerhalb von 48 Stunden nach der Erstmeldung ausgerollt. Die endgültige strukturelle Lösung wurde nun im Juli abgeschlossen. Microsoft betont, es gebe keine Hinweise darauf, dass Kundendaten während des Zeitraums, in dem die Schwachstelle existierte, exponiert waren.