Marktanalysten bewerten die aktuellen Ergebnisberichte von Microsoft als entscheidenden Moment für die langfristige Beurteilung von Renditen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Die für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026, das am 30. Juni 2026 endete, vorgelegten Zahlen verdeutlichen sowohl die massiven Investitionen in die Infrastruktur als auch die zunehmende Monetarisierung von KI-Diensten.
Starkes Cloud-Wachstum und hohe KI-Umsätze
Microsoft verzeichnete im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 90 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders das Cloud-Segment Azure erwies sich mit einem Zuwachs von 43 Prozent als Wachstumtreiber. Ein erheblicher Teil des Erfolgs wird der Kooperation mit OpenAI zugeschrieben. Der auf OpenAI entfallende Umsatz belief sich auf 24,1 Milliarden US-Dollar, was etwa 7,3 Prozent des gesamten Jahresumsatzes entspricht.
Die Nachfrage nach KI-gestützten Anwendungen spiegelt sich auch in den Nutzerzahlen wider. Für den Microsoft Copilot wurden mehr als 30 Millionen bezahlte Lizenzen gemeldet. Das Nettoeinkommen stieg im Berichtsquartal um 31 Prozent auf 35,8 Milliarden US-Dollar, während der Gewinn pro Aktie (EPS) mit 4,74 US-Dollar die Schätzungen von 4,24 US-Dollar übertraf. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) erreichten 678 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 84 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ohne Berücksichtigung von OpenAI stieg der RPO-Wert um 25 Prozent.
Investitionsoffensive in Rechenzentren und eigene Hardware
Um die steigende Nachfrage nach Rechenleistung zu decken, hat Microsoft seine Investitionsausgaben (Capex) deutlich erhöht. Im vierten Quartal 2026 beliefen sich diese auf 41 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. In diesem Zeitraum wurden 31 neue Rechenzentren in Betrieb genommen. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 prognostiziert das Unternehmen Investitionen in Höhe von etwa 50 Milliarden US-Dollar.
Trotz dieser massiven Ausgaben wurde die Prognose für das Kalenderjahr 2026 von ursprünglich rund 190 Milliarden US-Dollar auf etwa 175 Milliarden US-Dollar angepasst. Diese Senkung resultiert jedoch nicht aus reduzierten Aktivitäten, sondern aus einer Änderung in der Bilanzierung, bei der die Nutzungsdauer von Hardwarekomponenten von 15 auf 25 Jahre verlängert wurde.
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Ein zentraler Bestandteil der langfristigen Strategie ist die Entwicklung eigener KI-Chips, um Kosten zu senken und Abhängigkeiten zu verringern. Nachdem im Januar 2026 der Maia-200-Chip auf Basis der 3-Nanometer-Technologie mit 140 Milliarden Transistoren und 216 GB HBM3e-Speicher eingeführt wurde, steht die Enthüllung des Nachfolgers Maia 300 für September 2026 bevor. Berichten zufolge führt Microsoft Verhandlungen mit TSMC über die Lieferung von mehr als 300.000 Einheiten für das Jahr 2027, wobei langfristig ein Volumen von über einer Million Einheiten angestrebt wird. Die Eigenentwicklungen sollen Kostenvorteile von 30 bis 40 Prozent ermöglichen.
Marktbeurteilung und Ausblick
An der Börse wurden die Ergebnisse positiv aufgenommen. Die Aktie stieg nach Veröffentlichung der Zahlen im nachbörslichen Handel um 8 Prozent und notierte zuletzt bei rund 506,06 US-Dollar, was einem Zuwachs von etwa 27 Prozent seit Bekanntgabe der Ergebnisse entspricht.
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Finanzexperten weisen darauf hin, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) mit 28,18x aktuell unter dem Fünf-Jahres-Median von 33,73x liegt. Analystenmodelle sehen den inneren Wert der Aktie bei etwa 575,48 US-Dollar, was auf eine moderate Unterbewertung hindeutet. Der freie Cashflow belief sich im Juni-Quartal auf 19,6 Milliarden US-Dollar. Für das kommende erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 gab das Unternehmen eine Prognose für das Azure-Wachstum von etwa 45 Prozent ab, was die Erwartung einer anhaltend hohen Dynamik im Cloud-Geschäft unterstreicht.

