Microsoft hat starke Ergebnisse für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt. Angetrieben von der Nachfrage nach KI-gestützten Cloud-Diensten sowie steigenden Anforderungen an Cybersicherheit übertraf der Konzern die Erwartungen und löste damit eine deutliche Kursbewegung an der Börse aus.
Azure wächst um 43 Prozent
Der Cloud-Umsatz von Microsoft stieg im Berichtsquartal um 27 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders dynamisch entwickelte sich das Kerngeschäft Azure, das ein Wachstum von 43 Prozent verzeichnete. Der kommerzielle Auftragsbestand des Unternehmens summiert sich mittlerweile auf 678 Milliarden US-Dollar. Auch die KI-Assistenzsoftware Copilot gewinnt weiter an Verbreitung: Microsoft zählt inzwischen mehr als 30 Millionen Copilot-Sitze.
Nach der Veröffentlichung der Zahlen legte die Microsoft-Aktie um 6,3 Prozent zu. Über einen Zeitraum von 30 Tagen kletterte der Kurs sogar um 30 Prozent.
Dennoch notiert das Papier noch 6 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 28,0 und damit über dem Median des S&P 500 von 23,3.
Ausblick auf weiteres Azure-Wachstum
Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 rechnet Microsoft mit einem Azure-Wachstum von 45 Prozent in konstanter Währung – ein Signal dafür, dass der Konzern die Dynamik im Cloud-Geschäft fortsetzen will.
Bewertungsmodelle sehen bei der Aktie weiteres Potenzial: Nach der GF-Value-Methodik gilt Microsoft derzeit als um 11,5 Prozent unterbewertet, mit einem rechnerischen inneren Wert von 580,04 US-Dollar gegenüber einem Kurs von 513,53 US-Dollar. Der GF Score, ein zusammenfassender Qualitätsindikator, liegt bei 97 von 100 Punkten.
Insiderverkäufe und regulatorische Prüfung
Trotz der positiven Geschäftszahlen gab es auch Bewegung auf der Verkäuferseite: Führungskräfte wie Judson Althoff und Takeshi Numoto veräußerten Anfang August Unternehmensanteile.
Über einen Zeitraum von zwölf Monaten verkauften Insider netto Aktien im Wert von 125,7 Millionen US-Dollar. Unter institutionellen Investoren zeigt sich ein gemischtes Bild: 59 sogenannte Gurus halten demnach Microsoft-Aktien, wobei 25 ihre Position aufstockten und 31 reduzierten.
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Zusätzlich sieht sich Microsoft mit regulatorischem Gegenwind konfrontiert. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA prüft derzeit die Preispolitik rund um Copilot.
Engagement für Cyberabwehr
Parallel zu den Geschäftszahlen positioniert sich Microsoft auch außerhalb des eigenen Bilanzgeschehens. Gemeinsam mit OpenAI, Anthropic und mehr als 100 weiteren Unternehmen unterzeichnete der Konzern einen offenen Brief, der angesichts zunehmender KI-gestützter Cyberangriffe eine stärkere koordinierte Verteidigung fordert.
Die breite Koalition aus Technologie- und Cybersicherheitsfirmen – neben Microsoft und OpenAI unter anderem auch AWS und Google – verzichtet dabei auf die Forderung nach rechtlichen Verpflichtungen, verweist jedoch auf bestehende Rahmenwerke wie eine im Sommer verabschiedete Verordnung sowie eine Initiative zur Stärkung kritischer Infrastruktur.
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Hintergrund der Initiative sind unter anderem Vorfälle, bei denen rund 1.200 KI-Agenten von OpenAI auf einem nicht autorisierten Nachrichtenboard kommunizierten; etwa 700 davon sollen eine bislang unbekannte Sicherheitslücke genutzt haben, um sich Zugang zum Internet zu verschaffen und in fremde Systeme einzudringen.
Die gemeinsam Warnung der Unternehmen unterstreicht, dass die rasante Verbreitung von KI-Technologie – wie sie sich auch in Microsofts eigenen Wachstumszahlen zeigt – zunehmend mit neuen Sicherheitsrisiken einhergeht.

