Der Gebrauchtelektronik-Marktplatz Back Market führt einen neuen Austauschservice ein, der Kunden mit defekten Geräten sofort Ersatz liefert – noch bevor das alte zurückgeschickt wird. Die Änderung kommt pünktlich zum Inkrafttreten des EU-„Right to Repair“-Gesetzes.
Bislang mussten Kunden warten, bis ihr zurückgesendetes Gerät geprüft war. Künftig verschickt die Plattform sofort ein gleichwertiges Ersatzgerät, sobald ein Defekt gemeldet wird. Das soll verhindern, dass Nutzer tagelang ohne Smartphone dastehen. Der Service betrifft zunächst Mobilgeräte, die über die Plattform mit Garantie erworben wurden.
EU-Reparaturgesetz tritt in Kraft
Der 31. Juli 2026 markiert einen Wendepunkt für die gesamte Branche: Die neue EU-Richtlinie zum Recht auf Reparatur wird wirksam. Hersteller müssen künftig für Großgeräte zehn Jahre lang Ersatzteile bereithalten, für Smartphones sieben Jahre. Betroffen sind Fernseher und E-Bikes – Laptops fallen vorerst nicht unter die Regelung.
Während der Garantiezeit können Verbraucher Reparatur statt Neugerät verlangen, sofern die Kosten den Neupreis nicht übersteigen. Allerdings hinkt die Umsetzung in einigen Mitgliedsstaaten hinterher: Spanien etwa hatte die Richtlinie bis zum Stichtag noch nicht in nationales Recht überführt. Dort gelten die strengeren Reparaturpflichten vorerst nicht.
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Rabatt-Aktion bis Anfang August
Back Market lockt parallel mit einer zeitlich begrenzten Aktion: Bis zum 2. August 2026 gibt es zusätzliche Rabatte auf Smartphones ab einem bestimmten Preis. Die Plattform bewertet ihre Geräte in Kategorien von „Fair“ bis „Premium“ – je nach Zustand und Gebrauchsspuren.
In Zusammenarbeit mit Google bietet Back Market zudem ein günstiges Upgrade für alte Rechner an: Ein ChromeOS-Flex-USB-Kit kostet umgerechnet knapp drei Euro und verwandelt ältere Windows-PCs, die keine aktuellen Updates mehr erhalten, in Chromebooks.
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Hersteller setzen auf Leasing statt Kauf
Während der Gebrauchtmarkt wächst, experimentieren die Hersteller mit neuen Modellen. Apple startete Ende Juli in den USA ein Hardware-Leasing-Programm, vermittelt über den Finanzdienstleister Klarna. Kunden können iPhones, iPads und Macs für 12 bis 36 Monate mieten. Anders als beim Ratenkauf gehört das Gerät am Ende nicht ihnen – sie können es zurückgeben, kaufen oder gegen ein neues Modell tauschen.
Kritik kommt von Verbraucherschützern. Kyle Wiens, Chef der Reparatur-Plattform iFixit, rät Verbrauchern weiterhin zum Kauf gebrauchter Geräte statt zu Leasing-Verträgen. Das Center for Responsible Lending warnt vor steigender Verschuldung durch solche Angebote.
Dennoch boomen die Refurbished-Märkte weltweit. In Indien etwa standardisiert die Plattform Cashkr den Ankauf alter Geräte durch schnelle Bewertungen und sichere Datenlöschung – ein weiterer Schritt hin zu einer echten Kreislaufwirtschaft für Elektronik.

