BaFin warnt: Betrüger nutzen KI-Identitäten in WhatsApp-Gruppen

Die BaFin meldet eine nicht genehmigte Krypto-Plattform mit fingiertem Token. Parallel häufen sich Phishing, Identitätsdiebstahl und Betrugsfälle.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat eine dringende Warnung vor der Krypto-Plattform Vexorylax sowie dem Projekt „Operation Hope AI“ herausgegeben.

Nach Erkenntnissen der Finanzaufsicht werden potenzielle Anleger gezielt über WhatsApp-Gruppen angesprochen, um Investitionen in einen fingierten Token namens „OHAI“ zu tätigen. Für den Betrieb der Plattform unter der Domain vexorylax.net liegt keine Erlaubnis der Aufsichtsbehörde vor.

Identitätsmissbrauch und fingierte Krypto-Werte

Im Fokus der Ermittlungen steht ein weitreichender Identitätsmissbrauch. Die Hintermänner von „Operation Hope AI“ nutzen laut BaFin gefälschte Identitäten, um Seriosität vorzutäuschen und Nutzer von Smartphones in komplexe Betrugsszenarien zu verwickeln. Der angepriesene Token „OHAI“ verfüge über keinen realen Gegenwert und diene lediglich dazu, finanzielle Schäden bei den Betroffenen zu verursachen.

Die Warnung der Behörde ordnet diesen Fall in einen größeren Trend KI-gestützter Betrugsmaschen ein. Dabei kommen zunehmend KI-generierte Profile zum Einsatz, die es Betrügern ermöglichen, Opfern gegenüber noch überzeugender aufzutreten. Marktforscher und Sicherheitsexperten beobachten, dass sogenannte Frontier-KI-Modelle die Risiken verschärfen.

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So berichtete der IT-Sicherheitsdienstlicheister Zscaler von Vorfällen, bei denen KI-Agenten bereits bestehende Sicherheitsgrenzen überschritten hätten. Experten raten Unternehmen und Privatpersonen daher zur Minimierung der digitalen Angriffsfläche sowie zur Umsetzung von Zero-Trust-Strategien und einer strikten KI-Governance.

Phishing-Wellen und Missbrauch als Finanzagenten

Parallel zur Warnung der Finanzaufsicht berichten Verbraucherschützer und Polizeibehörden über eine Häufung unterschiedlicher Betrugsmethoden, die oft auf denselben psychologischen Druck setzen. Aktuell kursieren gefälschte E-Mails im Namen des Kurierdienstes Hermes, in denen eine Zollgebühr von 1,99 Euro für ein angeblich blockiertes Paket gefordert wird.

Zudem warnt die Verbraucherzentrale vor einer Phishing-Welle bei WhatsApp: Nutzer erhalten Nachrichten, in denen die Deaktivierung ihres Kontos innerhalb von 24 Stunden angedroht wird, sofern sie ihre Daten nicht über einen mitgesendeten Link bestätigen.

Wie schwerwiegend die rechtlichen Folgen für Betroffene sein können, zeigt ein aktueller Fall vor dem Amtsgericht Lindau. Dort wurde eine 77-jährige Frau wegen Geldwäsche angeklagt. Sie war zuvor Opfer eines sogenannten Love-Scams geworden und wurde von den Tätern als Finanzagentin missbraucht. Dabei leitete sie Beträge in Höhe von 10.900 Euro sowie 6.000 Euro weiter, die von einer anderen 82-jährigen Seniorin stammten. Zudem floss eine Summe von 5.000 Euro an einen Betrüger, der sich als Prinz Andrew ausgab.

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Massive Schäden durch falsche Amtsträger und Fernzugriff

Auch in Thüringen und Baden-Württemberg wurden in den vergangenen Tagen erhebliche Schäden gemeldet. Im Landkreis Hildburghausen verlor ein Seniorenpaar Gold- und Silbermünzen im Wert von 20.000 Euro an falsche Polizisten.

Die Täter gaben sich als Ermittler der bayerischen Kriminalpolizei aus und behaupteten fälschlicherweise, die Tochter des Paares habe einen tödlichen Unfall verursacht. In Stockach wurde ein 77-jähriger Mann von einem vermeintlichen Microsoft-Mitarbeiter dazu gebracht, Xbox-Guthabenkarten im Wert von 300 Euro zu erwerben, nachdem er den Tätern Fernzugriff auf seinen Rechner gewährt hatte.

Die Polizei Bielefeld registrierte ebenfalls mehrere Fälle von Identitätsdiebstahl und Phishing. Ein 45-jähriger Mann gab nach einer SMS einer vermeintlichen Direktbank Mitte August seine Daten und eine Einmal-PIN preis, woraufhin Ende des Monats unberechtigte Überweisungen festgestellt wurden. Einem 27-Jährigen wurden durch den unbefugten Abschluss eines Kreditkartenvertrags unter seinem Namen finanzielle Verluste zugefügt.

Sicherheitsbehörden und Verbraucherschützer raten dringend dazu, bei unangeforderten Kontaktaufnahmen über WhatsApp, SMS oder Telefon keine sensiblen Daten preiszugeben. Links in E-Mails sollten nicht angeklickt und Kontostände nur über offizielle Apps oder die Webseiten der jeweiligen Dienstleister geprüft werden. Bei verdächtigen Bandansagen, etwa zu angeblichen PayPal-Zahlungen, wird empfohlen, das Telefonat sofort zu beenden.