Finanzaufsicht und US-Behörden schlagen Alarm: Kriminelle nutzen KI-Buzzwords und gefälschte Trading-Plattformen, um Lebensersparnisse älterer Anleger zu stehlen. Die Schadenssummen gehen in die Milliarden.
Seit Jahresbeginn 2026 verzeichnen Aufsichtsbehörden in Deutschland und den USA einen dramatischen Anstieg digitaler Betrugsmaschen, die gezielt Senioren ins Visier nehmen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und ihre amerikanischen Pendants stufen sogenannte „Pig Butchering“-Betrügereien und gefälschte KI-Handelssysteme als größte Bedrohungen für das neue Jahr ein. Die kriminellen Netzwerke agieren industriell und erbeuten Millionenbeträge.
Organisierte Kriminalität setzt auf gefälschte KI-Tradingbots
In einem gemeinsamen Bericht vom 5. Januar 2026 warnen nordamerikanische Aufseher vor den ausgeklügelten Methoden der Betrüger. Im Zentrum stehen zwei Muster: Beim „Pig Butchering“ (Schweineschlachten) bauen Täter über soziale Medien zunächst scheinbar vertrauensvolle, oft romantische Beziehungen auf. Anschließend lenken sie ihre Opfer auf betrügerische Investmentplattformen.
Dort locken sie mit angeblichen „Phantom-KI-Tradingbots“, die garantierte Gewinne versprechen. Die dahinterstehenden Algorithmen existieren nicht. Die Betrüger nutzen echte KI-Werkzeuge wie Deepfakes jedoch geschickt, um professionell wirkendes Marketingmaterial zu erstellen und so Seriosität vorzutäuschen. Die Angebote kursieren vor allem in sozialen Netzwerken und verschlüsselten Messengern – außerhalb der Reichweite traditioneller Finanzkontrollen.
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BaFin geht gegen unseriöse Plattformen vor
Parallel verschärft die deutsche BaFin ihre Überwachung. Erst am 9. Januar 2026 warnte die Behörde öffentlich vor der Website blitz365finance.org. Der Anbieter offeriere Finanzdienstleistungen ohne jede Zulassung. Laut BaFin besteht der Verdacht, dass die Plattform auch Identitätsdiebstahl betreibt, wenn Nutzer persönliche Dokumente zur „Verifizierung“ hochladen.
Bereits zwei Tage zuvor, am 7. Januar, hatte die Aufsicht vor der Plattform Infinity Profit AI gewarnt. Die Seite weise nahezu identische Strukturen wie ein bekanntes Netzwerk betrügerischer „Skin“-Websites auf. Diese werden von organisierten Banden serienmäßig produziert, um legitim zu wirken und lediglich Einzahlungen einzusammeln. Typische Warnsignale sind das Fehlen eines ordentlichen Impressums und nicht verifizierbarer Geschäftssitze.
So funktioniert die Täuschungsmaschinerie
Die Vorgehensweise der Kriminellen ist mittlerweile standardisiert. Der Kontakt entsteht über harmlose Nachrichten auf Plattformen wie Facebook. Nach Aufbau einer Beziehung wird das Opfer auf eine proprietäre Handelsplattform gelotst, die angeblich bei seriösen Aufsichtsbehörden registriert ist.
Das System ist eine psychologische Falle: Nach einer kleinen Starteinzahlung von etwa 250 Euro zeigt das manipulierte Dashboard scheinbar hohe Sofortgewinne. Oft dürfen Opfer einen kleinen Betrag sogar „auszahlen“, um das Vertrauen zu zementieren.
Der Betrug zerschlägt sich, sobald größere Summen fließen – oft aus Rentenkonten oder Krediten. Bei Auszahlungswünschen verlangen die Plattformen plötzlich exorbitante „Steuervorauszahlungen“, „Gebühren“ oder „Geldwäsche-Hinterlegungen“. Dies ist nur ein Vorwand, um die letzten Ersparnisse abzuschöpfen, bevor die Kommunikation abbricht.
Digitale Transformation als Brandbeschleuniger für Betrug
Der Anstieg dieser Betrugsfälle zeigt die Schattenseiten der Digitalisierung im Finanzsektor. Die einfache Erstellung professioneller Websites und die Nutzung von Krypto-Zahlungswegen ermöglichen kriminellen Syndikaten ein industrielles Vorgehen.
Demografische Faktoren begünstigen den Erfolg. Senioren verfügen oft über beträchtliche Ersparnisse und sind manchmal sozial isolierter – sie werden so zur idealen Zielgruppe für beziehungsbasierte „Pig Butchering“-Scams. Die Integration von KI-Buzzwords nutzt die allgemeine Bekanntheit des Trends, ohne dass Opfer die Technik verstehen müssen.
Die finanziellen Schäden sind immens. Nach FBI-Angaben überstiegen die Verluste durch Betrug an Senioren bereits 2023 die Marke von 3,4 Milliarden Dollar. Die Tendenz für 2025 und 2026 zeigt nach oben, da Automatisierung die gleichzeitige Zielung vieler Opfer erlaubt.
Ausblick: Katz-und-Maus-Spiel mit künstlicher Intelligenz
Experten erwarten für 2026 ein technologisches Wettrennen zwischen Aufsichtsbehörden und Betrügernetzwerken. Auf der Verteidigungsseite kommen vermehrt KI-gestützte Dienste zum Einsatz, die Senioren helfen sollen, verdächtige Nachrichten in Echtzeit zu analysieren.
Doch regulatorische Warnungen hinken oft der schnellen Generierung neuer Betrugsdomains hinterher. Die BaFin und andere europäische Behörden dürften schärfere Kontrollen für Werbung in sozialen Medien fordern, wo viele dieser Kampagnen starten.
Bis dahin bleibt die wichtigste Verteidigung die Aufklärung der Verbraucher: Vor jeder Überweisung die Zulassung des Anbieters prüfen und unerbetene Investmenttipps aus sozialen Medien mit äußerster Skepsis betrachten.
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